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Wirte uneins beim Nichtrauchen

(VN) Bregenz - Der kommende Winter wird der erste Härtetest für Nichtraucherbereiche in Vorarlberger Lokalen.

So mancher Raucherbereich ist sehr klein und oftmals überfüllt, beispielsweise in der 7er Bar in Dornbirn. Dennoch sind die großen Konfl ikte zwischen Rauchern und Nichtrauchern seit Inkrafttreten der jüngsten Novelle des Tabakgesetzes ausgeblieben. Das mag am Terrassen- und Gastgartengeschäft liegen – im Sommer meist ohnehin die attraktiveren Plätze in Lokalen. So gibt es bislang auch kaum Klagen von Wirten, dass wegen der neuen Regelung die Gäste ausbleiben.

Dennoch befürchten von den VN befragte Café- und Restaurantbetreiber, dass sich dies in der kalten Jahreszeit noch deutlich ändern könnte. Daniel Scherl vom George@Joe in Bürs: „Der Raucherbereich ist schon jetzt meist zu 105 Prozent ausgelastet, während der Nichtraucherbereich sogar beim Frühstück vorwiegend leer ist.“

„Weniger Gäste in Bars“

Barbetreiber, die einen großen Teil der Lokalfl äche zum Nichtraucherbereich umgebaut haben, sehen auch eine ungleiche Gastverteilung. In Lokalen wo eine Trennung erfolgt, muss der Nichtraucherbereich größer sein als die Raucher-Zone. „Auch die meisten Nichtraucher setzen sich bewusst in den Raucherbereich, weil sie sehen, dass dort Stimmung ist und im Nichtraucherbereich – der Hälfte des Lokals – nichts los ist“, sagt Andreas Delkof vom Bregenzer „nullzwo“. Der Wirt meint, dass sein Lokal an manchen Tagen ohne Nichtraucherbereich „doppelt so viele Gäste haben könnte“.

Lieber in eine andere Bar

Die meisten Gäste suchen sich aber lieber eine andere Bar, bevor sie sich in den Nichtraucherbereich setzen. Vor allem bei Gruppen wird deutlich: Raucher respektieren die rauchfreien Bereiche in den Lokalen – und meiden sie. Nichtrauchern hingegen sei es, so die Beobachtungen der Wirte, meistens egal, sich in den Raucherbereich zu setzen, wenn sie mit Rauchern unterwegs sind. Vom Rankweiler „Hörnlingen“ gibt es keine Klagen wegen Umsatzeinbußen. Über den Sommer sei ein großer Teil des Geschäfts noch im Gastgarten gelaufen.

Letztes Jahr habe es im Winter aber auch kaum Veränderungen gegeben, obwohl drinnen nur an der Bar geraucht werden darf. Im Wirtshaus am See in Bregenz herrscht im ersten Stock schon seit fünf Jahren Rauchverbot. Geschäftsführer Martin Berthold ist wie viele Gäste auch selbst glücklich darüber, dass im Restaurant von über 100 Plätzen nur 15 für Raucher reserviert sind: „Unser Geschäft lebt auch viel von den Gerüchen im Restaurant. Den Gästen gefällt es, wenn sie gleich beim Eintreten riechen, dass es hier gutes Essen gibt.“ Bei geschlossenen Gesellschaften werde das Rauchen im Lokal auf Wunsch erlaubt. Nach solchen Abenden ist Martin Berthold glücklich, dass im Wirtshaus am See normalerweise nicht geraucht wird.

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