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Walfangkommission billigte Jagdquoten

Alaska - Einhellig billigten die Delegierten die Sonderquoten für die Arktis-Völker in den USA und in Russland. Sie dürfen künftig weiterhin 67 Grönlandwale und 140 Grauwale pro Jahr jagen.

Dänemark hat mit seinem Wunsch nach einer Ausweitung der Waljagd vor Grönland bei der Internationalen Walfangkommission (IWC) einen vorläufigen Rückschlag erlitten. Eine Anhebung der Fangquoten für die grönländischen Inuit will die Mehrheit der Mitgliedstaaten nicht akzeptieren.

Die Abstimmung über einen entsprechenden Antrag Dänemarks wurde auf der IWC-Jahrestagung in Anchorage (US-Bundesstaat Alaska) vertagt. Die Delegationen billigten am Dienstag (Ortszeit) jedoch einstimmig den Walfang der Arktis-Völker in den USA und Russland sowie der Bequia in der Karibik zur Existenzsicherung.

Die Bestrebungen Japans gemeinsam mit Norwegen und Island, den kommerziellen Walfang wieder zuzulassen, würden „dieses Mal wohl im Sande verlaufen“, sagte der Staatssekretär im deutschen Agrarministerium, Gert Lindemann. Die Walfanggegner seien in der „komfortablen Lage einer leichten Mehrheit“. Gleichwohl habe es auch dieses Mal zwischen den beiden Lagern gekracht. “Ärger gibt es regelmäßig mit den Dänen“, die für Grönland und die Färöer-Inseln höhere Quoten beanspruchten. Sie „scheren regelmäßig aus dem europäischen Konzert aus“, sagte Lindemann.

Dänemark beansprucht für sein teilautonomes Außengebiet Grönland künftig 730 Tonnen Walfleisch pro Jahr und begründet den steigenden Bedarf mit der wachsenden indigenen Bevölkerung. Dafür müssten Grönländer künftig nach dänischer Ansicht 212 Zwerg-, 19 Finn-, zehn Buckel- und zwei Grönlandwale töten dürfen. Lindemann betonte dagegen in der Verhandlung, nur die bisherigen Quoten von 187 Zwerg- und 19 Finnwalen erschienen gerechtfertigt. Dieser Position Deutschlands schlossen sich zahlreiche Walschutznationen an.

Auf Ablehnung stieß in Anchorage vor allem die Forderung nach zehn Buckelwalen. Nach Erkenntnis des IWC-Wissenschaftsausschusses haben sich die Buckelwale noch nicht so weit regeneriert, dass sie wieder zur Jagd freigegeben werden könnten.

Einhellig billigten die Delegierten die Sonderquoten für die Arktis-Völker in den USA und in Russland. Sie dürfen wie bisher 67 Grönlandwale und 140 Grauwale pro Jahr zum eigenen Verzehr töten. Auch die Jagdquote von vier Buckelwalen pro Jahr für das indigene Bequia-Volk in der Karibik wurde einstimmig bestätigt.

Trotz des weltweiten Walfangmoratoriums dürfen bestimmte Völker eine geringe Zahl Großwale zur Existenzsicherung töten. Für die etwa 5.000 Inuit in Alaska hat der Walfang auch religiöse Bedeutung und wird von ihren Gemeinden mit traditionellen Tänzen, Gebeten und Zeremonien gefeiert.

Japans Antrag, seinen Fischern vergleichbare Rechte für eine küstennahe Waljagd wie den indigenen Völkern einzuräumen, wurde zunächst verschoben. Kritiker befürchten, dass die von Japan geforderte Freigabe der küstennahen Jagd auf Zwergwale einer „De-facto-Aufhebung des Walfangmoratoriums“ gleich käme. Die Tagung der Walfangkommission endet an diesem Donnerstag (Ortszeit).

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