Wie aus Leidenschaft ein Buch wurde

Rudy König, wie er in Lustenau seiner Sammelleidenschaft nachgeht.
Rudy König, wie er in Lustenau seiner Sammelleidenschaft nachgeht. ©Ferdinand Ortner

VN interview. Rudy König über sein Buch über Lustenauer Originale.

Sammlung historischer und aktueller Daten von Lustenauer Originalen.

Lustenau. Rudy König – in Lustenau als Original unter dem Spitznamen “Dar Körpar” bestens bekannt – frönt von Jugend an einer Sammelleidenschaft, die alles betrifft, was sich mit Lustenau in Verbindung bringen lässt. Er begann 1964 mit dem Fotografieren alter Häuser und dem Sammeln diverser – vor allem historischer Fotos. Er sammelte sogar auch alles, was mit der Polizei zu tun hatte. So eröffnete er 1981 in Lustenau ein “Internationales Polizeimuseum”, das er 1997 nach Los Angeles verkaufte. Ab 2005 konzentrierte er sich ganz auf das Projekt “Lustenauer Originale”.

Was hat Sie bewogen, ein Buch über Lustenauer Originale herauszugeben?
König: Da ich schon viele Jahre zahlreiche Fotos von interessanten Lustenauern gesammelt hatte, reifte in mir die Idee, die Bilder und Daten der Öffentlichkeit in Form eines Buches zugänglich zu machen.

Was sind die inhaltlichen Schwerpunkte Ihres Buches?
König: Der Bildband bringt eine Foto-Dokumentation ortsbekannter Persönlichkeiten und origineller Typen sowie Daten und Kurzinformationen über denkwürdige lokale Ereignisse. Ein spezielles Thema sind die Vulgo-Namen im Lustenauer Dialekt. Während andere Lustenauer Autoren vor allem schreiben, baut mein Buch auf die Aussage von Fotos.

Wie besorgten Sie sich die Informationen? Woher stammt das reichhaltige Foto-Material?
König: Da ich durch meine Sammelleidenschaft oft mit älteren Leuten zusammenkomme und mit ihnen spreche, erfahre ich Interessantes aus Vergangenheit und Gegenwart und bekomme auch viele persönliche Fotos.

Haben Sie viele Originale persönlich gekannt und mit ihnen gesprochen?
König: Da ich 74 Jahre alt und sehr kontaktfreudig bin, kenne ich noch zahlreiche Originale schon aus meiner Jugendzeit, wie etwa Giezendanners Willi, Heinri Gulla, Goldzah’s Lotte, Silo Bert und Dar Blau.

Wie gestalteten sich die Recherchen?
König: Am Anfang äußerst schwierig. Nachdem ich einen halben Ordner Fotos hatte und vorzeigen konnte, wurde es immer leichter, die gewünschten Bilder zu bekommen, bzw. die Personen zu fotografieren.

Sterben in Lustenau die Originale allmählich aus?
König: Diese Tendenz besteht. Die Originale sterben allmählich aus und nur wenige sind den jungen Leuten noch bekannt. Dieses Buch ist vielleicht dafür geschaffen, die vergessenen Lustenauer Originale der Bevölkerung in Erinnerung zu rufen und auch der jungen Generation vorzustellen.

Sie sind in Lustenau auch als Original bekannt. Wie erhielten Sie den Spitznamen “Dar Körpar”?
König:
Es war nach einem Training unserer Austria-Schülermannschaft, als wir uns in der Waschküche des Versorgungsheimes (Altersheim Schützengarten) duschten. Ich machte auf Muskelmann und protzte: “Luagand amol minö Sportkörpar a!” Co-Trainer “Bibis Hans” griff die Bezeichnung “Sportkörpar” als Spitznamen auf und bestand darauf, dass mich die Mitspieler so nannten. Die Abkürzung auf “Körpar” ergab sich mit der Zeit, und der Spitzname ist mir geblieben, wie den Austrianern Mux und Gäx.

Was wollen Sie mit Ihrem Buch bezwecken?
König: Dass die Lustenauer Originale in diesem Buch weiterleben und auch bei der jüngeren Generation auf einiges Interesse stoßen. Eltern und Großeltern haben viele der originellen Mitbürger in bleibender Erinnerung und können von ihnen erzählen. Während meiner Foto-Suche ist mir aufgefallen, dass sich auch junge Menschen immer mehr für das Thema interessieren.

Zur Person
Rudy König geboren 1937 in Baden bei Zürich, ein Jahr später Umzug der Familie nach Lustenau (Vater Lustenauer – Mutter Schweizerin), Gattin Marlene, 2 Töchter Beruf: Versicherungskaufmann, 7 Jahre Profi-Tanzmusiker, seit 1996 Pensionist Hobbys: Musik (Tanzmusiker), Sammler von auf Lustenau bezogenen Fotos, Ortsgeschichte Lebensmotto: “Gesundheit und Schaffenskraft sind Grundpfeiler des Lebens.”

Interview: Ferdinand Ortner

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