Wer früh anfängt, hat später mehr

Für den Vermögensaufbau sollte man den allerstärksten Verbündeten wählen: die Zeit. Der Berufseinstieg ist deshalb ideal, um die Weichen fürs finanzielle Leben zu stellen. Mit einer ganzheitlichen Strategie kommt man dabei auch bei schmaler Börse sehr weit.

Junge Erwachsene haben sehr konkrete Vorstellungen, wie ihr Job der Zukunft aussehen soll: Individualität und die Möglichkeit, Neues auszuprobieren, stehen dabei ganz oben auf der Wunschliste. Viele streben aber weniger die große Karriere an, sondern vor allem eine Balance zwischen Beruf und Freizeit.

Genaue Planung ist wichtig

„Die Generation der heute 20- bis 35-Jährigen ist besser ausgebildet und flexibler denn je. Der ‚Job fürs Leben‘ hat längst ausgedient“, so Martin Jäger, Sprecher der Vorarlberger Sparkassen. Während sich frühere Generationen erst mit Mitte dreißig den Kopf über ihre Zukunftsvorsorge zerbrechen mussten, muss aber die finanzielle Vorsorge im Niedrigzinsumfeld frühzeitig beginnen. Jäger: „Beim ersten selbstverdienten Geld denken leider die Wenigsten daran, wie sie in 50 oder 60 Jahren leben werden. Aber wer gleich startet, hat genügend Zeit, nach und nach Wohlstand aufzubauen und finanziell unabhängig zu werden.“

Beim Berufseinstig ist das Budget oft knapp. Eine genaue Planung in Form einer Haushaltsrechnung und die laufende Kontrolle des Kontostands machen deshalb großen Sinn. Wer Banking-Apps für sich nutzt, hat auch unterwegs Übersicht. So entsteht ein sehr genaues Bild über das eigene Ausgabeverhalten sowie die Basis zur umfassenden Finanzplanung: Wie viel Fixkosten fallen an? Was bleibt frei zur Verfügung? „Idealerweise sollten 80 bis 100 Prozent des Restbetrages gleich in die Zukunftsvorsorge investiert werden“, rät der Sprecher der Vorarlberger Sparkassen.

Kurzfristig flüssig

Weil das Leben voller Überraschungen steckt, braucht man zuallererst eine kurzfristig verfügbare Reserve als Basislager. „Mit drei Netto-Monatseinkommen am Sparbuch oder auf der Sparkarte können größere Ausgaben des täglichen Lebens auch ohne Kontoüberziehung und Kredit finanziert werden“, empfiehlt Jäger weiters: „Verlassen Sie sich dabei aber nicht darauf, dass am Ende des Monats schon etwas übrigbleiben wird. Viel weiter kommen Sie mit der Abbuchung eines Fixbetrages nach Gehaltseingang.“

Mit etwas größerer Risikobereitschaft und einem verfügbaren Sparbetrag von 50 Euro pro Monat aufwärts könnte auch ein Fondssparplan sehr interessant sein. Hier erwirbt man in regel­mäßigen Abstand Anteile an einem oder mehreren Investmentfonds nach individueller Wahl. Aktuell stehen besonders nachhaltig ausgerichtete Investmentfonds im Mittelpunkt des Interesses, denn da arbeitet das Geld auch noch für eine bessere Umwelt und Gesellschaft. Die Einzahlungshöhe kann beim Fondsplan jederzeit nach oben oder unten angepasst oder gänzlich ausgesetzt werden – ohne Bindungsdauer. Der Sprecher der Vorarlberger Sparkassen: „Hier sind die Jüngeren eindeutig im Vorteil. Bei einem längeren Veranlagungshorizont gleichen sich die Kursschwankungen immer mehr aus, sodass ein günstiger Mischkurs und damit besserer Ertrag erzielt werden kann.“

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