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Weniger Kaiseradler in diesem Winter in Österreich

Heuer überwintern etwas weniger Kaiseradler als in den vergangenen Jahren in Österreich. Die streng geschützten Vögel dürften wegen mit der Witterung zusammenhängenden Nahrungsmangels kurzfristig auf Nachbarländer ausgewichen sein, berichtete BirdLife Österreich nach der im Jänner zum vierten Mal durchgeführten jährlichen pannonische Adlerzählung in sieben mitteleuropäischen Ländern. International wurden nämlich Rekordzahlen ermittelt.

Die Aktion "Pannonian Eagle Census" soll den Bestand und die Verbreitungen aller überwinternden Greifvogelarten beziffern helfen. International ist der Bestand mit 763 Kaiseradlern auf Rekordniveau und seine Ausbreitung größer denn je. In Österreich hingegen wurde mit 65 Exemplaren ein leichter Rückgang verzeichnet, nach 83 Sichtungen im Vorjahr.

Im gesamten pannonischen Raum wurden zudem 1.347 Seeadler gezählt, in Österreich 105, nach 111 bei der Zählung 2020. International waren es damals 535 Kaiseradler und 1.110 Seeadler. "Wir sehen einen Zuwachs bei beiden Arten, zurückzuführen auf die langjährigen Schutzbemühungen vieler internationaler Organisationen", freute sich Greifvogelexperte Matthias Schmidt von BirdLife Österreich. Mehr als 500 Freiwillige aus Österreich, Ungarn, Tschechien, der Slowakei, Serbien, Rumänien und Slowenien beteiligten sich an der Zählung. 17 Greifvogelarten und mehr als 20.000 Individuen wurden dabei erhoben.

Am häufigsten hielt sich der "König der Lüfte" im Jänner 2021 in Niederösterreich (40 Kaiseradler) sowie im (Nord-) Burgenland (25 Kaiseradler) auf. Die geringere Anzahl liege aber innerhalb des natürlichen Schwankungsbereichs, betonte Schmidt. Vor allem junge Kaiseradler gelten als überaus reisefreudig und können in wenigen Tagen hunderte Kilometer zurücklegen. So befindet sich derzeit lediglich einer der fünf im Vorjahr mit Sendern versehenen jungen Kaiseradler in Österreich, die andern vier halten sich in Ungarn, Serbien und einer sogar in Griechenland auf.

Der Kaiseradler (Aquila heliaca) zählt zu Österreichs herausragenden Naturgütern, betonte BirdLife. Einst wurde er in Mitteleuropa rigoros verfolgt. Ende der 1980er lebten nur noch wenige Dutzend Paare in Ungarn und der Slowakei. Durch intensive Schutzbemühungen erholten sich die Bestände, und Ende der 1990er kehrte der majestätische Greif als Brutvogel nach Österreich zurück, wo er knapp 200 Jahre als ausgestorben gegolten hatte. 2020 brüteten hier 25 Paare.

(S E R V I C E - Meldungen über tote oder verletzte Greifvögel werden im Internet via die Homepage , die App birdcrime oder die Hotline +43 660/869-2327 entgegengenommen)

(APA)

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