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Weniger Aufsichtsrätinnen in Österreichs Börsenkonzernen

EY-Studie - Relativer Anteil fiel leicht von 30,4 auf 29,8 Prozent
EY-Studie - Relativer Anteil fiel leicht von 30,4 auf 29,8 Prozent ©APA/dpa
Der Anteil von Frauen in den Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen in Österreich ist leicht zurückgegangen, von 30,4 Prozent vor einem Jahr auf 29,8 Prozent Anfang Jänner 2023. Das geht aus dem Mixed Leadership Barometer des Prüfungs- und Beratungsunternehmen EY hervor. Von den 188 Vorständen der im Wiener Börsen Index (WBI) gelisteten Konzerne sind dann 17 (also neun Prozent) Frauen - im Jänner 2022 waren es 16.

Von den 17 Vorständinnen waren vier auch CEO, also Vorstandschefin. Fünf Frauen waren etwa als CFO für die Finanzagenden und drei als COO für das operative Geschäft zuständig. Es zeigen sich zudem große Unterschiede je nach Branche: Die weiblichsten Chefetagen gibt es in der Immobilien- (21 Prozent), der Konsumgüter- (19 Prozent) und der IT-Branche (18 Prozent). In Konzernen aus den Bereichen Energie, Automobil, Rohstoffe, Telekommunikation und Transport gibt es keine Frau im Vorstand.

Einen Rückgang gab es in den Kontrollgremien: Seit der letzten Erhebung im August ist die Zahl der weiblichen Aufsichtsratsmitglieder um sieben auf 157 gefallen. Bei den Männern gab es einen Rückgang um sechs Mitglieder auf 370 Aufsichtsräte. Somit waren nurmehr 29,8 Prozent der Posten von Frauen besetzt.

"Um die Trendwende und die Gleichstellung von Frauen und Männern voranzutreiben, braucht es einen gemeinsamen Schulterschluss auf allen Ebenen - vor allem aber deutliche Fortschritte und Maßnahmen seitens Politik und Wirtschaft", wird Helen Pelzmann von EY Österreich in der Aussendung zitiert. "Die von den EU-Mitgliedsstaaten und dem europäischen Parlament vorgegebene Geschlechterquote auf Vorstandsebene ist dazu ein wesentlicher Schlüssel."

Auch wenn es nun einen leichten Rücksetzer gab: in den vergangenen Jahren ist die Zahl der weiblichen Aufsichtsrätinnen deutlich gestiegen, wobei die mit 1. Jänner 2018 eingeführte Frauenquote von 30 Prozent beigetragen habe, so EY. Trotzdem erfülle weiterhin jedes vierte WBI-Unternehmen die Quote noch nicht und müsse demnach bei der nächsten Neubesetzung eine Frau wählen. Von den 56 untersuchten Unternehmen hatten 50 mindestens eine Frau im Aufsichtsrat. Den größten Anteil gab es in der Transport- und Logistikbranche (37 Prozent) gefolgt von der Energiebranche (35 Prozent) und der Finanzbranche (34 Prozent). Schlusslicht ist mit 18 Prozent der Rohstoffsektor.

(APA)

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