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Wahlbetrug in Vandans

Ein ÖVP-Mandatar von der Einheitsliste "Gemeinsam für Vandans" hat in Vandans beim Auszählen der Vorzugsstimmen manipuliert. Die Staatsanwaltschaft wurde bereits eingeschaltet.

„Ich wollte doch nur helfen.“ Der Vandanser ÖVP-Ortsparteiobmann Manfred Vallaster hat im „VN“-Gespräch gestanden, als Mitglied der Wahlkommission bei der Stimmenauszählung der Einheitsliste „Gemeinsam für Vandans“ zu Gunsten der Volkspartei betrogen zu haben. „Ich habe für zwei, drei kandidierenden Parteikollegen und für mich einfach Vorzugsstimmen erfunden“, so Vallaster weiter. „Alles in allem ein großer Fehler, der mir Leid tut.“ Gesamt hat sich Vallaster 141 Stimmen zugerechnet, tatsächlich erhalten hat er aber nur 32. Genutzt hat es ihm wenig, da er von Platz elf nur einen Listenplatz vorrücken konnte. „Ich habe bei der Stimmenauszählung gemerkt, dass sich der eine oder andere Kollege verschlechtern könnte. Das wollte ich nicht und darum habe ich in einem Blackout die Vorzugsstimmen erfunden.“ Erst im Nachhinein sei ihm dieser schwere Fehler bewusst geworden.

„Heimlich ausgezählt“

„Wobei bei der Auszählung noch vieles falsch gelaufen ist. Denn Wahlsprengelleiter Vizebürgermeister Michael Zimmermann hat die Manipulation bemerkt, ignoriert und trotzdem mit seiner Unterschrift die Richtigkeit der Auszählung anerkannt.“ Noch am Sonntag sei Zimmermann allerdings zum Bürgermeister gegangen und habe ihn verpetzt. „Dann wurden im stillen Kämmerlein die Stimmen neu ausgezählt“, erhebt Vallaster seinerseits ebenfalls Vorwürfe. „Wir wollten das Ganze zuerst intern klären. Ein paar Dreckträger haben mich aber jetzt verraten“, so Vallaster weiter.

Laut Bürgermeister Burkhard Wachter hat ihm der Wahlleiter allerdings erst am Montag von dem mutmaßlichen Betrug berichtet. „Die Wahlbehörde hat daraufhin den Sprengel neu ausgezählt und massive Veränderungen gegenüber der Erstauszählung festgestellt“, so Wachter. Wegen Verdachts des Wahlbetrugs sei bereits eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft geschickt worden. „Jetzt ist die Staatsanwaltschaft am Zug.“

Keine Funktionen mehr

Der Ex-ÖVP-Landtagsabgeordnete Manfred Vallaster wollte gestern Nachmittag seine politische Zukunft sowohl als ÖVP-Ortsparteiobmann wie auch als Gemeindemandatar offen lassen.

Allerdings nicht lange. Zu groß war der Druck seitens der Landes-Volkspartei. Noch am Abend hat Vallaster alle ÖVPFunktionen mit sofortiger Wirkung zurückgelegt. „Auch auf das Mandat als Gemeindevertreter werde ich vermutlich verzichten“, so Vallaster abschließend.

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