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Wachsende Sorge um Arbeitsplatz

Schwarzach (VN) -  „Lediglich 13 Prozent der Vorarlberger halten ihren Arbeitsplatz für sehr sicher“, stellt der Vorarlberger AK-Präsident Hubert Hämmerle gegenüber den VN fest. Sowohl aus Sicht der österreichischen als auch speziell der Vorarlberger Arbeitnehmer ist die subjektive Arbeitsplatzsicherheit seit 2007 kontinuierlich gesunken.
Arbeitsplatz-Sicherheit

Im Jahr 2010 hat der Anteil derjenigen, die ihren Arbeitsplatz für unsicher halten, jedoch wieder etwas abgenommen. Von jenen Vorarlbergern, die zum Befragungszeitpunkt beschäftigt waren, halten weitere 76 Prozent ihre Stelle für „eher sicher“. Der Anteil der ersteren Gruppe (13 Prozent „sehr sicher“) ist allerdings in Vorarlberg nur etwa halb so hoch wie in Österreich.

Elf Prozent der Vorarlberger halten ihren Arbeitsplatz für „eher“ oder „sehr unsicher“. Bei Personen mit nur Pflichtschulabschluss ist der entsprechende Anteil mit 28 Prozent fast dreimal so hoch, und bei Hilfsarbeitern beträgt er sogar 36 Prozent. Im Vergleich dazu machen sich nur zehn Prozent der Facharbeiter sowie zwei Prozent der einfachen und neun Prozent der qualifizierten Angestellten in Vorarlberg Sorgenum ihren Arbeitsplatz.

Das geht aus dem neuesten Arbeitsklimaindex Vorarlberg hervor. Dieser gilt als Maßstab für die Arbeitszufriedenheit sowie für den wirtschaftlichen und sozialen Wandel aus der Sicht der Arbeitnehmer.

Sorge bei Neueinstieg

Weiter heißt es in der Untersuchung, dass in den Jahren 2007 und 2008 die theoretischen Arbeitsmarktchancen in Vorarlberg weit besser eingeschätzt wurden als im restlichen Österreich. „Diese Situation hat sich bereits 2009 und noch einmal verstärkt 2010 ins Gegenteil verkehrt“, berichtet Hämmerle. Ein weitaus größerer Anteil der Vorarlberger, nämlich 68 Prozent, sind der Ansicht, im Falle des Falles nur „eher“ oder „sehr schwer“ wieder eine annehmbare Arbeitsstelle finden zu können, in Österreich sind es 53 Prozent.

Jüngere und höher qualifizierte Beschäftigte sind in Vorarlberg hinsichtlich ihrer subjektiven Arbeitsmarktchancen teilweise wesentlich optimistischer. So nehmen etwa 30 Prozent der Facharbeiter im Vergleich zu nur sechs Prozent insgesamt an, sehr leicht wieder eine akzeptable Arbeitsstelle finden zu können. Der entsprechende Anteil beträgt bei Beschäftigten mit zumindest Matura 18 Prozent.

Mit zunehmendem Alter nehmen die subjektiven Arbeitsmarktchancen rapide ab. Besonders geringe Chancen rechnen sich diesbezüglich Vorarlberger Beschäftigte im Groß- und Einzelhandel, aber auch in der Industrie und im Gewerbe aus.

Wie Hämmerle zu bedenken gibt, sehen nur noch 16 Prozent der Vorarlberger die wirtschaftliche Zukunft ihres Betriebes positiv. Auch in diesem Bereich ist der Optimismus seit 2007 ständig gesunken. Im Jahre 2007 waren noch 27 Prozent „sehr optimistisch“. Als überdurchschnittlich optimistisch erweisen sich Personen mit höheren Bildungsabschlüssen. Stärker ausgeprägt ist der Pessimismus bei Beschäftigten, die in Industrie und Gewerbe tätig sind. Unter den Auslandspendlern hingegen ist der Anteil der Optimisten doppelt so hoch wie im Vorarlberger Gesamtdurchschnitt.

Qualifikation entscheidend

„Wer nur eine geringe Qualifikation hat, etwa nur einen Pflichtschulabschluss, der hat es auf dem Arbeitsmarkt schwer“, stellt AK-Direktor Rainer Keckeis klar. Im Jahr 2010 waren fünf Prozent der zum Zeitpunkt der Befragung aktiv beschäftigten Vorarlberger während des Jahres einmal arbeitslos. Häufiger von Arbeitslosigkeit betroffen waren vor allem niedriger Qualifizierte mit nur Pflichtschulabschluss (sieben Prozent) sowie Hilfsarbeiter mit elf Prozent.

Die durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit in Monaten ist in Vorarlberg etwas höher als in Gesamtösterreich. Insgesamt müssen beschäftigungslose Vorarlberger im Schnitt mit 6,9 Monaten Arbeitssuche rechnen.

Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass gute Ausbildung zufriedener macht. „Denn“ – so Hämmerle – „je niedriger die Qualifikation, desto unzufriedener sind die Menschen auch in ihrem Beruf.“ Das ist nicht überraschend, denn eine höhere formale Schulbildung und eine überdurchschnittliche berufliche Qualifikation eröffnen die Chance auf eine interessante Tätigkeit in einem in vieler Hinsicht besseren Arbeitsumfeld und nicht zuletzt auch auf ein höheres Einkommen. (VN)

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