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Walter Klaus trennt sich von der "Silvretta Nova"

Gaschurn - Dipl.-Ing. Franz Markowski und Ing. Harald Bohle sind mit sofortiger Wirkung die neuen Eigentümer der Silvretta Nova Bergbahnen AG.

Walter Klaus hat das Herzstück seines Touristikimperiums an zwei langjährige Weggefährten verkauft, wie die „VN“ exklusiv erfuhren.

Überraschend

Eine einsame, überraschende Entscheidung „dieser drei Herren“ sei es gewesen, berichten enge Vertraute aus dem Aufsichtsrat. Auch der Vorsitzende dieses Gremiums, Dr. Edi Tschofen, bewertet die Entwicklung ähnlich – sieht aber Kontinuität gegeben: „Es ist sicher ein überraschender Vorgang. Grundsätzlich ist aber zu sagen, dass es der Walter gut gemacht hat. Ich hoffe nun, dass es auch die neuen Eigentümer gut machen.“

Die „Neuen“ sind in der Firmengruppe keine Unbekannten. Von Anfang an dabei, sind sie langjährige Mitglieder des Aufsichtsrats. Schon bisher war der Tiroler Liftunternehmer Markowski nach Klaus der zweitgrößte Aktionär – neben Klaus’ Übermacht freilich nur mit einer Minderheitsbeteiligung im einstelligen Bereich.

Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Der Gruppenumsatz des Touristikunternehmens betrug zuletzt 45 Millionen Euro. Wie viele der 1,2 Millionen Stückaktien der Silvretta Nova die neuen Eigentümer nun exakt halten, ist nicht bekannt. Jedenfalls haben Markowski und Bohle die Anteile von Walter Klaus – dieser besaß knapp 87 Prozent der Aktien – gemeinsam übernommen.

Im „VN“-Gespräch bekennen sich die neuen Eigentümer zu Walter Klaus’ Führungsstil: „Wir sind am Gedeihen des Montafon interessiert und werden das Unternehmen im bisherigen Sinn weiterführen“, sagt der 78-jährige Kaufmann Harald Bohle.

Walter Klaus hat sich somit komplett aus der Silvretta Nova Bergbahnen AG zurückgezogen, hat jegliche Macht an Nova, Hochjoch, Diedamskopf und Muttersberg abgegeben. Unberührt vom Mega-Deal im Montafon bleiben die österreichische und Schweizer Bodensee-Schifffahrt, das Skigebiet Sulden und die beiden Gastronomiebetriebe in Bludenz und Bregenz. Sie befinden sich in Privatbesitz, gehören nicht zum Verkaufspaket.

Abschiedsbrief

Der 73-jährige Kommerzialrat begründet den Rückzug im „VN“-Exklusivinterview mit der Gesundheit: „Dies hat einfach gesundheitliche Gründe. In meinem Alter bedeutet jeder Tag enorm viel Arbeit. Ich habe dreißig Jahre lang enorm viel Aufbauarbeit in der Silvretta-Nova-Gruppe geleistet. Meine Kraft reicht einfach nicht für zusätzliche Arbeiten aus.“ Von seinen Mitarbeitern und Geschäftspartnern verabschiedet sich Walter Klaus mit einem sehr persönlichen Brief, den die Adressaten heute im Briefkasten finden werden.

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