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Waffenhändler in der Steiermark festgenommen

Fünf Beschuldigte wurden bereits ausgeforscht
Fünf Beschuldigte wurden bereits ausgeforscht ©APA
Steirische Ermittler haben einen schwunghaften illegalen Waffendeal aufgedeckt. Ein Polizist war bei einer Drogenermittlung im Oktober auf ein Foto aufmerksam geworden, auf dem ein Mann mit Sturmgewehr zu sehen war. Die Spur führte zu einem Kroaten (61), der bei einem Scheinkauf am 12. Jänner in der Steiermark gefasst wurde. Sechs weitere Männer aus der Steiermark und OÖ wurden von ihm beliefert.

Fünf Beschuldigte aus Oberösterreich und der Steiermark, die Waffen gekauft hatten, wurden ausgeforscht. Bei ihnen wurden Hausdurchsuchungen durchgeführt, wodurch einiges an Kriegsmaterial zutage gefördert wurde – darunter Maschinenpistolen sowie Maschinen- und Sturmgewehre, wie auf einer Pressekonferenz der Polizeidirektion am Mittwoch in Graz mitgeteilt wurde. Laut Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT) hatte der Kroate seit 2016 Kriegsmaterial in Kofferraumimporten nach Österreich gebracht. Die Kunden waren Sammler und laut Polizei “Waffennarren”. Ein Großteil der Waffen war einem Beamten zufolge funktionstüchtig.

Die Ermittlungen sind laut LVT noch nicht abgeschlossen: Einer der Abnehmer – ein Österreicher – befinde sich noch im Ausland im Urlaub, er werde erst später vernommen. Es könnte auch noch zu weiteren Hausdurchsuchungen und Festnahmen kommen. Ob noch weitere Abnehmer existierten, konnte noch nicht gesagt werden. Bei einem der Waffenkäufer war eine Nazi-Devotionalie gefunden worden, ein sogenanntes “Führer-Bier”. Dieses wird in Italien hergestellt und zeigt Adolf Hitler auf dem Etikett.

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Graz, Hansjörg Bacher, sagte, dass sich der Kroate in U-Haft befinde, die gerade verlängert wurde. Ermittelt werde wegen Verstoßes gegen das Waffen- und Kriegsmaterialgesetz. Der 61-Jährige habe sich bisher nicht sehr kooperationsbereit gezeigt. Ein weiterer Tatverdacht besteht laut Bacher in Richtung schweren Betrugs, da sich der Mann offenbar zum Schein in Österreich angemeldet und sich so Sozialleistungen erschlichen haben soll. Die Polizei steht über einen Verbindungsbeamten an der Botschaft in Zagreb mit der kroatischen Exekutive in Kontakt.

Bei den in Österreich ausgeforschten Personen handelt es sich fast ausschließlich um Südsteirer. Ein 61-Jähriger soll drei halbautomatische Schusswaffen verkauft haben. Einem 27-Jährigen wird zur Last gelegt, mit dem Kroaten den Handel mit Waffen und Kriegsmaterialien in derzeit noch nicht bekanntem Ausmaß betrieben haben. Ein weiterer Südsteirer (58) soll drei Schusswaffen gekauft haben. Bei ihm wurden verbotene Waffen (Elektroschocker, Schlagstock mit integriertem Reizgas und Schlagringe) sichergestellt. Ein 23-Jähriger dürfte den Verkauf von zwei Revolvern und einer Schrotflinte vermittelt haben. Er sollte zudem den Verkauf von zwei Sturmgewehren vermitteln.

Ein 35-jähriger Südsteirer hatte offenbar zwei Faustfeuerwaffen und eine Schusswaffe, die er vom 23-jährigen Vermittler erworben hatte, an einen angeblichen Suchtmittelkonsumenten weiterverkauft. Ein Oberösterreicher (38) steht im Verdacht, Kunde des Kroaten gewesen zu sein. Bei einer Hausdurchsuchung wurden vier Sturmgewehre, ein Maschinengewehr, eine Pumpgun, eine Pistole, das Gehäuse eines Maschinengewehrs, Waffenteile und Munition sichergestellt.

Unter den konfiszierten Waffen fanden sich mehrere Pistolen und Revolver, zwei Repetierschrotflinten, zwei jugoslawische Maschinengewehre, drei amerikanische Maschinenpistolen M1928A1 aus dem Zweiten Weltkrieg und Zastava-Sturmgewehre – die im serbischen Kragujevac hergestellte jugoslawische Variante der Kalaschnikow. Bei den Maschinengewehren handelt es sich um Zastava M53, einem Nachbau des deutschen MG42. Sichergestellt wurde auch eine jugoslawische Maschinenpistole M56, ein Nachbau der deutschen MP40 aus dem Zweiten Weltkrieg. An Pistolen wurden u.a. Walther PPK, eine tschechische Ceska, eine deutsche P38 und auch einige historische Waffen aus dem 19. Jahrhundert sichergestellt.

Die meisten der moderneren Waffen wurden für die frühere Jugoslawische Volksarmee (JVA) hergestellt, von der slowenischen und kroatischen Territorialverteidigung in Depots aufbewahrt und dürften teils in den Jugoslawienkriegen eingesetzt worden sein. Die amerikanischen Maschinenpistolen waren nach dem Zweiten Weltkrieg an die Tito-Armee geliefert worden. Manches davon könnte – funktionsuntüchtig gemacht – in ein Museum wandern, der Rest wird vernichtet, sagte Polizeisprecher Joachim Huber zur APA.

An der Ermittlung und der Festnahme waren u.a. die Landesämter für Verfassungsschutz Steiermark und Oberösterreich sowie das Einsatzkommando Cobra beteiligt, wie der steirische Landespolizeidirektor Gerald Ortner sagte. Der Zugriff erfolgte Anfang Jänner in der Steiermark durch Cobra-Beamte. “Es ist eine Besonderheit, grenzüberschreitend bezüglich eines Waffenhandels zu ermitteln,” sagte Ortner.

(APA)

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