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Wenn die Alltagstechnik nervt

Am meisten nerven komplizierte, in schlechtem Deutsch abgefasste Bedienungsanleitungen. Allerdings gibt es auch Technik, die begeistert: etwa Einparkhilfen beim Auto. Was nervt Sie am meisten?

Kaum einer weiß mit diesen Extras aber etwas anzufangen – die meisten Konsumenten fühlen sich genervt, wenn sie sich durch komplizierte Menüs durchkämpfen müssen, ehe das Einfachste auf der Welt überhaupt funktioniert, ehe man mit dem Handy telefonieren, oder in der Mikrowelle eine Suppe heiß machen kann.

Josef „Beppo“ Semler, Chef vom Spielcasino in Bregenz, outet sich als durchaus technikbegeistert, „ich kaufe mir jedoch nur Sachen, die sich einfach bedienen lassen. Mein neues TV-Gerät stellte seine Sender vollautomatisch ein, da musste ich mich nicht erst lange durch Bedienungsanleitungen durchkämpfen.“ Was sein Handy so alles kann, weiß er gar nicht. „Ich verwende es nur zum Telefonieren, und hin und wieder versende ich eine SMS. Mehr brauche ich nicht, und mehr will ich auch nicht wissen.“ Was er jedoch weiß, ist, wie es sich abstellen lässt. „Und das tue ich öfters.“

Lieber im Festnetz

Auch Marielle König hat „technische Helferleins daheim“, von zu viel Technik lässt sie sich aber offenbar nicht verwirren. „Ich greife lieber zum Festnetztelefon, als zum Handy.“ Was das Handy alles könnte, lässt sie kalt. „Man kann damit telefonieren und mehr brauche ich nicht.“ Mit komplizierten Bedienungsanleitungen schlägt sie sich erst gar nicht lange herum: „Ich lasse lesen, und dann lasse ich mir alles, was mir wichtig scheint, erklären.” Technik, die ganz einfach da ist, wenn man sie braucht, kann auch sie begeistern. “Etwa ABS im Auto.” Die Hörbranzer Künstlerin Evelyn Rodewald kämpft mit ihrem neuen Computer und dem Erlernen der wichtigsten Programme: „Ich besuche zum ersten Mal einen Computerkurs, und es ist schon ziemlich mühsam, alles zu erlernen.“ Und „alles“ meint sie wörtlich. „Wenn man nicht alle Feinheiten lernt, dann kann man sie auch nicht nutzen, also rentiert es sich, sich in die jeweilige Thematik hineinzuknien. Hilfreich dabei wären natürlich einfachere Handbücher.“ Dass viele Menschen über die zahlreichen Zusatzfunktionen ihres Handys jammern, will sie nicht so recht verstehen. „Natürlich braucht man ein Handy in erster Linie zum Telefonieren – aber es ist doch fein, dass man dank neuer Technik auch seine E-Mail-Konten während einer Reise abfragen kann.“

Auf Kriegsfuß mit PC

Mit dem Computer steht auch der Kennelbacher Bürgermeister Reinhard Hagspiel zeitweise auf dem Kriegsfuß: „Kaum hat man sich an neue Hard- und Software gewöhnt, muss wieder upgedatet werden und dann kennt man sich schon wieder nicht aus.“ Mit seinem Handy hat das Kennelbacher Gemeindeoberhaupt schon weniger Probleme:

„Ich besitze eine uralte Gurke, mit der man ohnehin nicht viel mehr kann als telefonieren und eine SMS absetzen. Internet und Fotografie brauche ich am Handy nicht und möchte mich auch nicht damit befassen.“ Was er praktisch findet, ist die Einparkhilfe bei seinem Pkw, „aber ich kann auch ohne dieses Hilfsmittel perfekt einparken“.

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