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WKÖ-Frauen fordern flexiblere Arbeitszeiten - massive Kritik

Klares "Nein" von AK-Hämmerle zu einer "totalen Flexibilisierung".
Klares "Nein" von AK-Hämmerle zu einer "totalen Flexibilisierung". ©VN
Die Interessensvertretung "Frauen in der Wirtschaft" der Wirtschaftskammer drängt auf flexiblere Arbeitszeiten und entsprechende Änderungen der gesetzlichen oder kollektivvertraglichen Rahmenbedingungen. Das sorgt nun für massive Kritik - auch in Vorarlberg

“Wir sehen in der betrieblichen Praxis immer wieder, dass der Wunsch nach flexibleren Arbeitszeiten gerade bei Frauen stark vorhanden ist”, so die Bundesvorsitzende von Frau in der Wirtschaft, Adelheid Fürntrath-Moretti, am Montag laut Aussendung.

Um die Bedürfnisse von berufstätigen Frauen besser zu verstehen, hat die Interessensvertretung beim Meinungsforschungsinstitut market eine österreichweite Umfrage unter 1.800 Personen in Auftrag gegeben. 87 Prozent der Befragten sagen, verschieden lange Arbeitstage wären für sie sehr interessant, drei Viertel würden sich die Arbeitszeit gern auf weniger Tage pro Woche aufteilen, geht aus der Umfrage hervor. Von Zuhause aus arbeiten würden gerne zwei Drittel.

Forderungspaket geschnürt

Um flexiblere Arbeitsformen für Frauen zu ermöglichen hat die Interessensvertretung ein Forderungspaket geschnürt. Die Durchrechnung der Arbeitszeit sollte mittels Einzelvereinbarung festgelegt werden können, um zwischen unterschiedlichen Wochenarbeitszeiten wechseln zu können. Derzeit sei dies wegen des Arbeitszeitgesetzes nicht möglich. Um die Flexibilität zu erhöhen, sollte die tägliche Normalarbeitszeitgrenze auf zehn Stunden angehoben werden und für bestimmte Fälle und Arbeitsplätze mit geringer Belastung die Spielräume für eine Arbeitszeit von mehr als 10 Stunden erweitert werden. Vor allem bei Reisezeiten oder kurzfristig abzuschließenden Projekten seien oft längere Arbeitszeiten notwendig.

Um das Arbeiten zu Hause – etwa Home-Office oder Teleworking – zu erleichtern, sollten die Bestimmungen zu Ruhezeiten angepasst werden und es eine Ausnahme von Überstundenzuschlägen am Abend geben, fordert die Interessensvertretung.

ÖGB: “Weniger Geld für noch mehr Arbeit”

Die Arbeiterkammer und die Gewerkschaft zeigten sich zu den Forderungen der WKÖ-Frauen ablehnend: “Mit der Wirtschaftskammer-Befragung der Arbeitnehmerinnen soll nur mehr Flexibilität zugunsten der Unternehmen argumentiert werden”, kritisierte AK-Vizedirektorin Alice Kundtner in einer Aussendung. “Längere Durchrechnungszeiträume, weniger Zuschläge für Mehr- und Überstunden sowie die Aushebelung von Schutzvorschriften etwa bei Heimarbeit bringen nur eines: weniger Geld für noch mehr Arbeit”, so ÖGB-Vizepräsidentin und Frauenvorsitzende Sabine Oberhauser.

AK-Hämmerle: “Win-Situation nur für Betriebe”

Eine “ordentliche Portion Zynismus” ortet Ländle-AK-Präsident Hubert Hämmerle in den Forderungen nach einer totalen Flexibilisierung der Arbeitszeiten für Frauen. In einer Aussendung spricht er von “Entsetzen”. Mit dem Vorschlag würde ausgerechnet den Frauen, die vielfach in prekären Verhältnissen arbeiten und leben würden, weiter Geld entzogen.

“Wenn der angebliche Gewinn für die Arbeitnehmerinnen darin besteht, dass sie ihre Überstundenzuschläge verlieren, auf Abruf zur Arbeit bereit zu stehen haben und dann zu Hause bleiben können, wenn gerade weniger im Betrieb läuft, dann ist das kein Gewinn, sondern eine Zumutung”, so Hämmerle. Er fände es des Weiteren “erstaunlich”, für wie “dumm Frauen in der Frage der Arbeitsplatzflexibilisierung verkauft werden sollen.” Mit der Erhöhung der täglichen Normalarbeitszeit auf 10 Stunden wären Stunde 9 und 10 keine Überstunden mehr. Frauen würden dadurch noch mehr mit dem Einkommen zurückfallen.

SPÖ-Landesfrauen: “Unverantwortlich”

Die SPÖ-Vorarlberg-Landesfrauenvorsitzende Olga Pircher unterstützt die Forderung von “Frau in der Wirtschaft” nach Ausbau der Kinderbetreuung, sowie die Kritik an den vielen Schließtagen der Kindergärten. Allerdings gibt auch Pircher zu bedenken, dass die Forderung nach flexibleren Arbeitszeiten auch Gefahren berge:

“Wenn frau liest, dass flexible Arbeitszeiten ein Gebot der Stunde sein sollen, so müssen auch die Nachteile, die daraus entstehen könnten, gesehen werden. Gesetzliche und kollektivvertragliche Rahmenbedingungen sind ja nicht aus Jux und Tollerei entstanden, sondern zum Schutz der ArbeitnehmerInnen”. Die tägliche Normalarbeitszeit auf 10 Stunden anzuheben hält Pircher für unverantwortlich.

(APA/Red.)

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