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Wie aus einem hölzernen Rad der Adventkranz wurde

Familie Ilg (im Bild Lena und Julia) hat wohl den größten Adventkranz in Dornbirn. 14 Meter umfasst der große Kranz!
Familie Ilg (im Bild Lena und Julia) hat wohl den größten Adventkranz in Dornbirn. 14 Meter umfasst der große Kranz! ©cth
VN-Heimat Kinderseite Die Geschichte des Adventkranzes. Dornbirn. (cth) Nur noch einmal eine Kerze anzünden, bis das Christkind kommt. In der Adventszeit bereiten sich die Christen auf die Geburt Jesu vor. Ein festlich geschmücktes Zuhause soll im Dezember auf das Weihnachtsfest einstimmen.
Wie aus einem hölzernen Rad der Adventkranz wurde

Dabei spielt der Adventskranz eine große Rolle. Er ist heute aus vielen weihnachtlichen Wohnzimmern überhaupt nicht mehr wegzudenken. Aber was hat der Adventskranz eigentlich zu bedeuten und woher stammt der Brauch?

Der Adventskranz ist meistens ein aus Tanne geflochtener Ring, der mit Kerzen bestückt und mit Weihnachtsschmuck verziert wird. An jedem Adventssonntag wird eine weitere Kerze angezündet, so dass am vierten Advent alle Kerzen brennen. Das Wort “Advent” stammt vom lateinischen Begriff “adventus” ab, was “Ankunft” bedeutet.
Der Brauch, in der Adventszeit einen Kranz aufzustellen, ist aber noch ziemlich jung. Auf die Idee ist der evangelische Theologe (Gottesgelehrte) Johann Hinrich Wichern im Jahr 1839 gekommen. Der Original-Adventskranz hatte 23 Kerzen und hing erstmals im „Rauhen Haus“ in der Nähe von Hamburg. Wichern leitete das „Rauhe Haus“, ein damaliges Heim für Kinder und Jugendliche ohne Eltern. Er wollte seinen Waisenkindern mit einem Adventskranz zeigen, wie lange sie sich noch bis Weihnachten gedulden müssen. Diese Wartezeit wollte er ihnen mit dieser schönen Adventsidee verkürzen. Dafür nahm er ein großes, hölzernes Rad einer alten Kutsche und setzte 23 Kerzen darauf: 19 kleine rote für die einzelnen Wochentage und vier dicke weiße für die einzelnen Sonntage im Jahr 1839. Diesen Kerzenkranz hat er anschließend im Waisenhaus aufgehängt.

Jeden Tag brennt eine neue Kerze

Die vier weißen Kerzen symbolisierten die Sonntage und die roten Kerzen natürlich die Werktage. Jeden Abend durfte eines der Kinder eine weitere Kerze anzünden. Am Sonntag vor Heiligabend brannten dann alle Kerzen, so dass der Raum in hellem Licht erstrahlte.
Der selbstgebaute Kerzenleuchter im “Rauhen Haus” hatte einen Durchmesser von ungefähr zwei Metern. Jetzt ist es natürlich auch verständlich, weshalb so viele Kerzen drauf Platz hatten. Etwa 20 Jahre später begann Heimleiter Wichern damit, das Rad zusätzlich mit Tannenzweigen zu schmücken. Er erzählte in der Kirche oft von seiner Idee, und so wurde der Kranz schnell bekannt. 1848 war Wichern an der Gründung der “Inneren Mission” (Mission bedeutet in diesem Fall “Hilfsdienst”) der evangelischen Kirche beteiligt. Diese Mission kümmerte sich um den Teil der Bevölkerung, der dringend Hilfe brauchte. Damals lebten sehr viele Menschen – besonders Kinder – im Elend. Der Adventskranz sollte ihnen in der Vorweihnachtszeit wieder Hoffnung geben.
Der Adventskranz hat also nicht nur eine schöne Geschichte, er hat auch eine schöne Bedeutung. Bis Weihnachten werden vier Kerzen entzündet – das heißt: Das Licht wird stärker, bis Heiligabend schließlich zahlreiche Kerzen am Weihnachtsbaum brennen. Das Kind in der Krippe bringt also viel Licht in die Welt.
Und auch heuer freuen sich wieder viele Kinder, wenn es heißt: „Advent, Advent, ein Lichtlein brennt.“

 

 

 

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