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Wenn Weihnachten Krank macht

Familie K. ist eine ganz gewöhnliche Familie. Die Mutter arbeitet halbtags in einem Büro, der Vater ist Bankangestellter und die beiden Buben besuchen die zweite und die vierte Klasse Volksschule.

Frau K. trägt die tägliche Doppelbelastung mit Familie und Beruf ohne zu klagen, doch spätestens wenn die erste Kerze am Adventkranz brennt, beginnt für sie der jährliche Spießrutenlauf. Vergangenes Jahr brachte sie dieser jedoch ins Krankenhaus – Lungenentzündung. Seither hat sich Weihnachten für die Familie sehr verändert.

Annemarie Bitschi, der Leiterin der Familienhilfe der Caritas, ist dieses Phänomen sehr wohl bekannt: „Weihnachten ist für viele Mütter alles andere als eine besinnliche Zeit, vor allem, wenn sie auch noch berufstätig sind. Arbeiten, Familie versorgen, Geschenke kaufen, Kekse backen, Weihnachtsputz, Verwandtschaftsbesuche – und vielfach auch noch ein Partner, der durch den vorweihnachtlichen Berufsstress keine Entlastung darstellen kann. Das alles sind Stressfaktoren, die sich häufig über die Weihnachtsfeiertage entladen.“ Dies bestätigt auch eine ISMA-Umfrage zu diesem Thema: Rund 10 Prozent der Befragten geben Streitigkeiten mit dem Partner oder der Familie zu, nahezu jeder Dritte gibt zu, durch die üblichen Verwandtschaftsbesuche zumindest manchmal ordentlich genervt zu sein.

FamilienhelferInnen im Großeinsatz

Und somit finden für so manche Familien die beschaulichen Weihnachtstage ein unliebsames Ende. „Tendenziell steigt die Zahl der Familien, die unsere Hilfe benötigen, in dieser Zeit um rund 20 Prozent“, so Annemarie Bitschi weiter. Die Erwartungshaltungen, die häufig gerade zu Weihnachten an die Mütter gestellt werden, sind einfach zu hoch. Und kaum eine Mutter traut sich, diesen Kreislauf zu durchbrechen, denn gerade zu Weihnachten wird gerne an alten Familientraditionen festgehalten. Vor allem berufstätige Frauen werden dadurch krank, weniger psychisch als physisch und fallen häufig während oder nach der Feiertage als Arbeitskraft aus. Und mal´ ehrlich, würden Sie gerne auf das köstliche Weihnachtsmenü verzichten und stattdessen einfach nur eine Tiefkühl-Pizza essen, damit die Mutter nicht den ganzen Weihnachtstag in der Küche stehen muss?

Konsumzwang

„Weihnachten ist das Vergrößerungsglas der Gesellschaft. Die Armen fühlen sich an diesen Tagen noch ärmer, die Einsamen sind noch einsamer als sonst und die Obdachlosen haben selten jemanden, der sie aufnimmt“, weiß Caritasdirektor Peter Klinger. Ihnen bleibt zumindest die Notschlafstelle der Caritas, dank der sie an Weihnachten eine Herberge haben – wenn auch nur eine bescheidene. Und nicht selten beschert der vorweihnachtliche Konsumzwang ärmeren VorarlbergerInnen einen noch größeren Schuldenberg, nur damit der eine oder andere Wunsch der Kinder erfüllt werden kann. Auch Rainer Schumacher, Leiter der S.O.S.-Stellen der Caritas, kann das bestätigen: “Zur Vorweihnachtszeit nichts kaufen und so auch anderen keine Freude bereiten zu können, heißt Außenstehender zu sein. Die gerade zu dieser Zeit aufkommende Sehnsucht nach Gemeinschaft, Sicherheit und Geborgenheit schlägt sich so in Melancholie und Traurigkeit nieder. Das raubt einem Kraft und Zuversicht. Und genau das bräuchten die Menschen, die bei uns um Hilfe anfragen.”

Vielleicht sollten wir uns in diesem Sinne wieder auf die ursprüngliche Bedeutung der Weihnachtszeit erinnern, denn was nutzen uns schon all´ die teuren Geschenke und aufwendigen Vorbereitungen, wenn in der Familie der Haussegen schief hängt. Familie K. jedenfalls feiert heuer ganz stressfreie Weihnachten – uns so bleibt viel Zeit für Gespräche, Spiele und auch für den Glauben.

Öffnungszeiten der Caritas-Stellen:
   
Familienhilfe: Bis 23.12 und ab 27.12. unter 05522/200-1017
H.I.O.B.: 24.12.: 8.30 – 14.00, 25.12.: 10.00-12.00, 26.12.: geschlossen, 27.12. – 30.12.: 8.30-12.00 und 13.00 – 16.30, 31.12.: 8.30 – 12.00, 1.1.: 14-16.00, 2.1.: geschlossen
Wohnungslosenhilfe: generell über Weihnachten geöffnet (auch am 24.12.), sonst nur Werktage: 9.00 – 14.00.
   
  Die Notschlafstelle hat rund um die Uhr geöffnet
 
S.O.S.-Stellen in FK und Dornbirn: Während den normalen Werktagen geöffnet
   

WG St. Michael:

Von 28.12. – 30.12. und von 3.1. – 5.1. normal geöffnet.

 

 

 

 

 

 



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