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Wirtschafts- und Kulturfaktor Jüdisches Viertel

Hohenems - In Fachkreisen ist die Einzigartigkeit des jüdischen Viertels, das durch seinen Erhalt als Gesamtensemble punktet, längst bekannt. Nicht nur die reiche Historie auch die jüngsten Entwicklungen tragen dazu bei, dass das ehemalige jüdische Viertel zum Kultur- und Wirtschaftsfaktor wird.

Am Dienstagabend fand dazu eine Präsentation im Rahmen des Wige-Treff Hohenems statt.

Wige-Obmann Walter Weirather zeigte sich vom Investitionsvolumen ins Viertel beeindruckt: Allein die Projektentwicklungen der Lacha & Partner GmbH seit 1996 sind mit 10,1 Millionen Euro zu veranschlagen. Beginnend mit der mit dem „Henry-Ford-Award“ preisgekrönten Sanierung des einstigen jüdischen Bürgerhauses „Elkan-Haus“, das heute Arztpraxen, Büros und Wohnungen beherbergt, über die Sanierung der ehemaligen Synagoge (jetzt Musikschule und Saal) im Baurecht über die Revitalisierung der Häuser Harrachgasse 2 und 4 bis zur Residenz Elkangarten und Renovierung der ehemaligen jüdischen Schule sowie Errichtung einer Nahwärmeversorgung für das Emser Zentrum wurden Aktivitäten gesetzt.

Die Eröffnung der Seniorenresidenz „Elkangarten“ sowie des Projektes „Brunnerhaus“ direkt vis-a-vis wird allein im Jahr 2009 die Bewohnerzahl des Viertels um 30 % (ca. 100 Personen) erhöhen – so die Schätzung von DI Schadenbauer-Lacha.

Der kleine Gastro- und Wohnungskomplex eines privaten Investors soll 18 Zimmer (36 Betten), Bistro mit Gartenbetrieb und 17 Wohnungen beherbergen – und bildet im Viertel eine perfekte Ergänzung der bereits geschaffenen Infrastruktur. Die Investitionssumme für das Hotel beträgt 3 Mio Euro.

Zeitgerechte Wohnform „Residenz Elkan-Garten“

Die Residenz Elkangarten als niveauvolle Seniorenresidenz wird 16 Apartements zwischen 45 und 66qm Wohnfläche umfassen. Im Oktober 2008 werden hier 6 Vollzeitbeschäftigte in dieser zeitgerechten Wohnform in der den Sicherheits- und Komfortbedürfnissen der Senioren entsprechenden Residenz ihren Dienst verrichten. Rezeptionsdienst, 24-Stunden Bereitschaft, Reinigungsservice, Wellness- und Fitnessbereich, Heimkinoraum, Kaminzimmer sowie Notrufeinrichtungen in jeder Wohnung tragen der veränderten Gesellschaft und ihren Ansprüchen Rechnung. Investitionssumme: 3 Mio Euro.

Jüdische Schule: Baubeginn im April

Neben dem jüdischen Museum, der ehemaligen Synagoge und jetzigen Musikschule ist die ehemalige jüdische Schule eines der wichtigsten öffentlichen Gebäude im Viertel. Ab April sollen die Umbauarbeiten zu dem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude beginnen. Das Nutzungskonzept sieht im Erdgeschoss den Betrieb einer gehobenen Gastronomie sowie im Dachgeschoss einen Veranstaltungssaal vor. Die voraussichtliche Fertigstellung ist für Dezember 2008 geplant. Investitionssumme: 1,5 Mio Euro.

Parken im Park

Der ehemalige „Elkan-Garten“ wird als kombinierter Park und Parkplatz ausgebaut. Intensive Begrünung, minimale Asphaltflächen und 16 oberirdische sowie 31 unterirdische Parkplätze ermöglichen eine synergetische Nutzung. Sitzgelegenheiten um den Obstbaumbestand, bekieste Flächen, Bewirtschaftung und ein intelligentes Gesamtbeleuchtungskonzept machen Qualität für Besucher und Bewohner erlebbar. Investitionssumme: 700.000 Euro

Nahwärmeversorgung

Ein (überwiegend unterirdisch zu errichtendes) Biomassekraftwerk zur Wärme- und Stromproduktion für die Emser Innenstadt soll eine CO2-Einsparung von 300 Tonnen im Jahr erwirken. Die Wärmeproduktion mit Hackschnitzeln, Sägenebenprodukten, Raps- und Sonnenblumenöl wird rund 2.500.000 kWH/Jahr betragen. Die Genehmigungsverfahren sind überwiegend abgeschlossen, mit dem Baubeginn wird im Frühling 2009 gerechnet. Investitionssumme: 1,9 Mio Euro.

Architektenwettbewerb

Last but not least soll ein Architektenwettbewerb das „Eingangstor“ zum Stadtzentrum kreativ umplanen. Eine hochkarätige Jury wird im September jene Projekte bewerten, die direkt an der neuen Stadtspange ein gestalterisches Verbindungsglied vom Handel am Stadtrand zum historischen Stadtzentrum setzen. Es gilt 5.500 qm Grundfläche zu gestalten. Die geschätzte Investitionssumme in das Areal beträgt 12 bis 15 Mio Euro!

Die Wige-Mitglieder zeigten sich beeindruckt von den Projekten wie Investitionssummen und führten im Anschluss an die Präsentation eine rege Diskussion zur Zukunft der Hohenemser Altstadt, die vor allem durch die Umlegung der L 190 weiter an Lebensqualität gewinnen soll.

Quelle: Stadt Hohenems

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