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Vorsicht bei Urlaubssouvenirs

"Im Reisegepäck einzelner Urlauber wurden schon Schildkröten oder Papageien gefunden", erzählt Franz Füchsl von der Steuer- und Zollkoordination. Auch Steine können schon Probleme verursachen. Zollinfo [723 KB]

Auch wenn es einem die schönen Tierchen im Urlaubsland noch so angetan haben – „Es gilt die Faustregel: Alles, was lebt, darf nicht nach Österreich eingeführt werden.“

Wer nach seinem Traumurlaub glücklich und frohgemut den Heimweg antritt, sollte darauf achten, was im Koffer verstaut ist. Denn nicht jedes Urlaubsmitbringsel darf die Grenzen des Urlaubs- bzw. Heimatlandes passieren.

Wegen Stein verhaftet

Das kann schon bei so vermeintlich harmlosen Gegenständen wie Steinen beginnen. „Vor einem Jahr wollte ein deutscher Junge einen Stein aus der Türkei mitnehmen. Allerdings war dies nicht irgendein Kiesel, sondern ein besonderes Stück, das unter den Begriff ,KulturgutÑ fiel. Sein Vater musste deswegen kurzzeitig hinter Gitter“, erzählt Oliver Loacker von Loacker Tours. Um dieses Szenario zu vermeiden, gibt es nur eines: „Erkundigen Sie sich vor Reiseantritt, was aus dem Land aus- bzw. dann nach Österreich eingeführt werden darf“, rät der Touristiker.

Ausfuhrbestimmungen

Bei den generellen Reiseinformationen des Außenministeriums über die Türkei ist zu erfahren: “ Es ist strengstens verboten, auf freiem Feld gefundene oder von ,Händlern’ gekaufte und als Teile antiker Bauwerke oder ähnlichem identifizierbare Steine nach Österreich auszuführen. Verstöße gegen diese Regelungen werden mit sofortiger Festnahme und Gefängnisstrafen geahndet.“ Auch für Ägypten gilt, dass Steine und Muscheln nicht außer Landes gebracht werden dürfen.

Keine Kulturgüter

Vorsicht ist bei der Mitnahme von Kunstgegenständen geboten. Beispiel Griechenland: “ Die Ausfuhr von Antiquitäten ist ohne Genehmigung des griechischen Kulturministeriums verboten und strafbar.“ Oliver Loacker bringt es auf den Punkt: “ Generell darf man mit Kulturgut im Gepäck nicht ausreisen. Es sei denn, man hat eine amtliche Erlaubnis dafür.“ Je nachdem, um was und um welches Land es sich handle, müsse man mit mehreren 100.000 Euro Strafe bis hin zu Gefängnisaufenthalt rechnen, so Loacker. Haben Sie Ihre Mitbringsel aus dem fremden Land herausgebracht, steht vor der glücklichen Heimkehr erst noch die österreichische Grenze an. Dort wird unterschieden, ob die Einreise aus einem EU- oder einem Nicht-EU-Staat erfolgt. Waren, die in der EU eingekauft werden, befinden sich im freien Verkehr der EU und können grundsätzlich ohne Probleme mitgebracht werden. Haben Sie jedoch in einem Nicht-EU-Staat geurlaubt, gelten andere Bestimmungen.

Vorher erkundigen

Damit sich bei der Heimreise der Urlaubstraum nicht ausgeträumt hat, gilt: Bevor es losgeht, sollten Sie sich erkundigen, was aus- bzw. eingeführt werden darf. Die Informationen hierzu liefern das Reisebüro, ein guter Reiseführer oder der Zoll.

Die genauen Ausfuhrbestimmungen der einzelnen Länder finden Sie auf Homepage des Außenministeriums: der www.bmaa.gv.at.

WAS NACH ÖSTERREICH EINGEFÜRHT WERDEN DARF 
Einreise aus einem EU-Staat

Diese Mengen an Alkohol und Tabak können abgabenfrei eingeführt werden:

  • 800 Stück Zigaretten
  • 400 Stück Zigarillos
  • 200 Stück Zigarren
  • 1 Kilogramm Rauchtabak
  • 10 Liter Spirituosen
  • 20 Liter andere alkoholische Getränke als Bier, Schaumwein oder Wein bis 22 % vol.
  • 90 Liter Wein (davon max. 60 Liter Schaumwein)
  • 110 Liter Bier

    Für die neuen EU-Länder gelten bezüglich Tabak Sonderregelungen. Informationen dazu erhalten Sie beim Zollamt.

    Einreise aus einem Nicht-EU-Staat

    Kaffee und Tee dürfen bis zu folgenden Mengen abgabenfrei mit nach Österreich gebracht werden:

  • 500 Gramm Kaffee oder
  • 200 Gramm Kaffee-Extrakte und Kaffee-Essenzen (ab einem Alter von 15 Jahren)
  • 100 Gramm Tee oder
  • 40 Gramm Tee-Extrakte und Tee-Essenzen

    Einfuhr von Tieren und Pflanzen

    Aus EU-Staaten ist die Einreise mit Tieren ohne weitere Erfordernisse möglich. Werden Tiere aus einem Nicht-EU-Staat eingeführt, muss an der Grenze eine Untersuchung durch einen Tierarzt erfolgen. Viele Tier- und Pflanzenarten sind weltweit in ihrem Bestand gefährdet. Zum Schutz dieser Arten gibt es Artenschutzregelungen. Je nach Schutzwürdigkeit der Tiere oder Pflanzen müssen bei der Einreise nach Österreich die jeweils erforderlichen Artenschutzdokumente der Zollstelle vorliegen. Für Elfenbeinschnitzereien, Gegenstände aus Tropenholz oder Schildpatt, Orchideen oder Kakteen, werden sowohl für die Aus- als auch für die Einfuhr nach Österreich Artenschutzdokumente benötigt. Entsprechende Informationen bietet das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft (Telefon: 01/51522; www.lebensministerium.at) oder das Zollamt.

    Im Urlaub nach Lust und Laune einkaufen. Um aber ohne Probleme durch den Zoll zu kommen, sollte einiges beachtet werden.

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