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Wohnen in Vorarlberg: Leistbar oder nicht?

Wer allein in Vorarlberg wohnen will, muss sich warm anziehen.
Wer allein in Vorarlberg wohnen will, muss sich warm anziehen. ©VOL.AT/Steurer
Wohnen ist in Vorarlberg verhältnismäßig teuer, so der Tenor. Bei der Vorarlberger Eigentümervereinigung will man das so nicht stehen lassen. Tatsächlich ist es vor allem eine Frage, wie man wohnt.

Wohnen in Vorarlberg kostet mehr Geld als in vielen anderen österreichischen Bundesländern. Nach den aktuellsten Zahlen der Statistik Austria zahlt man in Vorarlberg durchschnittlich 446 Euro netto Miete für eine Wohnung, ohne Betriebskosten. Das ist mehr als in jedem anderen Bundesland. Dies liegt aber wohl nicht zuletzt auch an der Wohnungsgröße. Denn mit einem durchschnittlichen Nettopreis pro Quadratmeter von 6,49 Euro (ohne Betriebskosten) liegt Vorarlberg “nur” noch auf Platz drei, hier führt Salzburg.

Haushaltseinkommen versus Individualeinkommen

Grundsätzlich gilt: Hauseigentümer wohnen günstiger als Mieter. Auch sonst muss man darauf achten, dass man nicht Äpfel mit Birnen vergleicht. Bei der Frage, ob Wohnen noch leistbar ist, stellt sich vor allem die Frage, mit welchem Einkommen man rechnet. Denn wer nur den Lohnzettel des Haupterwerbstätigen hernimmt, kommt schnell auf Wohnkosten von über 40 Prozent. Korrekterweise müsste man jedoch das gesamte Haushaltseinkommen hernehmen und dies durch die im Haus lebenden Personen teilen. In der Statistik spricht man hier von einem äquivalisierten Haushaltseinkommen.

VEV verteidigt durchschnittliche Wohnkosten

Nach europäischer Definition liegt die kritische Grenze der Wohnkosten bei 40 Prozent des äquivalisierten Haushaltseinkommens, nach österreichischen Verständnis bei 25 Prozent. Davon sei man in Vorarlberg jedoch weit entfernt, betont die Vorarlberger Eigentümervereinigung (VEV). Sie berechnet durchschnittliche Wohnkosten für Mieter von 17 Prozent ohne Betriebskosten. Als Basis dienen das Median-Haushaltseinkommen von 34.357 Euro netto (Armutsbericht des Landes, 2013) und monatliche Wohnkosten von 485 Euro ohne Betriebskosten pro Haushalt.

Österreichs Mieten im internationalen Vergleich

VEV
VEV ©VEV

Tatsächlich sind die österreichischen Mietkosten im internationalen Durchschnitt nicht auffallend hoch. Dies ist sowohl das Ergebnis einer Studie des österreichischen Verbands der Immobilienwirtschaft (ÖVI) wie auch der Property Index des Beratungsunternehmens Deloitte. Laut der Studie des ÖVI gilt dies auch für Alleinerziehende und Senioren. Detailergebnisse für die Bundesländer gibt es in den Studien nicht. VEV-Präsident Markus Hagen sieht die Schuld für die hohen Mietkosten im Land vor allem bei den hohen Betriebskosten. Diese seien die vergangenen Jahre unverhältnismäßig stark gewachsen, nimmt er die Gemeinden in die Verantwortung.

Miete entspricht einem Wochengehalt

Unterm Strich müsse laut VEV ein österreichischer Industriearbeiter heute nur zwei Stunden mehr arbeiten als noch 1986, um die Miete für eine 70-Quadratmeter-Wohnung zahlen zu können – nämlich 39,6 Stunden, also eine Woche pro Monat. Gleichzeitig seien die Ansprüche an die Wohnungsgröße im selben Zeitraum um ganze 14 Quadratmeter auf 44 Quadratmeter pro Person angestiegen. Wenn man nun die gestiegenen Erwartungen an den Wohnkomfort und die geringere Anzahl an Personen pro Wohneinheit berücksichtigt, sind die Mietkosten aus Sicht der VEV sogar gesunken.

Alleinerziehende leiden besonders

Dem Durchschnittshaushalt lebt damit aus Sicht der Hauseigentümer nicht teurer als die restlichen Österreicher. Dies gilt jedoch nicht für alle Vorarlberger, gesteht auch die VEV ein. Gerade Alleinerzieher haben als Alleinverdiener ein niedrigeres Haushaltseinkommen trotz mehrerer Wohnungsnutzer – und leiden daher stärker unter den Wohnkosten. Laut der Statistik Austria zahlten 2015 27 Prozent der österreichischen Haushalte mehr als 25 Prozent ihres Haushaltseinkommens für ein Dach über den Kopf. 16 Prozent oder 601.000 Haushalte zahlten sogar mehr als 25 Prozent des Haushaltseinkommens rein als Miete, ohne Betriebskosten. Und immerhin noch jeder zehnte österreichische Haushalt muss mehr als 40 Prozent des Haushaltseinkommens für Miete aufbringen. Betroffen sind vor allem Haushalte in Großstädten, bundesländerspezifische Ergebnisse wurden keine veröffentlicht.

Land setzt weiter auf Wohnbauoffensive

Für solche Fälle sieht die VEV aber vor allem den sozialen Wohnbau in der Verantwortung. Dieser sei schließlich dazu gedacht, genau solche kritische Situationen zu verhindern. Kontraproduktiv wäre jedoch das von der SPÖ geforderte Universalmietrecht. Beim Land ist man sich durchaus der Notwendigkeit für sozialen Wohnbau bewusst. Die Grünen wollen bis 2019 500 neue Low-Budget-Wohnungen in Vorarlberg schaffen. Insgesamt sollen über die gemeinnützigen Wohnbauträger bis 2019 2.500 Sozialwohnungen entstehen.

Bauland mobilisieren

Doch auch das brachliegende Bauland kritisiert die VEV. Jeder dritte Baugrund sei unbebaut, hier könne man die Eigentümer durchaus zur Verantwortung ziehen. Hagen will aber erst dann über Strafabgaben und höheren Steuern diskutieren, wenn die Gemeinden offener für größere Bauprojekte und Baunutzungszahlen werden. Auch rentiere sich die Renovierung von Altbauten nicht – da die Miete für Altbauten aus seiner Sicht auf einem marktfremden Wert gedeckelt ist.

Ländleimmo – Wohnen in Vorarlberg

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