Wenn drei sich zusammen tun, freut sich der Vierte

Martin Rüdisser, Christine Umlauft, Sabine Albrich, Angelika Ibele, Bernd Schuchter
Martin Rüdisser, Christine Umlauft, Sabine Albrich, Angelika Ibele, Bernd Schuchter ©Edith Rhomberg
 Bernd Schuchter las auf Einladung der Büchereien Oberdorf, Rohrbach und Haselstauden in der Mohrenbrauerei. 
Lesung Bernd Schuchter

 

Dornbirn. Der Arlberg trennt bekanntlich Vorarlberg und Tirol voneinander. Menschen wie Bernd Schuchter setzen sich einfach mutig darüber hinweg. Sie verlassen auch mal das heilige Land – so die launige Formulierung von Angelika Ibele – und fühlen sich alsdann in Dornbirn genau so wohl wie in Innsbruck. Der Schriftsteller und Verleger (Limbus Verlag) Bernd Schuchter hatte nicht nur zwei seiner Bücher zur Lesung in die Creativbrauerei des Mohren mitgebracht. „Lesen kann jeder“, sagte er gut gelaunt. Gemeinsam mit dem Hohenemser Musiker Martin Rüdisser hatte er ein fast abendfüllendes Programm geplant und las nicht nur, sondern erzählte auch viel. Die Stücke, die Martin Rüdisser auf dem Akkordeon spielte, waren Großteils eigene Kompositionen und auf den Abend mit dem Autor und Schwiegersohn abgestimmt.

Die Premiere kam gut an

Erstmals hatten Christine Umlauft, Bücherei Oberdorf, Sabine Albrich, Bücherei Haselstauden und Angelika Ibele, Bücherei Rohrbach eine Lesung gemeinsam organisiert und mit Unterstützung der Mohrenbrauerei ins Stadtzentrum geladen. Dass mehr Männer als manchmal üblich unter den Gästen waren, sei nicht unmittelbar dem Bier geschuldet, wenngleich das angenehme Ambiente durchaus geschätzt wurde. Auch der 1977 in Innsbruck geborene Bernd Schuchter fühlte sich wohl und bezeichnete die Lesung in Dornbirn als „fast schon ein Heimspiel“.

Ganz still wurde es unter den rund 60 Gästen, als ihnen die Geschichte von „Jacques Callot und die Erfindung des Individuums“ näher gebracht wurde. Schuchter erinnert in diesem Buch nicht nur an den 1592 in Lothringen geborenen Zeichner und Kupferstecher, es geht auch um die Wirren jener Zeit, in die Jacques Callot hineingeboren wurde. Er beschreibt das Leben der Künstlerpersönlichkeit, die Schrecken des Dreißigjährigen Krieges, sowie wen er zu den Gewinnern und wen zu den Verlierern zählt.

Eine „Gebrauchsanweisung für Tirol“ bot danach leichte Lesekost „weil es da nicht ganz ernst zugeht“. „Da wo die Berge sind, da wo der Ötzi herkommt“ und ein ganz und gar ironischer Blick des Tirolers auf sein Land erheiterte das Publikum. Für das Signieren mehrerer Bücher hatte er zuvor „extra noch einen Stift gekauft“. Nach dem gelungenen Abend entließ Bernd Schuchter die Besucher zum feinen Buffet, das ehrenamtliche Helferinnen der drei Büchereien bereitgestellt hatten.

 

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