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Wifo: Österreichs BIP Mitte 2021 wieder auf Vorkrisenniveau

Wirtschaftsexperten prognostizieren einen kräftigen Aufschwung
Wirtschaftsexperten prognostizieren einen kräftigen Aufschwung ©APA/dpa
Nach dem Ende der Corona-Beschränkungen und der Entschärfung der Krise ist das Wifo zuversichtlicher und hat seine Mittelfrist-Prognose nach oben gesetzt. 2021 und 2022 werde es eine kräftige Erholung geben. "Das BIP-Vorkrisenniveau dürfte bereits zum Ende des 2. Quartals 2021 erreicht werden", erklärte das Wifo am Donnerstag. Bis 2024 werde die Lücke zum Wachstumspfad von vor der Krise geschlossen sein - 2021 bis 2025 werde Österreich im Jahresschnitt um 2,8 Prozent wachsen.

Besonders hoch soll das Wachstum 2022 mit 5 Prozent sein, nach heuer 4 Prozent BIP-Plus, wie schon vorige Woche in der Sommerprognose dargelegt. Grund für die ansehnlichen Zuwächse 2021 und 2022 sind die kräftige Erholung der Weltwirtschaft sowie die starke Rückkehr des Privatkonsums und der Dienstleistungsexporte. In den Jahren 2023 bis 2025 wird ein überdurchschnittliches Wachstum von 1,8 Prozent p.a. erwartet, nach jährlich +1,5 Prozent 2010-19.

Durch die starke Erholung geht das Institut bis 2024 von einer beinahe Schließung der rezessionsbedingten BIP-Lücke aus. Gegenüber dem Szenario von Jänner 2020, also noch ohne Covid-Rezession, wird der Abstand im realen BIP-Niveau nun auf knapp ein Prozent geschätzt - mit einem BIP auf Vorkrisenniveau schon Mitte 2021. Anders als zur Erholung nach der Finanz- und Wirtschaftskrise 2009 dürfte die rezessionsbedingte BIP-Lücke nach der Covid-19-Krise rascher geschlossen werden, so das Wifo.

Der Arbeitsmarkt profitiert von der stärkeren Erholung: Die Arbeitslosenquote dürfte 2023 im Schnitt auf Vorkrisenhöhe sinken - und zu Ende des Prognosezeitraums 2025 dürfte es nur noch 296.000 Arbeitslose geben, nach heuer vermutlich 352.000.

Der heurige Anstieg der Inflationsrate auf 2,2 Prozent ist vor allem der Energie und den im Frühjahr 2020 sehr niedrigen Ölpreisen geschuldet. Zusätzlich treiben höhere Transportkosten, Rohstoff- und Vorproduktpreise sowie Lieferengpässe die Preise industrieller Güter an, wie etwa bei Möbeln oder Bekleidung. Bei den Dienstleistungspreisen dürfte es 2021 in den von der Pandemie bzw. den Maßnahmen zu deren Bekämpfung am stärksten betroffenen Branchen auch zu höheren Preisen kommen - all das sei aber nur vorübergehend so. Zum Ende der Prognoseperiode werde die Teuerung bei 1,7 Prozent liegen.

Mit Abklingen der Krise werde sich der Schuldenaufbau der öffentlichen Hand ab 2022 deutlich verlangsamen. Bei gleichen politischen Annahmen ergebe sich für 2021 noch ein staatliches Budgetdefizit von 6,6 Prozent des BIP, das bis 2022 auf 2,3 Prozent sinken dürfte. Für 2025 wird ein Haushaltsdefizit von einem Prozent erwartet. Der öffentliche Schuldenstand dürfte von seinem Höchststand von 84,4 Prozent des BIP 2021 bis zum Ende des Prognosezeitraums 2025 auf rund 76 Prozent sinken. Der Rückgang der Schuldenquote sei primär auf den deutlichen Anstieg des BIP (+5 Prozent p. a.) zurückzuführen.

(APA)

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