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Warum Satellitenkunden für die Digitalkarte selber zahlen müssen

Satellitenkunden müssen für den ORF-Empfang extra zahlen - oder auf eine Weihnachtsüberraschung hoffen.
Satellitenkunden müssen für den ORF-Empfang extra zahlen - oder auf eine Weihnachtsüberraschung hoffen. ©AFP
Dornbirn. 250.000 ORF-Digital-Satellitenkarten werden 2016 ablaufen und müssen ausgetauscht werden - auf Kosten der Nutzer, zusätzlich zur GIS. Der ORF betont, dies sei notwendig, um keine Bevorzugung herzustellen.

Nach fünf Jahren muss jede ORF-Digital-SAT-Karte ausgetauscht werden. Der Grund: Nur solange kann die Sicherheit des Verschlüsselungscodes und die Funktionalität der Karte garantiert werden. Informiert werden die Nutzer per Post. Wer weiterhin den ORF per Satellit empfangen können will, muss daraufhin die Karte austauschen lassen – zum Selbstkostenpreis von 17,90 Euro.

250.000 Karten allein 2017

Dies betrifft allein 2016 250.000 Satellitenkarten. Die Ironie: Das Programmentgelt muss nur entrichten, wer auch in der Lage ist, das Programm zu empfangen. Wer den ORF über Satellit empfängt, zahlt beim Kartentausch dafür, die Gebühr entrichten zu müssen. Die Begründung des ORF: Alles andere wäre ein Bevorzugung von Satellitenempfänger.

Das Problem: Die Senderechte

Denn der ORF ist im Inland auch terrestisch über Antenne empfangbar. Vielen ist das Programmangebot über Antenne jedoch nicht ausreichend – sie wechseln daher auf Satellit. Dessen Empfang ist jedoch nicht auf Österreich begrenzt, ganz im Gegensatz zu den Ausstrahlungsrechten des ORF. Die Ausstrahlungsrechte für ganz Europa zu erwerben, sei weder im Auftrag des ORF enthalten noch wirtschaftlich tragbar. Daher muss das Programm verschlüsselt werden – und für die Entschlüsselung ist eine Smartkarte notwendig.

Gratis SAT-Karte wäre Bevorzugung

Die Argumentation des ORF: Wenn man diese Karte nun kostenfrei an die Seher weitergebe, stelle dies eine Bevorzugung von Satellitenkunden gegenüber Antenne und Kabel und eine Ungleichbehandlung von Gebührenzahler dar. Schließlich stelle das Programmangebot per Satellit nur einen zusätzlichen Service des ORF als Ergänzung zum terrestischen Angebot dar. Die GIS-Gebühren müssen vonseiten des ORF außerdem “nach den Maßgaben der Sparsamkeit und Zweckmäßigkeit” verwendet werden, betont ORF-Sprecher Alexander Horacek gegenüber VOL.AT.

Selbstkosten werden an Satellitenkunden weitergereicht

Daher müsse man den Nutzern von Satellitenfernsehen die Karte in Rechnung stellen – und zwar zum Selbstkostenpreis, wie man vonseiten des ORF betont. Man verdiene mit den ORF-Digital-SAT-Karten kein Geld, man müsse jedoch aus besagten rechtlichen Gründen den finanziellen Aufwand zum Selbstkostenpreis an die Satelliten-Seher weiterzureichen.

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