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Westbahn-Gründer Wehinger auf dem WiFo 2011: "Kunden entscheiden"

Stefan Wehinger auf dem Wirtschaftsforum 2011
Stefan Wehinger auf dem Wirtschaftsforum 2011 ©VOL.at: Bernd Hofmeister
Bregenz – Westbahn-Mitbegründer und -Geschäftsführer Stefan Wehinger zeigte sich bei seinem Vortrag auf dem 28. Vorarlberger Wirtschaftsforum am Donnerstag überzeugt, mit seinem Projekt einer privaten Bahnlinie gegen die ÖBB bestehen zu können.

“Es gibt durchaus Länder, wo man mit Bahnfahren Geld verdienen kann”, sagte Wehinger und nannte als Beispiel die Schweiz mit ihren Bundesbahnen (SBB), “die beste Bahn der Welt”. “Letztlich werden die Kunden entscheiden”, so der Vorarlberger 31 Tage vor dem operativen Start der Westbahn. Die Tagung im Bregenzer Festspielhaus stand heuer unter dem Motto “Mit Spitzenleistungen in die Zukunft”.

Er sei überzeugt, dass die Westbahn erfolgreich sein könne und die ÖBB es schwerhaben werden. Die ÖBB hätten auf vielen Strecken teilweise längere Fahrzeiten als vor 40 Jahren, zudem seien sowohl Finanzierungs- als auch Beschäftigungsmodelle kompliziert und inflexibel. Es gebe keinen langfristigen, sich über die nächsten 20 Jahre erstreckenden Rahmenplan, der konsequent umgesetzt werde, und kein einheitliches Ticket wie etwa in der Schweiz. Obwohl aber das System also “nicht überall gut” sei, sei Österreich dennoch ein Land der Bahnfahrer.

Einfachheit als Erfolgskonzept

“Es muss einfach sein für den Kunden”, so Wehingers Rezept für den Erfolg. Daher gebe es bei der Westbahn Tickets an Bord und online, 365 Tage denselben Fahrplan, gratis WLAN in alle Netze, nur drei Ticketarten, jederzeitige Ticketstorno- und Umtauschmöglichkeiten und einen Steward pro Wagen, der sowohl für die Fahrkarten als auch den Service und die Grobreinigung zuständig sei. Die zunächst bediente Bahnstrecke Wien – Salzburg werde mit einem Busnetz ergänzt, auch mit diesem Westbus gehe man “auf Angriff”. Er habe von Beginn an den anfangs fixierten Eckpunkten festgehalten, “einen Plan B gibt es nicht”. Wehinger referierte auch über die bürokratischen und rechtlichen Hürden beim Aufbau der Westbahn. “Nach den Mitarbeitern sind Anwälte der größte Posten im Portfolio”, erklärte er.

Zuvor gab der Münchner Experte Matthias Schranner Tipps fürs Verhandeln. “Jede Verhandlung ist ein Konflikt”, so der ehemalige Polizist, der etwa bei Geiselnahmen zum Einsatz kam. “Am schwierigsten sind die Verhandlungspartner, die nett bleiben, aber ständig ausreizen, wie weit sie gehen können”, sagte Schranner, der zwischen Flucht- und Angriffstypen unterschied. Als Fluchttyp sollte man aufhören, das Gespräch zu vertagen, keine Kompromisse anbieten und nicht den Chef dazuholen. Angriffstypen dagegen redeten häufig zu viel, sie sollten nicht darauf pochen, dass sie recht haben. Prinzipiell solle man langsam ins Gespräch einsteigen und sich zu Verhandlungsbeginn nicht festlegen.

Zukunft der IT-Branche

Einen Einblick in die Zukunft der IT gab dann der IBM-Forscher Moshe Rappoport aus Zürich. In den kommenden Jahren werde es große Veränderungen geben. Nahezu alles sei inzwischen computerbasiert, so entstünden große Datenmengen (“big data”). Noch am Anfang stehe man im Umgang mit unstrukturierten Daten, also etwa aus sozialen Medien. Bis die vor 1970 geborenen “digital immigrants” aus dem Leben scheiden werden, bestehe noch das Problem einer Kluft zu den sogenannten “digital natives”. Während Erstere Veränderungen nicht gewohnt und unsicher im Umgang mit IT-Produkten seien, könnten die bisherigen Technologien die Erwartungen der “natives” für die Zukunft nicht erfüllen. Hier verspreche Nanotechnologie Lösungen. Bisher sei “die Brücke noch nicht durchgehend”. In Zukunft werde man IT-Lösungen vom Menschen her angehen, wie es etwa Steve Jobs mit dem iPhone getan habe.

Am Nachmittag vermittelten Markus Hofmann und Christiane Stenger Gedächtnis- und Merktechniken, bevor Felix Gottwald über die Triebkraft einer höheren Mission sprach. Das Vorarlberger Wirtschaftsforum ist eine Veranstaltung der Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung Vorarlberg sowie der “Vorarlberger Nachrichten”. Heuer nahmen rund 700 Entscheider aus Politik und Wirtschaft teil, laut VN-Chefredakteur Christian Ortner “ein neuer Rekord”.

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