Begegnungszone macht Fahren stressfreier

Eine erste Bilanz über die Begegnungszone fällt durchwegs positiv aus.
Eine erste Bilanz über die Begegnungszone fällt durchwegs positiv aus. ©MG Wolfurt
Wolfurt. (hapf)  Nach zwei Monaten zieht Wolfurt eine durchaus positive Bilanz über die neue Begegnungszone zwischen Rathaus und Vereinhaus. Das Quartier Strohdorf hat in diesem Bereich jedenfalls deutlich an Aufenthaltsqualität gewonnen.

Die Gemeinde Wolfurt ging hier einmal mehr mit gutem Beispiel vorweg. Immerhin war es die erste Begegnungszone, die in Vorarlberg auf einer Landesstraße umgesetzt wurde. Gemeinsam mit dem Land war Wolfurt deshalb um eine gut durchdachte Gestaltung bemüht. Bereits im Vorfeld wurden alle Betroffenen zu Beteiligten gemacht. Der Umsetzung ging eine breite Bürgerinformation voraus. Schüler und Kinder wurden mit Hilfe von Lehrpersonen, den Kindergartenpädagoginnen und der Polizeiinspektion Wolfurt im Umgang mit der Begegnungszone geschult. Im Einsatz war auch die Seniorenbörse Wolfurt, die informierte und die Bürger mit der neuen Verkehrssituation vertraut machte.

Um Rückmeldungen zu erhalten, richtete die Gemeinde eine Feedbackrunde ein. „Die Meldungen waren hier überwiegend positiv, es gab jedoch auch einige kritische Stimmen und Anregungen, die uns geholfen haben, einige Dinge zu verbessern“, sagt Bürgermeister Christian Natter.

Frühere Staus gehören der Geschichte an

Etwas misstrauisch standen machen der Reduktion auf Tempo 30 gegenüber. Wie die Praxis zeige, werde die Geschwindigkeitsbegrenzung größtenteils gut eingehalten und funktioniere. Als positiv empfunden wird hier die Tempoanzeige in den Einfahrtsbereichen mit Smileys, die bei Überschreitung ein schmollenden und bei Einhaltung einen lachenden Mund zeigen. „Bislang hatten wir auch in den Stoßzeiten keine Staus zu verzeichnen. Der Verkehr gestaltet sich flüssig und die längeren Wartezeiten, die es früher bei den Zebrastreifen hin und wieder gab, sind Geschichte“, freut sich Natter. Die Autofahrer zeigten gute Disziplin und würden auf die schwächeren Verkehrsteilnehmer Rücksicht nehmen.

Zeitunterschied kaum wahrnehmbar

„Eine kritische Anrainerin, die auf ihrem Arbeitsweg nach Dornbirn die Begegnungszone täglich mehrfach benützt, hat erst befürchtet, länger zu brauchen“, erzählt Natter. „Sie hat uns mittlerweile eingestanden, gleich schnell wie früher an ihr Ziel zu gelangen, dies aber durch die Begegnungszone wesentlich stressfreier.“ Rein rechnerisch beträgt der Zeitunterschied zwischen 50 km/h und 30 km/h für die 270 Meter lange Begegnungszone 13 Sekunden. Tatsächlich jedoch ist er durch die deutlich flüssigere Verkehrsabwicklung gegenüber der früheren Situation kaum wahrnehmbar.

Kleinere Anregungen sofort umgesetzt

Kritik gab es an der Regenrinne bei der Einfahrt zum Sternenplatz. Natter: „Hier haben wir rasch reagiert und die Regenrinne, die sich vor allem für den Radverkehr aber auch ältere und gehbehinderte Menschen als Stolperfalle erweisen könnte, ausgegossen und eingeebnet.“ Nochmals informiert wird seitens der Gemeinde über die gepflasterte Mittelzone, die ja auch als Abbiegespur dient. Hier herrschte vor allem zu Beginn Verunsicherung, ob sie befahren werden darf. Natürlich ist die Mittelzone befahrbar, z.B. für Abbiegemanöver oder beim Vorbeifahren an der Bushaltestelle. Sie dient aber vor allem als Schutzzone für querende Fußgänger und Radfahrer. Bei der Feedbackrunde kristallisierte sich auch der Wunsch nach einer größeren Beschilderung in den Einfahrtsbereichen der Begegnungszone heraus. Dies wird derzeit von der Gemeinde geprüft. Bis Ende November wird auch die endgültige Beleuchtung installiert sein, die eine hellere und angenehmere Ausleuchtung der Zone erlaubt. Zu einer Aufwertung soll es zudem noch beim Mobiliar kommen.

Aufenthaltsqualität hat gewonnen

Insgesamt werde die Begegnungszone positiv empfunden. Vor allem die angrenzende Platzgestaltung, etwa beim Vereinshaus mit dem neuen Brunnen, sei begeistert aufgenommen worden. „Es gibt nach wie vor auch kritische Stimmen, die wir hoffentlich in Zukunft auch noch überzeugen können. Jedenfalls sind sich alle einig, dass das Quartier Strohdorf in diesem Bereich deutlich an Aufenthaltsqualität gewonnen hat“, so Bürgermeister Natter.

Mit der Bezirkshauptmannschaft und dem Land wurde vereinbart, die Begegnungszone bis Mai kommenden Jahres zu beobachten. Dazu werden auch Videos erstellt und analysiert. Sollte sich hier Verbesserungspotential ergeben, wird es zu einer entsprechenden Optimierung kommen.

 

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