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Wärmerekord im Bodensee

Bregenz - Temperaturrekord im Bodensee. Seit Beginn der Messungen wurde im April noch nie eine derart hohe Wassertemperatur gemessen: 18,0 Grad Anfang dieser Woche. Neuankömmlinge

„Die offizielle Temperatur wird im Bregenzer Hafenbecken in einem halben Meter Tiefe gemessen“, erklärt Ralf Grabher vom hydrograpischen Dienst der Landesregierung. Der Mittelwert für den eben zu Ende gegangenen Hitze-April beträgt 13,4 Grad. Im Vorjahr waren es gerade mal 8,9 Grad.

Beim Umweltinstitut macht man sich trotz Wärmerekords keine Sorgen um die Wasserqualität: „Die Reinhaltemaßnahmen sind so ausgerichtet, dass warme Perioden ausgeglichen werden können. Faktum ist aber, dass wir heuer deutlich früher dran sind als üblich“, sagt Gerhard Hutter.

Die Verlierer des Warmwassers sind Karpfen, Hechte und Schleien. „Weil zusätzlich der Pegel so niedrig ist, finden sie in Ufernähe nicht genügend Laichplätze“, so inatura-Biologe Dr. Klaus Zimmermann. „Gefährlich wäre jetzt eine Abkühlung des Sees. Dann könnten viele Fischlarven von Warmwasserlaichern absterben“, so Zimmermann. Tatsächlich kühlte der See um zwei Grad ab – am Mittwoch wurden noch 16 Grad gemessen.

Die großen Profiteure der Temperatur sind bisher nicht im Bodensee heimische Arten – so genannte „Aliens“: Der aggressive Höckerflohkrebs aus dem Schwarzen Meer, Süßwasserquallen aus Südamerika oder Körbchenmuscheln aus Asien.

„Die südlichen Neuankömmlinge werden durch die Wärme begünstigt, bekommen einen Wettbewerbsvorteil. Es besteht die Gefahr, dass heimische Arten zurückgedrängt werden könnten“, sagt Biologe Zimmermann. Vor allem der Höckerflohkrebs – er wird ‘Killer Shrimp’ genannt, weil er sich massiv ausbreitet, heimische Krebsarten frisst und andere Kleintiere minimiert – wird in den nächsten Jahren genau beobachtet.

Das Warmwasser führt aber bei allen Tieren und Pflanzen zu einem Wachstumsschub. „Und da der Bodensee sehr sauber ist, ist die Temperatur für das Gesamtökosystem förderlich“, sagen die Fachleute.

Neuankömmlinge

  • Quallen: 1999 wurde im Auhafen Hard erstmals eine Süßwasserqualle in einem österreichischen See gefangen. Sie stammt aus Südamerika, ist für den Menschen ungefährlich.
  • Muscheln: Die grobgestreifte Körbchenmuschel (Corbicula fluminea) bewohnt seit 1995 den Rhein bei Basel. 2003 wurde sie erstmals am Rohrspitz entdeckt. Völlig ungeklärt ist, wie sie sich auf die einheimischen Seebewohner auswirkt.
  • Flohkrebs: Der Höckerflohkrebs aus dem Schwarzen Meer lebt seit 2004 im Bodensee. Er wird „Killer Shrimp“ genannt, weil er heimische Krebse frisst. Sein Vorkommen führt sogar zu lokalem Aussterben einzelner Arten.
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