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Weltweit ältester KZ-Überlebender verstorben

Der älteste KZ-Überlebende, Leopold Engleitner aus St. Wolfgang im Salzkammergut, ist tot. Der 107-Jährige verstarb bereits am 21. April, wie erst jetzt bekannt wurde.

Das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands veröffentlichte auf seiner Homepage einen kurzen Nachruf. Am 23. Juli wäre er 108 Jahre alt geworden.

Als “Bibelforscher” im Visier der Gestapo

Engleitner wurde 1905 in Strobl am Wolfgangsee geboren und wuchs in der Kaiserstadt Bad Ischl auf. Der Prunk der Monarchie missfiel ihm angesichts der bitteren Armut des Volkes. Als im Ersten Weltkrieg Glocken zu Kriegsgerät verarbeitet wurden, verlor er sein Vertrauen in die Kirche. Er wurde Zeuge Jehovas und geriet nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten als “Bibelforscher” ins Visier der Gestapo.

Im KZ Koffer für Heimreise gekauft

Der einfache Bauernknecht ließ sich aber nicht vereinnahmen. Er grüßte nicht mit “Heil Hitler!” und schwor seiner religiösen Überzeugung nicht ab. Er war in den Konzentrationslagern Buchenwald, Niederhagen und Ravensbrück interniert. Obwohl er bis auf 28 Kilo abmagerte, ließ sich sein Optimismus nicht brechen. Er kaufte sich im KZ sogar einen Koffer für die – unmöglich scheinende – Heimreise. Engleitner überlebte.

1943 wurde er in die Zwangsarbeit entlassen. Als er 1945 doch noch den Einberufungsbefehl erhielt, floh er ins Gebirge und versteckte sich wochenlang in einer Höhle und später in einer Almhütte.

Lebensgeschichte wurde verfilmt

Auch mit über 100 Jahren reiste er immer wieder durch Europa und in die USA, um seine Geschichte jungen Menschen nahezubringen. Zuletzt wurde eine Dokumentation über seine Lebensgeschichte in den USA ausgezeichnet.

Die Lebensgeschichte Engleitners wurde in der Dokumentation “Ladder in the Lion’s Den” (“Leiter in der Löwengrube”) verfilmt. Wenige Tage vor seinem Tod war der Streifen, für den sein Biograf Bernhard Rammerstorfer verantwortlich zeichnet, beim “Fallbrook International Filmfestival” in den USA als beste Kurzdokumentation ausgezeichnet worden. (APA)

 

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