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Wien verschiebt coronabedingt planbare Operationen

Aufgrund der jüngsten Entwicklung in der Corona-Krise ist in den städtischen Spitälern in Wien damit begonnen worden, nicht dringende, planbare Operationen an Ordens- oder Privatspitäler auszulagern. Wo dies nicht möglich ist, werden Termine verschoben - "noch nicht in großem Stil, aber die stärkere Dynamik im Infektionsgeschehen zwingt uns jetzt dazu, Maßnahmen zu ergreifen", erläuterte Markus Pederiva vom Wiener Gesundheitsverbund (WIGEV) am Freitag.

Auch die Zutrittsregelung zu den Spitälern wird verschärft, um sicherzugehen, dass das Coronavirus nicht in die Einrichtungen eingeschleppt wird. Die ambulanten Patienten müssen beim Betreten der Krankenhäuser ab sofort ein negatives Testergebnis auf SARS-CoV-2 vorlegen, wobei PCR-Tests maximal 72 und Antigentests höchstens 48 Stunden alt sein dürfen. Das betrifft auch Besuche. Patienten dürfen weiterhin entsprechend einer Verordnung des Gesundheitsministeriums einen negativ getesteten Besucher pro Tag empfangen. In Pflegeheimen ist dies schon länger vorgesehen.

Im Bereich des WIGEV werden wöchentlich 2.500 Operationen durchgeführt. Da befürchtet wird, dass die Anzahl der Covid-19-Patienten weiter steigen wird, "müssen wir in den OP-Betrieb eingreifen. Wir sehen mit großer Besorgnis die Entwicklung der Infektionszahlen", meinte Pederiva gegenüber der APA.

In der Bundeshauptstadt wurden am Freitag 638 Neuinfektionen binnen 24 Stunden eingemeldet, weitere 239 Nachmeldungen aus den vergangenen Tagen sorgten dafür, dass insgesamt 877 neue Fälle verzeichnet wurden. 49 Prozent der Personen, die zurzeit in Wien positiv getesteten werden, sind zum Zeitpunkt des Tests ohne Symptome. Die Infektionsquelle lässt sich aktuell in 69 Prozent der Fälle klären. Rund 4,05 Millionen Testungen sind in Wien mittlerweile vorgenommen worden.

Was die Infizierten betrifft, die mit einer Covid-19-Erkrankung in Wien in Spitalsbehandlung kommen, lässt sich feststellen, dass die Krankheitsverläufe sich tendenziell verschlimmern. Patienten auf Normalstationen werden im Schnitt schneller intensivmedizinisch betreuungsbedürftig. Ausschlaggebend dafür dürfte die inzwischen starke Verbreitung der Virus-Varianten sein, vermutet man beim WIGEV, der sich dabei auf Beobachtungen in den Spitälern, aber noch auf keine wissenschaftlichen Daten stützen kann. Die Intensivpatienten werden außerdem zusehends jünger.

Es gelte sicherzustellen, dass ausreichende Bettenkapazitäten vorhanden sind, sollte die Zahl der Covid-Patienten weiter steigen, meinte WIGES-Sprecher Pederiva. Noch befinde man sich in Stufe fünf des siebenstufigen Covid-Versorgungsplans, auf den Covid-Stationen in den Spitälern seien die benötigten Kapazitäten noch vorhanden. Das AKH und die Klinik Floridsdorf sind jedoch bereits "in höherem Umfang belegt", sagte Pederiva.

Da sich rund vier Fünftel der Pflegekräfte und ärztlichen Mitarbeiter gegen das Virus impfen haben lassen, tragen diese inzwischen nicht mehr zum Infektionsgeschehen bei. Cluster sind in diesem Bereich laut WIGES zuletzt nicht mehr aufgetreten.

(APA)

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