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Wien liegt beim "Cappuccino-Preis-Index" im Mittelfeld

In Berlin ist der Cappuccino im Vergleich zu Wien günstig
In Berlin ist der Cappuccino im Vergleich zu Wien günstig ©APA/dpa
Kaffee ist krisenfest: Die Corona-Pandemie hat den stetigen Anstieg des Konsums nicht eingebremst, im Home-Office wurde sogar noch mehr davon getrunken. In Österreich starten 84 Prozent der Menschen mit Kaffee in den Tag, 66,7 Prozent genießen ihn auch nachmittags, die Favoriten heißen Verlängerter, Cappuccino und Espresso. Wie viel man dafür zahlt, spiegelt die Lebenshaltungskosten wider - Wien rangiert im internationalen "Cappuccino-Preis-Index" im gehobenen Mittelfeld.

Wer sich in Kopenhagen eine Tasse Cappuccino in einem Lokal gönnt, muss vergleichsweise am tiefsten in die Brieftasche greifen, geht aus dem Kaffeereport 2021 des Kaffeemaschinenherstellers De'Longhi hervor, der am Mittwoch vorgestellt wurde. Umgerechnet fast 6,30 Dollar koste in der dänischen Hauptstadt eine Tasse im Schnitt (rund 5,30 Euro), sagte Marisa Mercedes-Moser, Marketing Director des Unternehmens. In Wien werden laut diesen Angaben für einen Verlängerten oder Cappuccino durchschnittlich 4,1 US-Dollar (also um die 3,40 Euro) verlangt. Teurer ist das Vergnügen etwa in Paris (5,5 Dollar/4,60 Euro), Zürich (5,2 Dollar/4,35 Euro) und New York (fünf Dollar/4,20 Euro). In Berlin hingegen werden für den Cappuccino durchschnittlich 3,3 Dollar (2,80 Euro) fällig und in Mailand gar nur 1,7 Dollar (rund 1,40 Euro).

Für das Erntejahr 2020/21 prognostiziert das US-Landwirtschaftsministerium USDA einen weltweiten Rekordkonsum von 175,5 Millionen Säcken Kaffee a 60 Kilogramm. Die EU ist der größte Absatzmarkt, vor USA und Brasilien. Der weltweite Umsatz betrug im Jahr 2020 rund 321 Milliarden Euro, heuer werden es laut den Angaben sogar 387 Milliarden Euro, und bis zum Jahr 2025 soll das Marktvolumen Prognosen zufolge auf über 532 Milliarden steigen - ein jährliches Umsatzwachstum von mehr als acht Prozent.

Der heimische Kaffeeumsatz betrage heuer etwa 3,743 Milliarden Euro, nach 3,132 Milliarden im ersten Jahr der Coronakrise, ein sattes Plus von 19,5 Prozent. Bis 2025 wird mit einem Marktvolumen von 4,851 Milliarden Euro gerechnet, das entspricht einem jährlichen Umsatzwachstum von 6,69 Prozent. Umgerechnet auf die Bevölkerungszahl werden in Österreich, wo im Schnitt pro Kopf und Jahr mehr als 162 Liter getrunken werden, etwa 414 Euro pro Kopf umgesetzt. Die meisten Menschen bringen es am Tag auf zwei bis drei Tassen oder Häferl.

2020 hatten noch 8,2 Prozent der Menschen in Österreich am häufigsten ihren Kaffee in der - damals noch nicht fast durchgehend wegen Corona geschlossen gewesenen - Gastronomie konsumiert, heuer sank dieser Wert durch die langen Lockdowns gar auf zwei Prozent. Am Arbeitsplatz reduzierte sich der Kaffeekonsum von 26,5 Prozent auf 21,9 Prozent. Dementsprechend mehr Kaffee wurde mit 68 Prozent zu Hause getrunken, im Vorjahr waren das noch 63 Prozent. Im Zusammenhang mit dem Wechsel ins Home-Office "gaben 55 Prozent der 18- bis 29-Jährigen an, mehr Kaffee konsumiert zu haben, bei den 30- bis 39-Jährigen waren es 47 Prozent, bei den 40- bis 49-Jährigen bis zu 33 Prozent und bei den 50- bis 75-Jährigen bis zu 30 Prozent", berichtete Michael Frank, Geschäftsführer der De'Longhi -Kenwood GmbH, der einen Zusammenhang mit den vielen Bildschirmkonferenzen vermutete.

Meist wird der Geruch von Kaffee aber mit Entspannung (42,7 Prozent) verbunden, nur 9,1 Prozent denken dabei an Arbeit, haben die Marketagent-Meinungsforscher für den Kaffeereport herausgefunden. 72 Prozent trinken hierzulande ihren Kaffee mit Milch, rund ein Viertel bevorzuge aber Pflanzendrinks aus Hafer, Mandeln, Kokos, Soja oder Reis. Auf Zucker verzichten schon 64 Prozent.

Kaffeetrinken involviere mehrere Sinne, man habe dabei gustatorische, olfaktorische, trigeminale, visuelle, akustische und haptische Eindrücke, sagte "Geschmacksexperte" Klaus Dürrschmid. "Die sensorischen Wahrnehmungen umfassen grobe Aroma-Kategorien wie fruchtig, blumig, nussig, grün/pflanzlich, rauchig, würzig, erdig, süß-karamellartig, geröstet, aber auch bitter, sauer und salzig", erläuterte der Leiter des Labors für Sensorik und Konsumentenwissenschaften des Instituts für Lebensmittelwissenschaften der Universität für Bodenkultur Wien.

(APA)

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