Wie Markus, Mario und Wolfgang und ihre Teams für einen reibungslosen Saisonstart sorgen
Es ist 8.30 Uhr und ein Rest Nebel hängt über St. Gallenkirch. Ich treffe Markus Stemer in der Talstation der Valisera Bahn. Er zeigt mir heute, wie die Vorbereitungen für einen reibungslosen Saisonstart von Seiten der Gastronomie ablaufen. Doch als Erstes geht es dafür mit der Valiserabahn nach oben in Richtung Talstation. "Wir treffen uns immer alle gemeinsam und fahren gleichzeitig hoch. Dadurch, dass noch kein Betrieb ist, muss die Gondel so nicht jeden Einzelnen nach oben befördern", erklärt der Gastronomie-Chef. Gemeinsam mit einem Teil des Teams fahren wir also nach oben. Mit uns in der Gondel: allerhand Lebensmittel und Materialien, wie Gläser.
Material nach oben transportieren: Eine Orga-Frage
"Gerade in der Saison oder kurz vor dem Start transportieren wir alles mit der Gondel nach oben. Die Bergstation der Valiserabahn ist glücklicherweise mit Tunnel mit den beiden Hütten oben, dem Valisera Hüsli und der Bella Nova, verbunden", so Stemer. Oben angekommen, sehe ich, was er meint. Viele Gänge, viele Türen und Unmengen an eingelagerten Getränken und haltbaren Lebensmitteln. Besonders eindrucksvoll: eine ganze Reihe voll von Bierfässern. "Die halten, je nachdem, wie die Saison wird, bis Ende Februar oder Anfang März", erklärt er mir. Er zeigt mir alle Türen, alle Vorräte, die Spülküche und die laufenden Vorbereitungen. Schnell wird mir klar: Auch die Vorbereitungen in der Gastro sind vielfältig. Ein neues Kassensystem muss ebenso geprüft und eingerichtet werden, wie die ersten Gerichte vorbereitet, der Boden gesaugt und die Lampen entstaubt werden müssen.
Natürlich darf auch das Gespräch über die Preise im Skigebiet nicht ausbleiben. Markus Stemer versteht den Frust der Skifahrer, gibt aber zu bedenken, wie sich die Preise in der Gastronomie zusammensetzen. "Wir geben den Preis eigentlich nur an den Gast weiter. Ich verstehe, dass das für einige schmerzlich ist, aber wir haben mit ständig steigenden Rohstoffpreisen und um 25 % explodierten Personalkosten zu kämpfen." Dass die Einkehr auf der Hütte somit für einige zum Luxus wird, weiß der Gastro-Experte und bedauert es.
Preise in der Gastronomie
In der Nacht zuvor hat es beinahe einen halben Meter Neuschnee gegeben. Als wir auf die Terrasse gehen, ist es aufgerissen und die Sonne strahlt vom Himmel: "So soll es sein. Ein perfekter Skitag", so Stemer lachend. Wir blicken hinüber zur Bella Nova. Die Außenbar ist eine der etwas angestaubteren Bars im Skigebiet. "Wenn ich da rüberschaue, habe ich direkt eine Vision im Kopf. Eine bebende, aber vor allem schlechtwettertaugliche Bar." Ein Projekt, das in den nächsten Jahren anstehen wird, ebenso wie der Ausbau der Grasjochhütte. Allerdings dauert das noch etwas. "Unsere Kassen sind knapp. Über viele Jahre hinweg wurde wenig bis kein Geld in die Gastronomie gesteckt, sondern mit dem Status quo gearbeitet. In den vergangenen Jahren sind wir dieses Problem massiv angegangen, zuletzt mit dem Umbau des Kapell-Restaurants." Das alles kostet Geld. Viel Geld. Geld, das die Gastronomie nicht mehr allein reinwirtschaften könne. "Die goldenen Jahre der Gastronomie sind vorbei. So ehrlich muss man sein", bedauert Markus Stemer.
Ein Traumstart für das Pistenteam
Als wir auf der Terrasse stehen, kommt ein Pistenbully vorgefahren. "Der neue 800er. Der ganz Große", lacht Stemer. In ihm sitzt Mario Tschofen. Mit ihm bin ich verabredet, um einen Blick auf die Pisten des Skigebiets zu werfen, denn er ist, wie er selbst sagt, "für alles verantwortlich, was mit Schnee zu tun hat." Ich klettere in den Pistenbully und bin beeindruckt von der Größe. Noch nie zuvor bin ich mitgefahren. "Das ist unser größter Bully. Der kommt aber nur im Bereich Schwarzköpfle zum Einsatz. Auf den Talabfahrten beispielsweise wäre er zu groß", so der Montafoner. Auf unserer Tour durchs Skigebiet prüfen wir, ob alle Schneekanonen wie geplant in Betrieb sind. Wie viele gleichzeitig laufen können, ist temperaturabhängig. "Wenn es kälter ist, brauchen sie mehr Wasser. Dann können wir weniger beschneien", erklärt er. Seit einigen Wochen beschneit die Silvretta Montafon bereits. "Am Anfang schneien wir Depot. Das sind große, nasse Haufen. Sie bieten eine gute Grundlage und lange Haltbarkeit. Im laufenden Saisonbetrieb schneien wir dann immer trockener." Heuer freut sich der Pisten-Profi aber vor allem über den vielen Naturschnee. Einen solchen Saisonstart gebe es nicht oft. "Die Skifahrer haben ein riesiges Pistenangebot. Das ist dieses Jahr wirklich spitze."
