Weiter Ringen um Milchpreis

Schwarzach - Sechs Cents mehr pro Liter Frischmilch. Eine goldene Nase verdient sich damit keiner, der sie nicht schon vorher hatte. Schon gar nicht die Vorarlberger Bauern, die kaum für das unterste Preissegment Milch liefern. Vorarlberger Milch ist ein Qualitätsprodukt, heißt es.

Noch kein Jubel

Kein Wunder also, dass nach der gestrigen Milchpreiserhöhung, die der Hoferkonzern für seine günstigste Frischmilch umsetzte, die Vorarlberger Landwirte sich nicht eben glückselig zeigten. Geht der Kampf um faire Preise für faire Produkte aus der Region für sie doch weiter. Ein Kampf auch um die Existenz einer Landwirtschaft, die im EU-weiten Wettbewerb Schwierigkeiten hat. „Diese kleinstrukturierte, regionale Landwirtschaft wird der Industrialisierung geopfert, wenn es so weitergeht”, findet etwa Landwirtschaftskammerpräsident Josef Moosbrugger harte Worte. Insofern könnte die Milchpreiserhöhung von Hofer, der gestern auch Spar nachzog, nicht als Lösung gesehen werden „sondern als erster Schritt”, wie Moosbrugger betont. Es sei jedoch überaus wichtig gewesen, die Talfahrt, die der Milchpreis in den vergangenen Monaten genommen habe, endlich aufzuhalten. „Die Erhöhung soll der Anfang sein. Und ich verstehe sie als ein Signal an die Bauern”, erklärt Moosbrugger. Er spricht sich, wie auch Landesrat Erich Schwärzler, für eine differenziertere Agrarpolitik der EU aus, die auch auf die Bedürfnisse einer kleinstrukturierten Landwirtschaft eingehe. „Sonst verfehlt die gesamte Agrarpolitik doch ihre Grundsätze”, so Moosbrugger. Die Handelskette Spar, die für die kommenden Tage eine Milchpreiserhöhung versprochen hatte, ließ gestern vermelden, man bekenne sich zur Partnerschaft mit der Vorarlberger Landwirtschaft. „Zu dieser Solidarität gehört auch, dass wir die Milch im Lande kaufen und den Bauern einen fairen Milchpreis ermöglichen”, hieß es aus der Spar-Zentrale in Dornbirn. Beim regionalen Nahversorger Sutterlüty war gestern kein Kommentar einzuholen man stehe ab Mittwoch für Gespräche zur Verfügung, hieß es.

 

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