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Wahlcountdown - noch 27 Tage

Während die ÖVP am Montag stolz ihr neues Kindergeld präsentierte, hatte die eigentlich zuständige Familienministerin Andrea Kdolsky (V) anderes Wichtiges zu tun.

Karies

“Österreich soll Musterland bei Kariesprophylaxe werden”, war ihr Slogan bei einer fast gleichzeitig abgehaltenen Pressekonferenz. Anlass für diese Ansage ist der “bereits zum sechsten Mal abgehaltene Monat der Mundgesundheit.” Für Kdolsky stellte Wirtschaftsstaatssekretärin Christine Marek (V) das Kindergeld-Modell vor. Sie gilt als Anwärterin für Kdolskys Job, nachdem diese nach parteiinternem Druck bereits den Abschied aus der Politik angekündigt hat.

Plakat antik

Salzburg-Niederalm ist anders, zumindest was den ÖVP-Spitzenkandidaten betrifft. Diesen Eindruck suggeriert eine Plakatserie direkt an der Bundesstraße. Zwischen dem lächelnden “Neue Wahl”-Plakat von SPÖ-Chef Werner Faymann und dem “Soziale Sicherheit für unsere Leut'”-Plakat von FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache lächelt den Autofahrern nicht Wilhelm Molterer sondern Wolfgang Schüssel entgegen – “Einfach der Bessere – Schüssel wählen”, fordert die Volkspartei auf einem vermutlich von vor zwei Jahren übergebliebenen Plakat.

Frommer Wunsch

“Ich wünsche mir die nächsten Wahlen in fünf Jahren”. Walter Rothensteiner, Chef der Raiffeisen Zentralbank (RZB) und Banken-Obmann in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) wäre schon froh, würde eine neue Regierung endlich einmal wieder die volle Legislaturperiode ausnutzen. Zu seinen Koalitionspräferenzen äußerte sich der “schwarze” Banker nicht.

Zweiklang

Grünen-Bundessprecher Alexander Van der Bellen hat seit heute ein eigenes Komitee, ein sehr musikalisch geprägtes. Neben den Alt-Austropoppern Boris Bukowski und Andy Baum findet sich auch Louie Austen unter den Van der Bellen-Fans. Dessen Band, “Tha Family”, geht ganz andere Wege. Die Combo, auf Austen’s Homepage als “Louie’s Band” ausgewiesen, hat mit der SPÖ vergangenen Freitag deren Wahlkampfauftakt bestritten und auch den offiziellen roten Wahlsong, die Cover-Version von “Don’t stop thinking about tomorrow” beigesteuert.

Bescheidenheit

In Tirol dürften die Bäume für die ÖVP derzeit nicht in den Himmel wachsen. Hatte die Volkspartei bei der letzten Nationalratswahl noch 44 Prozent, geht man es diesmal mit allerhöchster Bescheidenheit an. Hauptgeschäftsführer Johannes Rauch meinte in der “Tiroler Tageszeitung”: “Wir werden uns aufgrund der bundesweiten Stimmung wohl eher am Ergebnis von der Wahl 99 orientieren, als wir ungefähr bei 30 Prozent lagen.”

Freizeit

Kanzler Alfred Gusenbauer scheint es derzeit nachgerade zu genießen, dass er die SPÖ kein drittes Mal in eine Wahl führen muss. Nicht einmal Nachhilfe geben muss er, wie Österreichs berühmtester Stützlehrer im “Standard” kundtut, freilich nur wegen des Sommers, nicht wegen mangelnden Interesses: “Es kommen immer wieder Schüler und sagen, sie würden gerne im Kollektiv ihren Anteil an Nachhilfestunden konsumieren.” Gusenbauers größte Stärke als Lehrer? – “dass ich ein gutes Gefühl dafür habe, wo der Punkt der Schwäche ist, den man versuchen muss zu überwinden.”

Stimme(n) zum Tag

“Es ist immer so, dass die Grabsteininschrift meistens positiver ist, als die Nachrede zu Lebenszeiten.” – Gusenbauer und der politische Tod.

“Willi sei fromm. Gib ein bisschen von diesen 1,5 Milliarden zurück.” – SP-Pensionistenchef Karl Blecha fordert Finanzminister Wilhelm Molterer (V) auf, aus den steuerlichen Mehreinnahmen für die Pensionen etwas locker zu machen.

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