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"Wie eine schwere Bergtour"

Dornbirn - Der Pink Ribbon Day in Dornbirn. Leane Amann erzählt über ihre Erfahrungen mit Brustkrebs.
Leane Amann liebt die Natur

Etwa 200 Frauen sind in den letzten zwölf ­Monaten in Vorarlberg an Brustkrebs erkrankt. Ihnen gilt die Solidarität am am heutigen Freitag beim Pink Ribbon Day, wenn ebenso viele rosa Luftballons vom Dach des Messeparks in Dornbirn aufsteigen. Auch Leane Amann wird dabei sein, weil sie aus eigener Betroffenheit weiß, wie wertvoll Unterstützung gerade in dieser Zeit ist. Vor fünf Jahren war sie mit der Diagnose Brustkrebs konfrontiert. „Aus heiterem Himmel“ und kurz vor einem dreiwöchigen Kletterurlaub. Der musste warten. „Ich wollte eine schnelle Abklärung“, erzählt Leane Amann freimütig. Innerhalb weniger Tage lag das Ergebnis auf dem Tisch. Eine Woche mit ihrem Mann am Gardasee gönnte sich die junge Frau noch, ehe sie den Kampf gegen das Mammakarzinom aufnahm.

Gemischte Gefühle

Leane Amann ist ein sportlicher Typ. Zierlich und drahtig. Zeit ihres Lebens gerne am Berg. Ständig irgendwie im Training und auf einen gesunden Lebensstil bedacht. Deshalb konnte sie die Diagnose im ersten Moment auch kaum glauben. „Der Befund passte einfach nicht zu mir“, schildert sie die Gefühle, die sich ihrer nach dem Anruf von OA Dr. Anton Haid bemächtigten. An ihn und das Brustzentrum im LKH Feldkirch hatte sich die damals 44-Jährige aus Bludesch gewandt, als sie den Knoten in der Brust spürte. „Ich fühlte mich von Anfang an sehr gut aufgehoben und betreut“, betont Leane Amann. Was die Diagnose betraf, realisierte der Verstand schließlich schneller als das Gefühl die wahren Tatsachen. Bei Amann kam dazu, dass sie auch beruflich gerade in einer Phase der Neuorientierung steckte. „Der Zeitpunkt war also mehr als ungünstig“, kann sie jetzt mit einem Lächeln erzählen. Dennoch betrachtete Leane Amann die Krebserkrankung nicht mit Angst, sondern mit Respekt und ging sie an „wie eine schwierige Bergtour“. Auch die sei immer mit einem Risiko verbunden. Und: „Je mehr man sich mit seinem Weg anfreundet, umso mehr Energie bringt man auf, ihn zu gehen.“

Geduld gelernt

Ebenso haben Leane Amann der Glaube und die Unterstützung durch ihren Mann und die betagte pflegebedürftige Mutter geholfen. „Sie hat mich gedanklich von meiner Krankheit weggebracht“, erzählt die Diplom-Trainerin. Trotz aller Stärke, die Leane Amann zeigte, plagten sie mitunter doch Zweifel während der notwendigen langwierigen Therapie. Einem Brustaufbau hat sie sich jedoch stets widersetzt, weil „ich mich zu keinem Zeitpunkt nicht als vollwertige Frau fühlte“. Dafür lernte Leane Amann, Geduld zu haben. Man wisse ja nicht, wie eine solche Krankheit ausgehe und könne deshalb nur abwarten.

Natur als Therapieplatz

Ihren persönlichen Therapieplatz fand sie in der Natur. Lebte nach der Devise: „Tun, was mir gut tut.“ Eigenverantwortung zu übernehmen war ihr wichtig. Das bedingte auch, sich von Menschen und guten Ratschlägen zu distanzieren. Amann zog Ausbildung und Therapie durch. In der Arbeit als systemische Prozessberaterin ist ihr die Erfahrung des „nichts wissen und aushalten müssen“ eine hilfreiche Komponente. Inzwischen geht es ihr bis auf kleine Einschränkungen wieder „ausgezeichnet“. Letztes Jahr unternahm sie mit ihrem Mann eine schwierige Tour auf einen Nebengipfel des Mont Blanc. „Es war ein schönes Erfolgserlebnis“, sagt sie. Eines, das ihr aber auch gezeigt hat, wo die Latte des Lebens heute liegt.

Factbox:

Pink Ribbon Tour heute ab 14 Uhr im Messepark.

Ballonaktion um 16 Uhr.

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