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Weidlinger mit müden Beinen

Günther Weidlinger hat bei seinem Comeback bei einem Leichtathletik-Großereignis über 3.000 m Hindernis den zwölften Platz belegt. Die Welttitelkämpfe mussten wegen eines Unwetters zwei Stunden unterbrochen werden.

Der 27-jährige Oberösterreicher benötigte im Endlauf der WM am Dienstagabend in Helsinki 8:22,84 Minuten, der Sieg ging in 8:13,31 Minuten an Saif Saaeed Shaheen aus Katar, Silber holte sich der Kenianer Ezekiel Kemboi (8:14,95), Bronze ging an dessen Landsmann Brihim Kipruto (8:15,30). Unmittelbar nach dem Lauf gab Weidlinger auch bekannt, dass er auf einen Start über die 5.000 m (Vorläufe am Donnerstag) verzichtet: “Das macht keinen Sinn mit den müden Beinen. Wenn ich hier unter die ersten Acht gekommen wäre, dann wäre ich angetreten. Aber so fehlt es mir auch an der Motivation.” Im Hindernisfinale hatte er nach eigenen Angaben alles versucht: “Der erste Kilometer war sehr langsam, das hat mich geärgert, also habe ich versucht, etwas Tempo zu machen. Aber die Spanier drängen und schupfen immer so, das war mir dann zu gefährlich da vorne. Blanco (Jose Luis/Anm.) hätte fürs Schupfen die Goldmedaille gewonnen. Von der Taktik her kann ich mir nichts vorwerfen”, meinte Weidlinger.

Verpatzer WM-Zehnkampftag für Schwarzl
Zumindest noch einigermaßen versöhnlich ist der verpatzte erste Zehnkampf-Tag für Roland Schwarzl zu Ende gegangen. Der Kärntner liegt nach fünf von zehn Disziplinen mit 3.819 Punkten nur an der 19. und letzten Stelle, hatte aber einen guten 400-m-Lauf zum Ausklang. Die Spitzenposition hat der US-Amerikaner Bryan Clay mit 4.527 Punkten vor dem tschechischen Weltrekordler Roman Sebrle (4.513) und dem Esten Kristjan Rahnu (4.404) inne. Schwarzl bot nach starken 100 Metern (11,06 Sek./Saisonbestzeit) im Weitsprung (7,10 m), Kugelstoßen (13,73 m), Hochsprung (1,82 m) erschreckend schwache Leistungen, nahm über die 400 m (Laufzweiter in 50,81 Sek.) aber ein gutes Gefühl mit raus in die kalte und regnerische Suomi-Nacht. Was für den Olympiazehnten jetzt noch drinnen ist? “Ein 14. Platz vielleicht. Ich hoffe auf einen starken zweiten Tag.”

Kein Tag für Titelverteidiger
Der durch das Wetterchaos beeinträchtigte vierte Tag der Leichtathletik-WM hat neben der erfolgreichen Titelverteidigung von Hindernis-Weltrekordler Saif Saaeed Shaheen aus Katar noch zwei neue Weltmeister gebracht: Über 800 m der Frauen gewann überraschend die Kubanerin Zulia Calatayud in 1:58,82 Minuten ihren ersten großen Titel, während Gold über 400 m Hürden an den favorisierten US-Amerikaner Bershawn Jackson in erstklassigen 47,30 Sekunden ging.

Superstar und Titelverteidiger Felix Sanchez aus der Dominikanischen Republik, der seit längerem mit einer Oberschenkelblessur zu kämpfen hat, schied bereits in der Anfangsphase des Hürdenfinales aus. Die weiteren Medaillen gingen an dessen Landsmann James Carter (47,43) sowie den Japaner Dai Tamesue (48,10). Über 800 m hatte die Olympia-Achte und Weltranglisten-Erste Calatayud im Finish die mit Abstand größten Reserven der Finalteilnehmerinnen und siegte klar vor der Marokkanerin Hasna Benhassi (1:59,42), die schon vor einem Jahr bei den Sommerspielen in Athen Silber geholt hatte. Die Jahresweltbeste Tatjana Andrianowa aus Russland (1:59,60) musste sich mit Bronze zufrieden geben, während Titelverteidigerin Maria Mutola aus Mosambik (1:59,71) nach einer taktisch katastrophalen Vorstellung nur Vierte wurde.

Links zum Thema:
Leichtathletik-WM 2005
IAAF

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