Wohnbau-Boom ging bei Eigenheimen und Mietwohnungen weiter

Wohnbau-Boom geht weiter
Wohnbau-Boom geht weiter ©APA (Archiv)
Der Neubau-Boom bei Wohnungen hat sich in Österreich voriges Jahr fortgesetzt. 2020 wurden bundesweit 78.500 Wohneinheiten baubewilligt. Bei Eigenheimen wurde mit knapp 20.000 Bewilligungen der höchste Wert seit den frühen 1980er-Jahren erreicht. Mit 20.000 Mietwohnungs- und 22.500 Eigentumswohnungs-Bewilligungen lag man deutlich über dem langjährigen Schnitt. Die Wohnbauförderung, die 2019 erstmals seit Jahrzehnten unter die 2-Mrd.-Marke gefallen war, lag bei 2,07 Mrd. Euro.

Dass im Corona-Jahr 2020 bei den Bewilligungen der Höhenflug weitergegangen ist, sehen der WKÖ-Fachverband Steine-Keramik und das Institut für Immobilien, Bauen und Wohnen (IIBW) als "bemerkenswert" an. Für 2021 sei von einem ähnlichen Niveau auszugehen, erklärten der Fachverband und das IIBW am Mittwoch. Diese Zahlen umfassen neu errichtete Gebäude wie auch Wohnungen, die im Zuge von Sanierungen oder in gemischt genutzten Gebäuden entstanden sind. Österreich weist international verglichen ein hohes Niveau von 7,0 Bewilligungen pro 1.000 Einwohner und Jahr auf (hier nur neue Wohnungen in neuen Wohngebäuden), in Deutschland sind es 4,4. In Österreich vorn lagen zuletzt Wien mit 9,1, Vorarlberg mit 8,6 und die Steiermark mit 8,4 Bewilligungen je 1.000 Einwohnern.

Trotz des leichten Anstiegs von 2019 auf 2020 um vier Prozent lagen die Ausgaben der Wohnbauförderung (WBF) voriges Jahr mit 2,07 Mrd. Euro um 12 Prozent unter dem 10-jährigen Durchschnitt und somit auf dem Niveau der frühen 1990er-Jahre. Trotz langfristig sinkender Budgets sei die WBF "das Herzstück des österreichischen wohnungspolitischen Modells", das aus gutem Grund als eines der besten Europas gelte, so der Fachverband. Die Bevölkerung verfüge über einen Wohnungsbestand, der zu den besten der Welt zähle.

Nicht nur die Wohnungsausstattung und -größe lägen über dem internationalen Schnitt - es sei auch sichergestellt, dass die Wohnungen leistbar bleiben. Auch das Kosten-Nutzen-Verhältnis spreche für das Modell: Bund, Länder und Gemeinden hätten wie schon in den Vorjahren nicht einmal ein halbes Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für alle Arten der Förderung des Wohnens ausgegeben.

Die WBF-Förderungszusicherungen waren 2020 weiter rückläufig, sie sanken auf 24.300 - davon 20.000 im großvolumigen Bereich und 4.300 bei Eigenheimen. Gegenüber 2019 ist das ein Rückgang um fünf Prozent, im 10-jährigen Schnitt sogar ein Minus von 13 Prozent. Dabei seien die Unterschiede regional nennenswert, so das IIBW: In den östlichen Bundesländern Wien, Burgenland und NÖ wurde die großvolumige Förderleistung 2020 ausgeweitet, während sie in anderen Ländern Einsparungen zum Opfer gefallen sei.

Der sogenannte Förderungsdurchsatz - das Verhältnis von Förderungszusicherungen zu Baubewilligungen - lag Anfang der 2000er-Jahre noch bei 80 bis 90 Prozent und ist mittlerweile bei Geschoßwohnungen auf 50 Prozent gesunken, bei Eigenheimen sogar auf 20 Prozent.

Auf tiefem Niveau stagnierte voriges Jahr die Sanierungsförderung mit rund 470 Mio. Euro. Gegenüber dem Höchstwert des Jahres 2010 sei das ein Minus von 43 Prozent. Positiv entwickelten sich hingegen die Förderungszusicherungen für Sanierungen bei Eigenheimen (19.100) und im Geschoßwohnbau (40.000). Auch der Sanierungsscheck des Bundes mit Förderausgaben von 83 Mio. Euro trug begünstigend bei. Die Sanierungsrate liege derzeit nur bei 1,5 Prozent, zur Erreichung der Klimaziele sei eine Verdoppelung nötig.

(APA)

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