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"Will diese Sache in Ordnung bringen"

Die Friedenstauben nützten bislang wenig.
Die Friedenstauben nützten bislang wenig. ©VN/Stiplovsek
Krankenpflegeverein Dornbirn: Gewerkschaft organisiert neuerlich Kundgebung.

Er hat sie heuer alle wieder zur Weihnachtsfeier eingeladen. Und 21 der 33 Mitarbeiterinnen sagten ihr Kommen bereits zu. Das gibt Rudi Sohm (72), Obmann des krisengeschüttelten Dornbirner Krankenpflegevereines, zumindest ein bisschen Hoffnung. Gleichwohl steht ihm die Verzweiflung über das neuerliche Aufflammen des Konfliktes mit Gewerkschaft und Arbeiterkammer ins Gesicht geschrieben. „Ich weiß bald nicht mehr, wie wir uns gegen die Anschuldigungen wehren sollen“, sagt Sohm. Zumal die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) wieder schweres Geschütz in Stellung bringt. Auf nächsten Donnerstag ist eine Solidaritätskundgebung „Für mehr Menschlichkeit im Krankenpflegeverein Dornbirn“ geplant. Daneben sind weitere Aktionen in Vorbereitung, die es, so GPA-Geschäftsführer Bernhard Heinzle (35) gegenüber den VN, „in diesem Ausmaß in Vorarlberg noch nie gab“. Rudi Sohm schüttelt verständnislos den Kopf. „Wir sind für unsere Patienten ein guter und verlässlicher Partner und die Arbeit funktioniert“, berichtet er von vielen positiven Signalen aus der Bevölkerung. Der Altbürgermeister denkt auch nicht an einen vorzeitigen Rückzug. „Ich will diese Sache in Ordnung bringen.“ Am Montag gibt es ein neuerliches Gespräch mit Bürgermeister Wolfgang Rümmele. Wie berichtet, liegen sich Krankenpflegeverein und Gewerkschaft wieder in den Haaren, nachdem Rudi Sohm per Zeitungsinserat verkündete, dass alle Vorgänge im Verein geprüft und für rechtens befunden worden seien. Die Gegenseite konterte und mokierte sich über die Nichtbeachtung eines vereinbarten Stillhalteabkommens und dass noch keine der Maßnahmen zur Verbesserung der Situation im Verein umgesetzt worden sei. „AK und Gewerkschaft waren nie an Sachlösungen interessiert“, hält Dr. Karl Schelling, Rechtsvertreter des Krankenpflegevereines, dagegen. Sohm wiederum vermutet hinter den Querelen, die mit der Gründung eines Betriebsrates, deren Vorsitzende die frühere Pflegedienstleiterin Sabine Wittmann ist, eine „persönliche Vergeltungsaktion“, die mit Hilfe von AK und Gewerkschaft betrieben werde. 

Fruchtlose Gespräche

Für weiteren Unmut sorgten Einzelgespräche, in deren Verlauf die Mitarbeiterinnen ein Papier unterschreiben konnten, indem sie bestätigten, psychisch und physisch nicht überlastet zu sein. Laut GPA-Geschäftsführer Heinzle wurde Druck ausgeübt, Sohm weist diese Aussage, die „zu erwarten war“, vehement zurück. Alle hätten spontan unterschrieben. Allerdings soll es eine gegenteilige, bei einem Notar hinterlegte Liste geben. „Diese Liste wurde uns aber nie gezeigt“, merkt Schelling an. Sie soll auch der Grund für die Solidaritätskundgebung sein, die, so Bernhard Heinzle, von allen Fraktionen getragen sei. Das angekündigte Gespräch zwischen Bürgermeister Wolfgang Rümmele, LR Greti Schmid und Betriebsräten erwies sich indes als wenig fruchtbringend. Gerade einmal fünf Personen aus dem Krankenpflegeverein nahmen sich Zeit dafür. Rudi Sohm selbst will noch nicht aufgeben. Sein Wunsch: „Hört auf und lasst uns arbeiten.“ Im anderen Fall sieht er den größten Krankenpflegeverein des Landes ernsthaft in Gefahr.

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