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„Will nicht, dass er zerstückelt wird!“

„Meine Englische Bulldogge Tequila ist mein bester Freund und treuer Weggefährte. Ich will nicht, dass er nach seinem Tod in der Tierkörperverwertung landet“, so Besitzerin Theresa Kessler (25) aus Bregenz. Nach seinem Tod wird der Rüde in einem Heimtierkrematorium verbrannt werden.
„Meine Englische Bulldogge Tequila ist mein bester Freund und treuer Weggefährte. Ich will nicht, dass er nach seinem Tod in der Tierkörperverwertung landet“, so Besitzerin Theresa Kessler (25) aus Bregenz. Nach seinem Tod wird der Rüde in einem Heimtierkrematorium verbrannt werden. ©handout
Bregenz - Zerkleinert, ausgekocht und für die Industrie weiterverwendet – das passiert mit unseren Haustieren nach dem Tod. Theresa Kessler (25) aus Bregenz wird für ihren Hund Tequila einen anderen Weg wählen.

Der Tod eines Haustiers kommt oft unerwartet. Zeit, um darüber nachzudenken, was mit dem geliebten Tier passiert, bleibt da selten. Es empfiehlt sich jedenfalls, sich schon vorher darüber Gedanken zu machen, denn verstorbene Hunde, Katzen & Co. müssen nicht zwangsläufig beim Tierarzt bleiben oder dort abgegeben werden.

Das Haustier als Edelstein

„Meine Englische Bulldogge Tequila ist eigentlich im besten Alter. Doch der Tierarzt hat schon sehr früh einen Wirbelschaden festgestellt. Deshalb habe ich mir schon vor längerer Zeit Gedanken darüber gemacht, was nach dem Tod mit ihm passieren wird“, so Besitzerin Theresa Kessler. Ihren besten Freund beim Tierarzt zu lassen, kam für die 25-Jährige nicht in Frage. Denn das würde bedeuten, dass Tequilas weiterer Weg zwischen Mai und September zur Tierkörperverwertung (kurz TKV) in die TBA Kraftisried GmbH ins Allgäu oder in den Wintermonaten nach Tulln in Niederösterreich zu Saria Bio-Industries führen. Was dort passiert, wissen die Wenigsten. Die TBA Kraftisried GmbH erklärt: „Gemäß der Vorschriften werden Tierkadaver bei uns zerkleinert und hygienisiert. Das geschieht mit Kochen bei 133 Grad für 20 Minuten. Die Masse wird mit Fett vermischt und dann getrocknet. Unter Vakuum wird das Wasser – ein Tierkörper besteht bis zu 80 Prozent aus Wasser – verdampft. Anschließend wird der Fleischbrei ausgepresst. Das daraus entstandene Fett wird zur Biodieselherstellung verwendet, das Mehl zur Zementverbrennung genutzt, wobei bei letzterem der Brennwert mit dem von Braunkohle vergleichbar ist. Tiermehl für Tiernahrung ist gesetzlich von der EU verboten.“ Endstation TKV muss aber nicht sein, wie Theresa erzählt: „Tequila wird nach seinem Tod in einem Heimtierkrematorium verbrannt werden. Ich will nämlich nicht, dass er zerstückelt wird. Momentan spare ich darauf, einen Edelstein aus ihm fertigen zu lassen, um ihn dann als Kette nah beim Herzen tragen zu können. Dazu habe ich mich im Internet erkundigt und bin auf ein Krematorium in München gestoßen, das diese Dienstleistung anbietet. Sollte das aber finanziell bis zu Tequilas Tod nicht möglich sein, möchte ich seine Asche in einer Urne mit nach Hause nehmen und auf seiner Lieblingswiese verstreuen. Mein Hund ist mein bester Freund und treuester Weggefährte, er begleitet mich überall hin. Deshalb soll er einen würdevollen Abschied erhalten.“

Zu Hause vergraben

In Vorarlberg gibt es momentan noch keine Heimtierkrematorien. Doch viele Tierärzte arbeiten mit verschiedenen über der Grenze zusammen. Ansonsten bleibt immer noch das Internet, um sich zu informieren. Die Art der Bestattung ist in diesen Krematorien vielseitig. Neben der exklusiven und teuren Edelsteinherstellung (bei Mevisto für einen Stein mit acht Millimetern Durchmesser 1760 Euro) kann man sein Tier auch in einer Urne mit nach Hause nehmen oder in einem (Sammel)Grab bestatten lassen. Wem die Verbrennung und Bestattung durch ein Heimtierkrematorium zu teuer ist, kann sein verstorbenes Haustier aber auch wieder mit nach Hause nehmen und dort vergraben, wie Landesveterinär Dr. Norbert Greber erklärt: „Tote Tiere dürfen grundsätzlich auf dem eigenen Privatgrund vergraben werden, solange dies nicht auf einem Wasserschutzgebiet liegt und nur im privaten Rahmen stattfindet.“

Der Weg zum Schlachter

Schwieriger wird es dann mit der Bestattung eines größeren „Haustieres“, wie einem Pferd. „Neben Tequila habe ich noch einen Noriker. Da Vergraben hierbei natürlich nicht in Frage kommt, bleiben nur zwei Möglichkeiten: Entweder nach dem Einschläfern durch den Tierarzt der Weg in die TKV oder, wenn es die Situation zulässt, der Weg zum Schlachter. Ich werde mich, wenn es soweit ist, für letzteres entscheiden, da mein Pferd so noch einen Sinn hat“, so die Bregenzerin. Für viele Besitzer nicht nachvollziehbar, doch durchaus eine sinnvolle Entscheidung. Dr. Norbert Greber erklärt: „Die Beseitigung von Tierkadavern in einer TKV verbraucht extrem viel Energie. Vor allem wenn dann auch noch gesundes Fleisch beseitigt werden muss, das man eigentlich in der Tiernahrungskette verwenden könnte. Denn die Herstellung von Tierfuttermitteln benötigt wiederum Energie. So wird Energie auf zweifache Weise verschwendet.“

Bestattung in Heimtierkrematorien

Wer nicht möchte, dass sein Haustier in der Tierkörperverwertung (TKV) landet, kann sich bei Tierärzten erkundigen. Die meis­ten arbeiten mit Heimtierkrematorien über der Grenze zusammen, wo man sein Tier entweder selbst vorbeibringen oder direkt beim Tierarzt abholen lassen kann. Dort werden die Tiere dann verbrannt. Je nach Wunsch kann das Tier dann in einem Sammelgrab bestattet werden oder man nimmt die Asche in einer Urne mit nach Hause. Zudem besteht die Möglichkeit, die Asche seines Tieres als Edelstein pressen zu lassen. So hat man ein individuelles Schmuckstück als Erinnerung.

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