"Brand aus" nach Großeinsatz in Waldgebiet in NÖ

Das Ende des Feuerwehreinsatzes nach wochenlanger Arbeit ist da
Das Ende des Feuerwehreinsatzes nach wochenlanger Arbeit ist da ©APA/BARBARA BUCHEGGER
Nach 13 Einsatztagen ist bei der Bekämpfung der Flammen im Waldgebiet in Hirschwang in der Marktgemeinde Reichenau a.d. Rax (Bezirk Neunkirchen) vorläufig "Brand aus" gegeben worden. Darüber informierten am Samstag Niederösterreichs LHStv. Stephan Pernkopf (ÖVP), Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner und Einsatzleiter Josef Huber. An Ort und Stelle waren in den vergangenen Tagen in Summe fast 9.000 Helfer, darunter mehr als 7.750 Feuerwehrleute.

"Sie alle sind die Helden von Hirschwang", betonte Pernkopf in Richtung der Helfer. "Wir haben gesehen: Die Kräfte der Natur sind stark, aber auch die Kräfte der Einsatzkräfte sind unglaublich stark." Gegangen sei es in den vergangenen 13 Tagen darum, Schutz von Menschen, Gemeinden und Hab und Gut zu gewährleisten.

Fahrafellner ortete "höchst außerordentliche Leistungen" der Einsatzkräfte: "Die niederösterreichischen Feuerwehren haben wieder mal bewiesen, dass sie bestens aufgestellt, hoch motiviert und hervorragend ausgebildet sind. Und noch eines hat uns dieser Einsatz vor Augen geführt: Dass unsere Investitionen in die Waldbrandbekämpfung eine richtige Entscheidung waren." Zudem habe die Feuerwehr gezeigt, dass sie über lange Zeit funktionstüchtig und einsatzbereit bleiben könne.

Bezirkskommandant Huber führte ins Treffen, dass "anstrengende und höchst fordernde Tage für alle, die an diesem Einsatz beteiligt waren", zu Ende gehen. "Ich möchte allen Mitgliedern ein großes Kompliment aussprechen und ihnen Danke sagen, für ihren vorbildlichen und ungebrochenen Einsatz über so viele Tage", hob der Bezirksfeuerwehrkommandant hervor.

Der Waldbrand war am Montag vergangener Woche am sogenannten Mittagsteig in Hirschwang ausgebrochen. Das Feuer breitete sich extrem rasch aus - innerhalb von zehn Stunden von fünf auf etwa 115 Hektar. Feuerwehrangaben zufolge entwickelte sich in steilem und felsigem Gelände einer der aufwendigsten Löscheinsätze im Bereich der Waldbrandbekämpfung der vergangenen Jahrzehnte.

Seitens der Feuerwehrmitglieder wurden nach Angaben von Franz Resperger vom Landeskommando in Summe 186.072 Einsatzstunden geleistet. An Ort und Stelle waren außerdem 1.355 Fahrzeuge. 33 Katastrophenhilfsdienst-Züge brachten es mit einer Personenstärke von knapp 3.000 Leuten auf 71.928 Einsatzstunden.

Es gab 14 Verletzte, wobei aber keine schweren Blessuren registriert wurden. Auch Corona machte nicht Halt vor den Helfern: Bis Samstag wurden laut Landessanitätsstab 24 Fälle verzeichnet.

Das Innenministerium entsandte 132 Mitglieder in den Bezirk Neunkirchen, das Bundesheer 337 und die Bergrettung 283. Ebenfalls an Ort und Stelle waren 88 Personen aus der Forstdirektion Wien. Die betroffenen Flächen im Bereich Hirschwang stehen nämlich im Eigentum der Gemeinde Wien und dienen teils als Quellenschutzwälder, weshalb auch der Wiener Forstdirektor Andreas Januskovecz und der Chef der Forstverwaltung, Peter Lepkowicz, der Einsatzleitung mit ihrem Wissen zur Verfügung standen.

Mit einem Dank an die Helfer stellten sich aufgrund des Bezugs zur Bundeshauptstadt am Samstag auch Wiens Bürgermeister Michael Ludwig und Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky (beide SPÖ) ein. "Die außergewöhnlichen Leistungen aller Einsatzkräfte haben dazu beigetragen, Wiens Wasserquellen zu schützen. Jetzt wird es darum gehen, die abgebrannten Waldflächen behutsam und nachhaltig wieder aufzuforsten", hieß es in einer Aussendung.

Bei den Löscharbeiten eingebunden waren Kräfte aus allen Bundesländern, wurde betont - "vor allem von den Feuerwehren aus Oberösterreich, Salzburg, der Steiermark, Tirol, Kärnten, dem Burgenland und Wien". 103 Mitglieder des sogenannten Sonderdienstes Versorgung bereiteten in 1.800 Einsatzstunden 13.549 Mahlzeiten zu. Verzehrt wurden 2.600 Kilo Fleisch und Wurst sowie 23.500 Semmeln.

Neben einem Schulterschluss der Bundesländer gab es aber auch internationale Hilfe, vor allem aus der Luft. Italien entsandte zwei Canadair-Maschinen des Typs CL-415, die mit der Löschwasserentnahme aus der Neuen Donau rund um Allerheiligen auch in Wien für Furore sorgten und zahlreiche Schaulustige anzogen. Aus Deutschland kamen zwei Spezialhubschrauber - Sikorsky CH-53 - und aus der Slowakei eine Maschine vom Fabrikat Mil Mi-17. "Die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr waren heuer schon in Nordmazedonien und Belgien, um bei Naturkatastrophen zu helfen. Diese europäische Solidarität und der Dank ist nun zurückgekommen und zurückgegeben worden", führte Pernkopf ins Treffen.

Durchgeführt wurden von 16 Fluggeräten aus dem In- und Ausland 4.348 Turns, die über dem Rax-Schneeberg-Gebiet abgeworfene Wassermenge belief sich auf etwa fünf Millionen Liter. Geleistet wurden 619 Pilotenstunden.

Hinsichtlich der Brandursache gehen die Ermittler weiter von einer "fremden Zündquelle" aus. Ein Lagerfeuer könnte dabei eine Rolle gespielt haben. Zeugeneinvernahmen werden vorgenommen, Luftbilder ausgewertet, hieß es seitens der Landespolizeidirektion Niederösterreich. Im Laufe der kommenden Tage werden die Ermittler auch immer wieder im betroffenen Waldgebiet unterwegs sein.

(APA)

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