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Vorarlbergs Textilbetriebe mit weißer Weste?

©SXC (Symbolbild)
Schwarzach - Nachdem Greenpeace in den Produkten namhafter Textilhersteller giftige Chemikalien nachgewiesen hat, hat VOL.at bei den Textilherstellern in Vorarlberg nachgefragt.
Giftige Chemikalien in Kleidung

Bei einer von Greenpeace in Auftrag gegebenen Untersuchung, fanden unabhängige Labors in 52 von insgesamt 78 getesteten Artikeln Rückstände der Chemikaliengruppe der Nonylphenolethoxlate (NPE). Produziert wurden die Kleidungsstücke unter anderem in Ländern wie China, Vietnam oder Thailand, aber auch Produkte aus Österreich wurden getestet.

In der EU gilt die auch in einigen Waschmitteln enthaltene Substanz als giftig, ihre Anwendung wurde 2003 verboten. Heimische Textilhersteller, wie die Firma Wolford in Bregenz oder der Bludenzer Betrieb Getzner Textil, scheinen eine weiße Weste zu haben und produzieren nach eigenen Angaben ausschließlich im EU-Raum oder der Schweiz, wo die Substanz ebenfalls verboten ist. REACH, die EU-Behörde zur Kontrolle von Chemikalien mit Sitz in Finnland, prüft die verwendeten Chemikalien in der europäischen Textilindustrie und zertifiziert dementsprechend die Betriebe. Auch das jährlich zu erneuernde „Oeko-Tex-Zertifikat“ gilt zur Kontrolle der Betriebe und deren Anwendung giftiger Chemikalien.

Der in Bludenz und der Schweiz produzierende Hersteller Getzner Textil arbeitet ebenfalls nach „Oeko-Tex-Standard 100“ und wurde 2006 als eines der ersten Textilunternehmen Europas mit dem „Bluesign“-Zertifikat ausgezeichnet, dass nur an Firmen vergeben wird, die aktiv für Umweltschutz, Ressourcenschonung und gesundheitlich unbedenkliche Produkte eintreten.

“Uns beunruhigt diese Untersuchung überhaupt nicht, im Gegenteil. Es beruhigt uns, dass die anderen Unternehmen erwischt wurden”, lässt uns Werner Erhart, Geschäftsführer der Arula GmbH, einem Tochterunternehmen der Götzner Huber Holding, etwas schadenfroh wissen. Auch die Arula GmbH hat ihre Produktionsstätten innerhalb Vorarlbergs und produziert nach „Oeko-Tex-Standard 100“ und dem „organic cotton standard“. Erhart räumt ein, dass vereinzelte Produkte importiert werden, diese jedoch umgehend bei einer unabhängigen Behörde in Wien kontrolliert werden. “Die Werte befinden sich immer im Toleranzbereich”, so Erhart abschließend.

(VOL.at/Harald Küng)

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