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Wiedererwachen des Wiener Kongresstourismus trotz Corona

Das Austria Center Wien wurde zur Corona-Testation
Das Austria Center Wien wurde zur Corona-Testation ©APA (Hans Punz)
Kaum eine Branche ist von der Coronakrise so stark betroffen wie das Kongressgeschäft in Wien. Nun zeichnet sich ein Lichtstreif am Horizont ab. Das Vienna Convention Bureau des Wien-Tourismus hat am Montag die Akquisition erster Kongresse verkündet. Unter anderem wurde ein Biotechnologie-Meeting im Herbst 2021 und eine Incentivereise mit Gästen aus China im Frühjahr 2022 vereinbart. Gespräche mit weiteren Interessenten sind im Gange.

Laut Wien-Tourismus laufen über 110 Bewerbungen für nationale und internationale Kongresse und Corporate Events mit bis zu 20.000 Teilnehmern. Sie sollen ab der zweiten Jahreshälfte stattfinden - wobei auch bereits zum Teil bis 2030 geplant wird. Besonders erfreulich seien unlängst erfolgte Zusagen über mehrere Business-Großveranstaltungen, hieß es.

Im Oktober 2021 wird ein namhafter Biotechnologie-Kongress stattfinden: das European Forum for Industrial Biotechnology & the Bioeconomy (EFIB). Angesetzt ist es als "hybride" Veranstaltung im Wiener Austria Center. Das bedeutet, dass auch Videokonferenzen noch ein maßgeblicher Teil des Events sind. Erwartet werden rund 400 Teilnehmer.

Hoffnung auf eine "starke Rückkehr" der für Wien wichtigen Fernmärkte verspricht laut Wien-Tourismus eine Incentivereise mit 3.000 Teilnehmern aus China im Frühjahr 2022. Der Kosmetikkonzern Nu Skin Enterprises lädt seine 3.000 besten Verkäuferinnen und Verkäufer auf eine viertägige Wien-Reise ein. In einem intensiven Akquiseprozess habe sich Wien gegen die Konkurrenzstädte London, Barcelona, Amsterdam, Prag und Dubai durchgesetzt, hieß es.

Von 28. bis 31. Juli 2022 werden dann am "World Social Entrepreneurs Marketplace" rund 1.900 internationale Gäste erwartet. Die Veranstaltung für soziales Unternehmertum tagt ebenfalls im Austria Center.

Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke (SPÖ) zeigte sich erfreut: "Globaler Austausch wird auch in Zukunft ein wichtiger Motor für Fortschritt und wirtschaftliche Entwicklung sein. Wien schafft es seit vielen Jahren, sich erfolgreich als attraktiver Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort und CEE-Hub für internationale Unternehmen zu positionieren. Die Weiterentwicklung von Wien als Destination für Kongresse und Firmenveranstaltungen nimmt daher auch in unserer Wirtschaftsstrategie 'Wien 2030 - Wirtschaft & Innovation' eine zentrale Rolle ein."

Tourismusdirektor Norbert Kettner verhehlte nicht, dass die Pandemie einen "drastische Rückschlag" für Wien als Tagungsmetropole bedeute. Die neuen Zusagen zu Kongressen seien darum ein wichtiges, weil international wahrnehmbares Zeichen für ein Wiederaufnehmen des erfolgreichen Weges: "Es zeigt, dass Wien nichts an seiner Attraktivität eingebüßt hat und bereits erste konkrete Schritte setzt, die gewachsene Sehnsucht nach Live-Erlebnissen in Chancen umzuwandeln. Als eine der bisher gefragtesten Kongressdestinationen der Welt hat die Stadt beste Karten, auch nach der Krise aus der Pole-Position zu starten."

Vor Corona gingen in Wien im Durchschnitt jährlich rund 5.000 Tagungen über die Bühne. Die Wertschöpfung dafür wird von Wiens Touristikern mit rund 1 Mrd. Euro beziffert. Im langjährigen Durchschnitt war bisher jede achte Nächtigung in Wien auf ein Meeting - also einen Kongress, eine Firmentagung oder ein Incentive - zurückzuführen.

(APA)

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