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Wachstumsbremse: Es fehlen Fachkräfte im Land

Dornbirn – Fachkräftebarometer: 82 Prozent der Unternehmen empfinden es als schwierig, qualifizierte Mitarbeiter zu finden.
Fachkräftebarometer für Vorarlberg

Der Wirtschaftsmotor brummt. Vorarlbergs Unternehmen haben volle Auftragsbücher. Und dennoch kündigen sich am Konjunkturhimmel erste Wolken an. „Der zunehmende Mangel an qualifizierten Mitarbeitern könnte den Aufschwung in den kommenden Monaten hemmen“, sagt Manfred Rein, Präsident der Vorarlberger Wirtschaftskammer (WKV). Der Fachkräftemangel drückt auf die Wachstumsbremse. Gestern hat Rein gemeinsam mit der Wirtschafts-Standort Vorarlberg GmbH den Fachkräftebarometer 2011 für Vorarlberg präsentiert. An der Umfrage haben 445 Vorarlberger Betriebe teilgenommen. 82 Prozent der Unternehmen mit technischen Berufsfeldern empfinden es demnach als schwierig bzw. als sehr schwierig Fachkräfte zu finden. 56 Prozent der Befragten gaben zudem an, aktuellen Bedarf an zusätzlichen Fachkräften zu haben.

600 Fachkräfte fehlen

Auch die Aussichten für die nächsten drei Jahre sind alles andere als rosig. Rein spricht von jährlich etwa 600 Fachkräfte-Stellen in technischen Berufen, die nicht besetzt werden können. So würden den heimischen Betrieben jährlich 250 Lehrabsolventen, 100 HTL-Fachkräfte und rund 260 Fachkräfte mit Fachhochschul- bzw. Universitätsabschluss fehlen. Rein fordert mehrere Maßnahmen, um den Mangel zu bekämpfen. So nimmt er die Pflichtschulen in die Pflicht, dass die Schüler einen optimalen Bildungsstand erreichen. Der Mangel an Bewerbern mit entsprechender Qualifikation sei schließlich das Hauptproblem bei der Suche nach Fachkräften, so Rein weiter. So müssten die Anstrengungen im Bereich der AHS-Absolventen verstärkt werden und auch das Potenzial von Frauen in technischen Berufen besser genutzt werden. Zudem solle der Ausbau der technischen Studiengänge an der Fachhochschule Vorarlberg vorangetrieben werden.

Firmen mit Eigeninitiativen

Vorarlberger Unternehmen versuchen längst mit Eigen-initiative Fachkräfte zu finden. Die zur Zumtobel-Gruppe gehörende Tridonic, bei der der Fachkräftebarometer gestern präsentiert wurde, akquiriert Mitarbeiter aus Spanien. „Wir haben aus der Not eine Tugend gemacht“, sagt Walter Ziegler, CEO der Tridonic. So habe man im Mai eine Kampagne an fast allen technischen Hochschulen Spaniens gestartet. Sieben hochqualifizierte Mitarbeiter konnten so bisher geworben werden. Ein Weg, der Linderung verspricht. Die internationale Rekrutierung könne den Bedarf aber nur teilweise decken, so Joachim Heinzl, WISTO-Geschäftsführer. Heinzl empfiehlt zukünftig einerseits die überregionalen Anstrengungen der Unternehmen zu bündeln und andererseits gezielte Maßnahmen zu setzen, um das in der Region verfügbare Fachkräftepotenzial bestmöglich zu erschließen.

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