Wer verdient wie viel am Sprit?

Schwarzach - Die Benzinpreis-Debatte geht weiter – am meisten verdient der Staat am Treibstoff.
Zusammensetzung des Benzinpreises

Des einen Freud, des andern Leid: Während wir Autolenker unter den hohen Spritpreisen ächzen, verdienen sich andere eine goldene Nase am Geschäft mit Diesel, Super und Co. Könnte man meinen.

Staat sahnt Großteil ab

Tatsächlich ist es in erster Linie der Staat, der vom Benzinpreis profitiert und das nicht zu knapp: Rechnet man Mineralölsteuer und Pflichtbevorratung zusammen, fließen bereits zwischen 31 und 40 Prozent des Ertrags aus dem Benzinverkauf in die Staatskassen, mit der zusätzlich aufgeschlagenen Mehrwertsteuer fettet sich der Staatsanteil auf gut mehr als die Hälfte auf. Von einem gestern getankten Liter Diesel (zum Durchschnittspreis von 1,026 Euro) ging der Fixsatz von 34,2 Cent Mineralölsteuer an den Staat, dazu die Pflichtbevorratung von rund 1,6 Cent (sie beträgt 1,59 Prozent) und am Ende noch 20 Prozent Mehrwertsteuer, die mit rund 21 Cent zu Buche schlagen. Am Ende verdient das Finanzministerium am verkauften Liter Diesel 56,8 Cent, die Mineralölkonzerne die restlichen 45,8 Cent. Dass Letztere dabei nichts mehr verdienen, glaubt Lydia Ninz vom ARBÖ indes nicht: „Dass der derzeitige Spritpreis etwas mit den aktuellen Rohölpreisen zu tun hat, ist schlichtweg nicht wahr. Bis das Benzin in der Zapfsäule landet, hat es einen langen Weg hinter sich – Förderung, Aufbereitung, Transport. Das, was heute getankt wird, wurde bereits vor drei Monaten gefördert. Ganz genau lassen sich die Kosten leider nicht nachvollziehen. Fest steht aber, dass die Mineralölkonzerne mit den Rohöl-Börsenpreisen kalkulieren, ihr Rohöl gerade in Österreich aber zum Großteil selbst fördern. Zu wesentlich günstigeren Konditionen“, glaubt Ninz. Die Treibstoffpreise selbst orientieren sich am Rotterdamer Markt, wie die Expertin vom ARBÖ erläutert. „Und das geschieht höchst intransparent. Wer die Rotterdamer Preise will, muss dafür Geld bezahlen und kann die Informationen nicht weitergeben. Wir vom ARBÖ beziehen die­se Preise, beobachten die Entwicklungen und haben festgestellt, dass die österreichischen Benzinabsetzer sich eigentlich nur dann an den Rotterdamer Preisen orientieren, wenn diese nach oben schnellen. Nach unten wird wenig oder gar nicht korrigiert“, weiß Ninz. Sie geht davon aus, dass die Mineralölkonzerne einen viel größeren Spielraum in der Preisgestaltung haben, als sie behaupten.

Pächter als Leidtragende

Am wenigsten, versichert Lydia Ninz, verdient in jedem Fall der Tankstellenpächter am Sprit. Zwischen einem und drei Prozent des Produktpreises wandern in seine Kasse je nachdem, ob er reiner Pächter oder eigenständig ist. „Und gerade die Pächter sind es, die den Zorn der Kunden abfangen müssen“, bedauert sie.

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