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Waibel will kürzer treten

Wolfram Waibel jun. zählt zu den erfolgreichsten Sportlern in Vorarlberg bzw. Österreich. Der 33-jährige Hohenemser wird nach seinem Start bei Olympia in Athen die Prioritäten aber neu verlagern.

Der Schützensport steht dann nicht mehr im Mittelpunkt für den zweifachen Medaillengewinner bei Olympia.

VN: Wie sieht die Veränderung konkret aus?
Wolfram Waibel: “Zum einen werde ich meinen Vertrag beim Bundesheer per 31. Mai beenden. Ich hätte zwar das Angebot, mit der Umstellung zur Militärperson auf Zeit noch bis zu meinem 40. Lebensjahr zu verlängern, werde dieses Angebot aber nicht annehmen.”

VN: Bedeutet dies, dass du nach Olympia in Athen deine sportliche Karriere beendest?
Waibel: “Nicht ganz, es wird aber eine ganz klare Einschränkung geben. Nach den Sommerspielen in Athen werde ich zwar in meiner Spezialdisziplin, dem KK-Liegendbewerb internationale Wettkämpfe bestreiten. In der KK-Dreistellung bzw. mit dem Luftgewehr werde ich ab August dieses Jahres nur noch auf der nationalen Ebene im Einsatz sein.”

VN: Wie ist dieser Rückzug auf Raten zu verstehen?
Waibel: “Ich bin seit 20 Jahren ununterbrochen im Nationalkader und übe den Schützensport seit 1989 unter professionellen Bedingungen aus. Die 15 Jahre haben aber bei mir Spuren hinterlassen. Der stark reduzierte Trainingsaufwand in Zukunft lässt den Tanz auf drei Hochzeiten nicht zu. Deshalb habe ich mich entschlossen, nur noch im Liegendbewerb meine Karriere ausklingen zu lassen.”

VN: Gibt es schon Pläne, was du in beruflicher Hinsicht nach Athen machen wirst?
Waibel: “Konkrete Vorstellungen sind logischer weise vorhanden, doch vorerst will ich mich noch nicht darüber äußern. Die Vorbereitungen auf die Spiele in Athen haben derzeit oberste Priorität.”

VN: Wird es einen Nationaltrainer Waibel jun. geben?
Waibel: “Den gibt es schon, allerdings nicht in Österreich. Seit einigen Jahren bin ich ehrenamtlich für den liechtensteinischen Verband als Trainer tätig. Von Seiten des Österreichischen Schützenbundes hat bis dato noch niemand mit mir Kontakt aufgenommen.”

VN: Was wäre für dich der absolute Traumberuf?
Waibel: “Meine Pläne gehen in die Richtung der mentalen Betreuung. Zu Beginn meiner Karriere hatte ich mehrere heiße Diskussionen mit meinem Vater über die Sinnhaftigkeit der psychologischen Anteile am Trainingsprozess eines Sportlers. Mit den Wettkampfjahren habe ich dann aber am eigenen Leib verspürt, wie wichtig und leistungsfördernd diese Komponente im Spitzensport ist. Hier würde ich gerne meine Erfahrungen an die jungen Sportler weitergeben.”

Zur Person:
Der 33-jährige Hohenemser nahm im Verlauf seiner Karriere an den Olympischen Spielen in Barcelona (1992), Atlanta (1996) und Sydney (2000) teil, für die 28. Sommerspiele in Athen 2004 ist er fix qualifiziert.
Geboren: 22. Februar 1970
Wohnort: Hohenems
Größe/Gewicht: 184 cm/80 kg
Beruf: Zeitsoldat HLZ 9 in Dornbirn
Familienstand: verheiratet mit Daniela, Tochter Sheileen
Verein: USG Altach
Hobbys: Gokart fahren, Formel 1

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