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Wilderer schlugen 358 Mal zu

Schwarzach - Die Wilderei stirbt nicht aus: 358 Mal haben Wildschützen im vergangenen Jahr in Österreich zugeschlagen. In Vorarlberg wurden zwei Dritteln der Wilderer gefasst.

Österreichweit gesehen wurde nur jeder Dritte wurde gefasst. Neben Trophäen und Hirschgulasch haben viele von ihnen nur ihren „Spaߓ am Schießen auf lebende Ziele im Sinn. Wildererhochburg ist Niederösterreich mit 105 angezeigten Fällen im Jahr 2006, gefolgt von Oberösterreich (62) und und Tirol (55).

Die Aufklärungsquote liegt bundesweit bei knapp 36 Prozent. In der Steiermark ist sie mit 19 Prozent am niedrigsten, in Vorarlberg wurden hingegen zwei Dritteln der Wilderer das Handwerk gelegt. Kaum eine Chance haben Wildschützen in Wien: Hier gab es zwar nur neun Anzeigen, acht davon wurden aber erfolgreich erledigt. Generell ist das Delikt rückläufig. Im Jahr 2005 wurden noch 388 Fälle angezeigt, 2006 waren es um 30 weniger, berichtete die Zeitschrift „St. Hubertus“ in ihrer aktuellen Ausgabe.

Der Wilderer des 21. Jahrhunderts ist immer häufiger nur aus „Jux und Tollerei“ aktiv, schilderte Wildbiologe Christopher Böck vom oberösterreichischen Landesjagdverband einen alarmierenden Trend im Gespräch mit der APA. Es komme leider vor, dass jemand sein Schießeisen einfach „nur ausprobieren“ wolle. Häufig werde aus dem Auto heraus geschossen, oft mit Schalldämpfer und kleinkalibrigen Waffen. Das Ergebnis: Die Tiere sind nicht gleich tot, sondern verenden langsam und qualvoll, die Kadaver werden meist in der Nähe von Straßen gefunden.

Das „klassische“ Wilderermotiv der „Auflehnung gegen die Obrigkeit“ gibt es heute kaum mehr. Hinter Trophäen und kostenlosem Wildbret ist aber noch so mancher her. Für die Jägerschaft entsteht dadurch nicht unerheblicher Schaden: „Wirklich ins Geld geht es bei einem Rothirsch“, erklärte Böck: Ein Tier mit einem Fünf-Kilo-Geweih repräsentiere einen Wert von fast 4.500 Euro. Hinzu komme, dass Jagdpächter abspringen würden, wenn in ihrem Revier die besten Stücke gewildert werden.

Auf den „Eingriff in fremdes Jagd- und Fischeirecht“ stehen laut Österreichischem Strafgesetzbuch bis zu sechs Monate Freiheitsstrafe, in schweren Fällen drohen sogar bis zu drei Jahre. Werden Giftköder ausgelegt, wird zudem die Polizei aktiv. In Oberösterreich sei dieses Problem in den vergangenen Jahren durch die enge Kooperation zwischen Jagdverband, WWF und Exekutive aber „in die Bedeutungslosigkeit gedrückt“ worden, erklärte Othmar Coser vom Ermittlungsbereich Umweltkriminalität des Landeskriminalamtes. 2006 nur ein einzelner Fall aufgetreten – Opfer war ein Mäusebussard, vom Täter fehlt jede Spur.

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