Jeden Tag sind 25 Pistenbullys im Skigebiet unterwegs. Präpariert wird in der Nacht. Es sei denn, es schneit. Dann wird die erste Runde am Abend und die zweite Runde um 4 Uhr morgens gefahren. Das muss zwar sein, ist aber in vielerlei Hinsicht ungünstig. "Dieser geteilte Dienst ist ermüdend. Außerdem benötigt eine gute Piste in etwa 8 Stunden, um richtig durchzuziehen. Wenn wir aber um 4 Uhr morgens erst fahren können und es womöglich nochmal draufschneit, bleibt die Piste butterweich, weil die Walze alles umgegraben hat. Das führt dann zu vermehrter Buckelbildung am späten Vormittag." Insgesamt ist er stolz auf sein Team und ist von der hohen Pistenqualität überzeugt. "Wir bekommen glücklicherweise viel Lob für unsere Arbeit."
Revision im Sommer
Die Revision der Pistengeräte findet im Sommer statt. Im laufenden Betrieb sind es lediglich kleine Reparaturen, die an den Riesen vorgenommen werden. Wie groß so eine Pistenraupe ist, durfte ich kurze Zeit später selbst ausprobieren. "Sag du mir doch mal, wie kompliziert das Fahren ist", lacht er und animiert mich, das Pistengerät selbst zu fahren. Aufgeregt, aber voller Freude willige ich ein und darf ein ganzes Stück durchs Skigebiet fahren und spüren, was es heißt, eine solche Maschine zu bedienen. "Ich bin froh, dass ich das Schild nicht mit bedienen muss", lache ich und werde von Mario Tschofen ergänzt: "und die Walze und die Winde…"
Auch bei der Seilbahn gibt es viel zu tun
Nach diesem Abenteuer werfe ich einen Blick hinter die Seilbahnkulissen. Dort stehen diverse Revisionsarbeiten an, unter anderem die Kontrolle des Seilscheibenlagers. Dabei geht es um die Schmierwerte, die kontinuierlich im Blick behalten werden müssen. Dafür steigen wir ins Dach der Valisera Bahn. Hier oben sieht man außerdem die Klemmen der Gondel durchfahren. Eine spannende Perspektive. In der Station fahren die Gondeln über Reifen. 964 Stück gibt es davon an der gesamten Valisera Bahn. Und auch die müssen jeden Monat allesamt geprüft werden. "Sie müssen 5 Bar haben, damit alles sicher ist", erklärt mir der Betriebsleiter Wolfgang Rudigier. Deshalb fahren wir hinab zur Mittelstation. Dieses Mal aber nicht mit der Gondel, sondern mit dem Skidoo. Denn auch auf der Piste müssen die letzten Vorbereitungen getroffen werden, damit die Skifahrer sicher unterwegs sind. Wir bringen daher Fallschutzmatten und ein Gesperrt-Schild an.
Schaltzentrale in der Mittelstation
In der Mittelstation der Valisera Bahn wird alles gesteuert. Es gibt einen großen Kontrollraum. "Unser persönliches Houston", lacht Wolfgang. Auf die Frage, warum all das in der Mittelstation lokalisiert wird, antwortet er: Von hier sind wir am schnellsten überall. Wir haben Kameras auf der gesamten Strecke und in den Stationen. So haben wir alles im Blick. Auch eine riesige Garage für die Gondeln mit einer zweischleifigen Führung ist Teil der Mittelstation. "Das hat den Vorteil, dass wir einzelne Gondeln in den Betrieb schicken können, während wir andere hier in unserer Werkstatt warten", so der Fachmann. Für die Wartung und Reparatur gibt es eine Werkstatt auf zwei Ebenen. Unten wird die Kabine revisiert, oben die Klemme.
Auch an der Garfrescha Bahn mussten Revisionsarbeiten durchgeführt werden, dieses Mal am Seil. Damit das gemacht werden kann, mussten alle Sessel ausgehängt werden. Als wir bei der Talstation der Garfrescha Bahn ankommen, ist das Team fleißig damit beschäftigt, die Sessel wieder einzuhängen. Damit alles sicher ist, wird die Schraube mit einem Drehmomentschlüssel angezogen und alles mit einem Schlüssel verklemmt. Wenn die Arbeiten abgeschlossen sind, können die Skigäste in die Saison 2025/26 starten.
(VOL.AT)
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