Wie man Diebe "ausbremst"

Schwarzach - Die Zahl der Pkw-Diebstähle und Pkw-Diebstahlsversuche in Vorarlberg ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen. Nach Angaben der Sicherheitsdirektion sind in den ersten sechs Monaten dieses Jahres bereits neun Pkw-Diebstähle bzw. Diebstahlversuche angezeigt worden.

Im Gesamtjahr 2008 zählte die Exekutive lediglich acht Anzeigen in ­diesem Bereich. Ein Vergleich, der das große West-Ost-Gefälle bei Pkw-Diebstählen deutlich macht: In Wien werden durchschnittlich fünf Autos an einem Tag gestohlen. Es ist der Albtraum eines jeden Lenkers: Das Fahrzeug wird kurz abgestellt, und wenn man zurückkommt, ist das Auto ausgeräumt oder man steht ohne fahrbaren Untersatz da. „Kriminelle haben nicht viel Zeit. Wer es den Dieben also möglichst schwer macht, hat die besten Chancen, ungeschoren davonzukommen“, weiß ÖAMTC-Techniker Steffan ­Kerbl. Grundregel Nummer eins sei daher, das Auto abzusperren. „Wer seinen Wagen mit Funkfernbedienung abschließt, sollte sich vergewissern, dass es auch wirklich zu ist“, so Kerbl.

Schlüsseldiebstahl

Eine einfache Methode, um sich fremde Autos anzueignen, funktioniert auf größeren Parkplätzen bei Einkaufszentren oder bei Raststätten sehr gut – der Schlüsseldiebstahl. „Hat ein Dieb einmal den Schlüssel, braucht er nur mit der Fernbedienung den Parkplatz nach dem passenden Auto abzusuchen – und weg ist das Fahrzeug“, warnt Kerbl. Nützlich ist außerdem jede Art von mechanischer oder elektronischer Wegfahrsperre. Sperrstöcke, die das Lenkrad fixieren, sind schwer zu knacken. Dieselbe Wirkung erzielen Schlösser an Schalthebel oder Handbremse. Elektronische Wegfahrsperren unterbrechen Benzinpumpe, Zündung und Zündspule. Teure Autos sollte man mit einer hochwertigen Alarmanlage ausrüsten und mit einer Wegfahrsperre kombinieren. Für Motorräder ist ein Bremsscheibenschloss der beste Schutz vor Langfingern. Die zuverlässigsten Sicherheitssysteme für Autos sind nach wie vor jene, die eine Wiederauffindung des Fahrzeugs dank Satellitenortung ermöglichen, so zum Beispiel der A1 Carfinder oder der ÖAMTC-Dolphin-Satalarm. In beiden Fällen kann die ÖAMTC-Einsatzzentrale das gestohlene Fahrzeug punktgenau orten und die Exekutive europaweit auf die Fährte der Diebe führen. 98 Prozent der gestohlenen Fahrzeuge, die mit einem dieser Systeme ausgestattet waren, konnten in kürzester Zeit ihren rechtmäßigen Besitzern wieder übergeben werden.

Hilfreiche Tipps

Oft ist aber gar nicht das ganze Auto Ziel von Dieben, sondern darin aufbewahrte Gegenstände. Nach Angaben von Ermittlern braucht ein Profi-Einbrecher – wenn er nicht kurzerhand die Scheibe einschlägt – weniger als 30 Sekunden, um das Auto zu knacken.

Hier die wichtigsten Tipps, um potenzielle Gauner erst gar nicht in Versuchung zu führen.

1) Wertgegenstände wie Navigationsgerät, Handy, Laptop oder Handtasche nicht sichtbar im Auto liegen lassen. Ausweise, Geld, Kreditkarten oder Fahrzeugpapiere sollte man immer bei sich tragen. Sind Auto und Papiere weg, dann wird bereits eine Anzeige im Ausland extrem mühsam.

2) Fenster und Klappdächer sind genau wie das Verdeck beim Cabrio immer zu verschließen. Fahrräder sollten gesichert werden. Moderne Fahrradträger – egal ob als Anhänger oder am Dach – können abgesperrt werden.

3) Fahrzeug in Sichtweite abstellen. Auf längeren Urlaubsfahrten ist das Auto meist vollgepackt – und Diebe sehen das. In diesem Fall sollte man das Fahrzeug möglichst nicht aus den Augen lassen. Auch bei der Pause in der Raststätte ist es ratsam, den Sitzplatz so zu wählen, dass man beobachten kann, ob sich jemand am Fahrzeug zu schaffen macht.

FACT-BOX

9 Pkw-Diebstähle bzw. Diebstahlversuche wurden im ersten Halbjahr 2009 in Vorarlberg angezeigt.

300 Pkw-Einbrüche und Gelegenheitsdiebstähle aus Fahrzeugen registrierte die Polizei im Jahr 2008.

26.000 Einbrüche in Kraftfahrzeuge werden in Österreich jährlich angezeigt.

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