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Wenn die "Gesangsmaschine" streikt ….

Top-Leistung:  sprachlich, musikalisch und darstellerisch: die Schüler der Musik-Mittelschule Thüringen.
Top-Leistung: sprachlich, musikalisch und darstellerisch: die Schüler der Musik-Mittelschule Thüringen. ©Harald Hronek
Die Chinesische Nachtigall - Musical der MMS Thüringen

Beeindruckende Gesamtleistung beim Musical “Die Chinesische Nachtigall”.

(amp) Eine Nachtigall zu seiner Erheiterung will sich der Kaiser von China an seinem Hofe leisten. Derweil stöhnt das Volk unter der Unterdrückung. Und als ein Japanischer Konzern mit einer elektronischen “Gesangsmaschine” auffährt, ist es um die Nachtigall geschehen. Sie wird vom Hofe verbannt. Doch plötzlich streikt die elektronische Stimme und liegt irreparabel darnieder. Mit dem Versagen der Technik lässt auch die Vitalität des Kaisers nach und die herbeigerufenen Ärzte rätseln über Heilungsmethoden. Auf seinem Sterbebett zieht der Kaiser Resümee und stellt fest, dass in seinem Dasein die Menschlichkeit einen falschen Stellenwert eingenommen hat. “Die Chinesische Nachtigall” ist mehr als nur ein Märchen mit Musik – der Gesang der Nachtigall öffnet plötzlich ungeahnte Denkfenster.

Absolut professionellWas hier von den insgesamt 250 Mitwirkenden auf und hinter der Bühne geboten wird (es gibt zwei Darstellerbesetzungen), ist absolut professionelles Musiktheater. Aus dem Orchestergraben des von Wolfgang Bachmann geleiteten 50-köpfigen Klangkörpers kommt kompakter Sound. Roman Amann hat mit Fingerspitzengefühl die Musikvorlage Andreas Schmittbergers für großes Orchester arrangiert. Der Sonderchor unter Alice Dobler überzeugt in der Einstimmigkeit und schafft auch komplizierte Mehrstimmigkeit wohltemperiert. Mirela Heinzel darf die Früchte jahrelanger Aufbauarbeit als Spielleiterin ernten. Bei der Premiere wachsen Marie Monz als “Nachtigall”, Annika Engstler (Cheng), Sarah Madlener (Chang), Ina Obernosterer (Kaiser von China), Julia Gabriel als “Moulinex” und Patrizia Münsch (Kaiser von Japan) sprechtechnisch und darstellerisch über sich hinaus. Eine Augenweide sind die von Patrizia Dörn choreografierten Tänze. Melitta Mähr schafft mit ihrem minimalistisch aufgebauten Bühnenbild chinesisches Ambiente, das sich durch die professionellen Lichteinstellungen von Helmut Ecker und Helmut Muther zusätzlich verdichtet. Kurt Oberbacher und Thomas Schallert haben das Mikroport-System für den Musical-Sound gut im Griff und auch die Ausstattung (Bettina Rauch, Roswitha Mäser) ist, abgesehen vom Stilbruch der Chinesen in Österreichischer Bundesheeruniformierung stimmig. Rund 2.600 Besucher bei den vier Aufführungen bestätigen den Riesenerfolg.

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