Wie äußert sich eine Winterdepression?

Schwarzach - Die Wintermonate gestalten sich oft grau und es fehlt an ausreichend Sonnenlicht. Manche Menschen neigen in dieser Zeit zu Depressionen. Primar Dr. Albert Lingg, Leiter der Psychiatrie II im LKH Rankweil, gibt im VOL Live-Interview Aufschluss über die saisonale bzw. Winterdepression. Interview

Was ist eine Winterdepression?

Die Winterdepression ist eine saisonal abhängige Depression, die in der dunklen Jahreszeit auftritt. Sie beginnt in den Herbstmonaten und endet im Frühjahr.

Betroffene klagen über Energie- und Antriebslosigkeit, sie fühlen sich schlecht und ständig müde. Zudem verspüren sie vermehrt Appetit auf Süßigkeiten.

„Ist man depressiv, so kann man sich nicht mehr freuen, das ist eines der wichtigsten Symptome; man fühlt sich schwer, hat wenig Appetit und vorwiegend pessimistische Gedanken”, erklärt Primar Dr. Albert Lingg im VOL Live-Interview.

Auslöser der Winterdepression

Der Mangel an natürlichem Tageslicht, die verminderte Lichtintensität im Winter gemeinsam mit den kürzeren Tagen und den abfallenden Temperaturen gelten als Auslöser. Fehlt es an Tageslicht, so wird Melatonin, ein Hormon in der Zirbeldrüse, ungebremst ausgeschüttet und bewirkt ungeheure Müdigkeit bei den Menschen.

Primar Dr. Albert Lingg, Leiter der Psychiatrie II im LKH Rankweil

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In nördlichen Ländern kommt diese Störung noch viel häufiger vor: „In Finnland beispielsweise werden in Kaffeehäusern Lichttherapielampen aufgestellt. Die Besucher lassen sich dort bestrahlen, um ihr Befinden zu verbessern”, berichtet Primar Dr. Lingg.

Was kann ich dagegen tun – wie vorbeugen?

Um eine leichte Winterdepression in den Griff zu bekommen bzw. erst gar nicht aufkommen zu lassen, empfiehlt Primar Lingg ein gesundes Leben zu führen. Man sollte Stress so gut es geht vermeiden, keine Sucht- oder Genussmittel im Übermaß gebrauchen, sich viel im Freien bewegen, um ausreichend Licht zu erhalten. Ist es nebelig, kann man versuchen dem Nebel in höheren Lagen auszuweichen, gelingt dies nicht, so soll man nicht verzagen, denn auch durch die Wolken kommt Licht zu uns.

Ist das alles nicht ausreichend, so rät der Chefarzt der Psychiatrie zur Lichttherapie. Der Patient sitzt dabei zweimal täglich vor einem Lichtgerät mit etwa 2.500 Lux.

Kann man betroffenen Mitmenschen helfen?

Menschen, die an einer Winterdepression leiden, kann geholfen werden, indem man ihnen Verständnis entgegenbringt, ihnen Gesellschaft leistet, gemeinsam etwas unternimmt und sie lobt, für das, was ihnen gelingt.

Stößt man dabei an seine Grenzen, so sollte man den Betroffenen darüber informieren und diesem professionelle Hilfe empfehlen, meint Primar Dr. Lingg.

 

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