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Bordell-Pläne: "Weißes Haus" am Prüfstand

„Käufliche Liebe“ wird in der Hohenemser Stadtvertretung zu einem ernsthaften Thema.
„Käufliche Liebe“ wird in der Hohenemser Stadtvertretung zu einem ernsthaften Thema. ©BilderBox
Hohenems - Der Bludenzer Hermann Hahn wurde mit einem Bordell-Projekt im Emser Stadtrat vorstelllig.


Die Grafenstadt könnte schon bald um eine Attraktion reicher sein. Denn: Der Bludenzer Geschäftsmann und Gastronom Hermann Hahn, 53, möchte in Hohenems ein Freudenhaus errichten. Vorbereitungen dazu wurden von Hahn schon getroffen. Am 29. November stellte Hahn sein Projekt, das in der Furchgasse zwischen den Firmen Gastro Tech und i+R Schertler entstehen soll, dem Hohenemser Stadtrat vor. „Wir haben ein ordnungsgemäßes Ansuchen bei der Stadt Hohenems eingereicht und auch bereits Sicherheits- und Gesundheitsbehörden von unserem Vorhaben informiert“, verriet der Bludenzer den VN. „Was jetzt kommt, liegt in den Händen der Stadt-verantwortlichen.“

Unternehmerinnen

Was Hermann Hahn in der Furchgasse nahe des Hohen­emser Flughafens vorhat, liegt – quasi amtlich – auf dem Tisch. Der Geschäftsmann möchte an genanntem Standort ein eigenes Gebäude für das Bordell errichten. Laut dem im vergangenen Mai eingereichten Ansuchen soll das Haus zum Arbeitsplatz für 20 bis 25 Damen aus dem horizontalen Gewerbe werden, die dort als eigenständige Unternehmerinnen ihre Dienste anbieten. Geplant ist die Einrichtung von 21 Zimmern sowie ein Gastronomiebereich. Die erzielten Einnahmen sollen nach einem bestimmten Schlüssel zwischen den Prostituierten und den Bordell-Betreibern verteilt werden. Das gesamte Unternehmen soll zehn weitere Arbeitsplätze bieten und von zwei Geschäftsführern geleitet werden.

Strenge Standards

Hahn möchte sich an höchste gesundheitliche und sicherheitspolizeiliche Standards halten. Neben dem Amtsarzt soll ein Gynäkologe die Damen wöchentlich untersuchen. Ein Sicherheitsbeauftragter, der zudem noch Arzt ist, soll einen problemlosen Betriebsablauf garantieren. Der Stadt Hohenems stellt Hahn nicht unbeträchtliche Einnahmen aus Kommunal- und Tourismusabgaben in Aussicht und möchte darüber hinaus als Vereinssponsor in Erscheinung treten. Als Name für das Etablissement steht pikanterweise „Weißes Haus“ zur Diskussion. Der Standort Hohenems ist für den potenziellen Betreiber vor allem wegen der Nähe zur Schweiz attraktiv.

Stadtchef vorsichtig

Im Hohenemser Stadtrat herrscht lauf VN-Informationen eine geteilte Haltung zum Projekt. Jene, die sich ein Bordell in Hohenems vorstellen können und jene, die dagegen sind, halten sich die Waage. Für einen Entschluss pro Freudenhaus braucht es jedoch eine Mehrheit. Eine sehr neutrale Haltung nimmt Bürgermeister Richard Amann ein. „Es handelt sich um ein Thema, das man nicht einfach meiden kann. Das Projekt wurde vorgestellt, und jetzt kann es in den Fraktionen diskutiert werden.“ Seine persönliche Haltung zum Vorhaben des Bludenzer Geschäftsmanns wollte Amann nicht preisgeben. „Es tun sich bei diesem Thema sehr viele Fragen auf. Diese müssen alle zuerst geklärt werden. Ich möchte ganz sicher nicht, dass ein solches Projekt die Kommune spaltet“, meinte das Stadtoberhaupt.

Stichwort

Bordellbetrieb: Laut Sittenpolizeigesetz Vorarlberg aus dem Jahre 1976 liegt die Genehmigungspflicht für ein Bordell bei der Kommune. In Vorarlberg stand ein Bordell zum letzten Mal in Hard zur Diskussion. Das Projekt wurde damals abgelehnt.

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