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Weniger Alkohol-Verkäufe an Jugendliche

Schwarzach - Der Verkauf an Alkohol an unter 16-Jährige ist in Vorarlberg nach Angaben des Suchtexperten Reinhard Haller zurückgegangen.  Prim. Reinhard Haller, LSth. Markus Wallner

Die Prävention bei Alkoholmissbrauch durch Jugendliche soll in Vorarlberg auf eine breitere Basis gestellt werden. Vorkehrung sei nicht alleine die Angelegenheit von speziellen Sozial-Einrichtungen, man wolle „als Gesellschaft gemeinsam hinschauen“, erklärte Vorarlbergs Landesstatthalter (Landeshauptmann-Stellvertreter) Markus Wallner am Montag auf einer Pressekonferenz.

Herzstück sei die Initiative „Mehr Spaß mit Maߓ, sagte Wallner. Die „sehr wirksame“ Aktion wolle man nun noch weiter ausbauen. „Jeder, der im Alltag mit Jugendlichen zu tun hat, wird auch mit deren Umgang mit Alkohol konfrontiert“, so Wallner und nannte neben Kassiererinnen, Trainern, Eltern, Veranstaltern von Zeltfesten und Pädagogen auch die Gemeinden. Sie alle sollen in der künftigen Präventionsarbeit verstärkt eingebunden werden. „Zwar kann keiner dieser Beteiligten das Problem Alkohol alleine lösen, aber jeder kann seinen Beitrag leisten“, betonte Wallner.

Erste Erfolge konnte die Initiative laut „Mehr Spaß mit Maߓ-Leiter und Suchtexperte Reinhard Haller bereits verzeichnen. In den vergangenen drei Jahren habe man mehr als 2.100 Mystery Shopping-Aktionen durchgeführt. Während 2004 in den „Mehr Spaß mit Maߓ-Partnerbetrieben im Handel noch etwa 45 Prozent der Jugendlichen unter 16 Jahren Alkohol bekamen, erhielten dies 2006 nur noch 30 Prozent. Auch im übrigen Handel erhielten 2006 nur mehr 38 Prozent der Heranwachsenden alkoholische Getränke (2004: 58 Prozent). In der Gastronomie habe sich das Ergebnis von etwa 70 Prozent Abgabe im Jahr 2004 auf 41 Prozent im Jahr 2006 verbessert. Noch Probleme habe man allerdings noch bei bei den öffentlichen Veranstaltungen der Vereine und bei Events. 2004 bekamen dort 92 Prozent der Jugendlichen Alkohol, 2006 waren es immer noch 75 Prozent.

Haller erklärte, bei Alkohol müsse ein gesellschaftliches Umdenken erzielt werden. Dazu sei eine klare Gesetzgebung seitens der Politik und die Zivilcourage des Einzelnen erforderlich. Man müsse Jugendliche außerdem an einen mündigen Umgang mit Alkohol heranführen, Abstinenz sei nicht das Ziel. Zudem müssten andere Probleme, die hinter dem Alkoholmissbrauch stünden, behandelt werden. „Wir müssen weg von dieser Ballermann-Kultur“, forderte Haller ein Zurück zur „Genusskultur“.

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