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Wieder Diskussionen über lange Wartezeiten für Augenoperationen

Teils lange Wartezeiten für "Grauer-Star"-Operationen
Teils lange Wartezeiten für "Grauer-Star"-Operationen ©Bilderbox
Bregenz - In regelmäßigen Abständen kommt es in Österreich zu Diskussionen über Wartezeiten auf chirurgische Routineeingriffe. Vor wenigen Tagen tauchte sie - für die augenärztlichen Kataraktoperationen ("Grauer Star") - über einen Artikel im "Standard" aus Vorarlberg wieder auf.
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Am Rande einer Pressekonferenz in Wien erklärte dazu am Donnerstag der NÖ-Patientenanwalt Gerald Bachinger gegenüber der APA, es handle sich vor allem um ein Verteilungsproblem.

“Die Sache ist kein Kapazitäts-, sondern ein Verteilungsproblem zwischen stationärem Bereich (Spitäler, Anm.) und niedergelassenem Bereich. Es ist auch ein Verteilungsproblem zwischen den Bundesländern. Mit dem jetzt in Österreich etablierten System der transparenten Wartelisten für Eingriffe im Augenbeireich, neurochirurgische und orthopädische Eingriffe (z.B. Hüft- und Kniegelenksersatz, Anm.), sehen wir aber auch erstmals, wie groß die Wartelisten sind”, sagte Bachinger.

Gezerre um medizinische Leistungen

Aus Vorarlberg war von einem Jahr Wartezeit für die Kataraktoperationen berichtet worden. Das dürfte aber von Spital zu Spital sehr unterschiedlich sein. Der NÖ-Patientenanwalt zu seinem eigenen Zuständigkeitsbereich: “In Wiener Neustadt beträgt die Wartezeit zum Beispiel bis zu einem Jahr. In Waidhofen an der Ybbs sind es weniger als vier Wochen.”

Dahinter liegt das jahrzehntelange Gezerre zwischen Spitalserhaltern, Krankenkassen (niedergelassene Medizin) und Ärztekammern, wo welche medizinischen Leistungen erbracht werden sollen. Das hatte bisher zur Folge, dass diese von den Zahlern oft am liebsten zu nächsten weitergereicht wurden, zum Beispiel von den Spitalserhaltern zu den Krankenkassen und umgekehrt.

Projekt in Vorarlberg schlug fehl

In Vorarlberg wollte man in jüngerer Vergangenheit die Augenheilkunde mit ihren Eingriffen überhaupt neu ordnen. Doch das Projekt schlug fehl. Die Ausgangslage war klar: Am Wiener Hanusch Krankenhaus werden beispielsweise, so auch der Vorarlberger Gebietskrankenkassenobmann Manfred Brunner, 97 Prozent der Kataraktoperationen ambulant durchgeführt. In Vorarlberg war man da weit davon entfernt. Der Plan: ein Zentrum für komplexe ophthalmologische Eingriffe – und dann sollte für Vorarlberg ein weiteres OP-Zentrum entstehen, das von einigen niedergelassenen Augen-Fachärzten betrieben werden sollte. Dazu sollt es noch vier konservative Augenzentren (ohne Operationen) geben.

Hohe Investitionen notwendig

Doch die Verhandlungen schlugen fehl. In der modernen Augenheilkunde sind hohe finanzielle Investitionen für technische Ausrüstung notwendig. So kosteten ein Gerät für die Augenhintergrunduntersuchung (optische Kohärenz-Tomografie) um die 70.000 Euro. Ein Zentrum wird mit einem Investitionsvolumen von zwei Millionen Euro veranschlagt. In Vorarlberg aber sind die Honorare für die Ärzte “gedeckelt”, eine Ausweitung des Leistungsangebotes mit mehr Patienten bringt nicht entsprechend mehr an Einnahmen. Brunner erklärte dazu, man sollte nicht aufgeben: “Wir brauchen für die niedergelassene Praxis und die Ambulanzen in den Spitälern abgestimmte Leistungen und Honorierungen, wo das möglich ist. Dann wird es egal, wo diese Leistungen erbracht werden. (…) Bei den Deckelungen sind wir gesprächsbereit.” Die anstehende Gesundheitsreform soll gerade dieses Problem angehen.

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