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Wir halten in guten und schlechten Zeiten zusammen

Remziye und Ibrahim Turan halten in jeder Lebenslage zusammen.
Remziye und Ibrahim Turan halten in jeder Lebenslage zusammen. ©Privat/Karin Lässer
Nur ein paar Jahre wollten Remziye Göksu und Ibrahim Turan in Vorarlberg arbeiten und dann in der türkischen Heimat etwas aufbauen. Inzwischen sind über 46 Jahre vergangen, die Familie hat sich vergrößert und alle fühlen sich in Vorarlberg zu Hause.
Goldene Hochzeit

Remziyes Lebensweg begann in Erfelek in der Provinz Sinop. Mit ihren vier Geschwistern wuchs sich behütet auf, besuchte die Volksschule und begann mit 13 Jahren in einer Vorhang-Fabrik zu arbeiten. In Cayirli in der Provinz Erzincan wurde Ibrahim geboren. Als er fünf Jahre alt war starb sein Vater. Er unterstützte seine Mutter so gut er konnte, verstand sich jedoch nicht sehr gut mit seinem Stiefvater und verließ mit 15 Jahren das Elternhaus. In Istanbul schlug er sich mit dem Verkauf von Uhren durch, kellnerte viele Jahre und bekam dann eine Stelle in einer Plastikfirma. 

Inzwischen lebte Remziye ebenfalls in Istanbul und arbeitete in derselben Plastikfirma wie Ibrahim. Ein Arbeitskollege erzählte Ibrahim von der jungen Frau, die gut zu ihm passen würde und machte auch Remziye auf Ibrahim aufmerksam. Sie lernten sich kennen, verstanden sich und ein Vermittler fuhr nach Erfelek um Remziyes Vater um ihre Hand für Ibrahim zu bitten. Remziyes Vater misstraute dem jungen Mann und ließ ihn in Istanbul beobachten, fand jedoch keinen Grund zur Beanstandung. Drei Monate später, am 15. Juli 1969, durften sie in Istanbul standesamtlich heiraten. Ramziye erzählt, dass sie keine Hochzeitskleid hatte, was sie immer noch traurig macht.

 

Glück nach Entführung

Ganz so einfach war es mit ihrem Glück dann doch nicht, denn Ramziyes Vater wollte seine 17-jährige Tochter nicht hergeben. Ibrahim war es leid, immer zu hören „warte noch“ und so entführte er seine Frau kurzerhand aus ihrem Elternhaus. Zurück in Istanbul fand das Paar eine Wohnung, hatte jedoch Angst davor, Ramziyes Vater könnte Probleme machen und entschloss sich, in Erzincan eine Existenz aufzubauen. „45 Tage haben wir es dort ausgehalten, dann sind wir zurück nach Istanbul. Unsere Tochter Nurten kam in Erzincan zur Welt, ein Jahr später in Istanbul unser Sohn Ufuk“, erzählt das Paar. Während der Jahre in Istanbul wartete das Paar drauf, dass sein Antrag in Österreich zu arbeiten, genehmigt wird. Ramziye erhielt die Genehmigung und am 12. Dezember 1972 reiste sie alleine im Bus nach Vorarlberg. Sie arbeitete bei Zumtobel Leuchten und wohnte in einer Firmen-Unterkunft. Ibrahim kam mit den Kindern drei Monate später nach, fand in Hohenems eine Wohnung und Arbeit ebenfalls bei Zumtobel Leuchten. Zwei Jahre später kam Tochter Reyhan zur Welt und die Familie zog in eine größere Firmenwohnung in Dornbirn-Schwefel. Dort wurde 1979 Tochter Seyhan und 1986 Sohn Serkan geboren. Inzwischen ist die Wohnung in der Wingatstraße der Lebensmittelpunkt des Paares.

 

Neue Heimat

In Vorarlberg fühlten sich Remziye und Ibrahim sehr wohl. Ihnen gefiel das soziale Leben, die Krankenversicherung und vor allem, dass die Kinder eine gute Schulbildung erhielten. Alle paar Jahre besuchten sie Verwandte in der Türkei, um das Heimweh abzustreifen, das jedoch immer weniger wurde, da das Ländle inzwischen zur zweiten Heimat geworden war.

 

Herausforderung

1999 erkrankte Ibrahim schwer und es dauerte einige Jahre, bis endlich eine Therapie anschlug. „Es war eine schwierige Zeit für die ganze Familie. Ich habe alle zu einem Abschiedsessen eingeladen, so schlecht ist es meinem Mann gegangen“, erinnert sich Remziye. Sie gab ihre Arbeitsstelle 2000 auf, um ganz für Ibrahim da zu sein, dem jede körperliche Anstrengung sehr zu schaffen macht. Er ist genießt die Spaziergänge mit Remziye und mit Begeisterung schauen sie gemeinsam türkische Serien im Fernsehen an. Unterstützt werden sie von Tochter Seyhan, die den Eltern zur Seite steht und hilft und da ist, wenn sie gebraucht wird. 

 

Familienmenschen

Die Familie des Jubelpaares hat sich inzwischen um fünf Enkel- und sechs Urenkelkinder vergrößert. Remziye und Ibrahim freuen sich auf ihren 50. Hochzeitsgag, es gibt Kuchen beim Empfang der Bürgermeisterin und dann wird im Kreise der Familie gefeiert. Sie wünschen sich vor allem, dass Ibrahims Gesundheit sich nicht verschlechtert und sie noch viele gemeinsame Jahre zusammen verbringen können. 

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