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Vorarlbergs Spitalsärzte verdienen deutlich weniger als Kollegen im Ausland

Ärzte in Süddeutschland und Schweiz verdienen um bis zu 110 Prozent mehr.
Ärzte in Süddeutschland und Schweiz verdienen um bis zu 110 Prozent mehr. ©Bilderbox
Bregenz - Die Ärztekammer Vorarlberg hat am Freitag eine Vergleichsstudie präsentiert. Burkhard Walla, Kurienobmann der angestellten Ärzte, appellierte in einer Aussendung an die Verantwortlichen im Land, "gemeinsam Wege zu suchen, wie Vorarlberg in punkto Ärztegehälter wieder wettbewerbsfähig werden kann".
Das verdient ein Turnusarzt
Das verdient ein Oberarzt

Der vom Beratungsinstitut KPMG erstellten Studie zufolge hat ein etwa 27-jähriger Turnusarzt im zweiten Ausbildungsjahr in Vorarlberg ein Jahresfixgehalt von knapp 39.000 Euro, in Süddeutschland und der Schweiz sind es hingegen 52.000 bzw. 80.000 Euro. Für 35 bzw. 55 Jahre alte Fachärzte schlüsselt die Studie folgende gerundete Gehälter auf: 58.000 Euro (Vorarlberg) – 83.000 Euro (Süddeutschland) – 103.000 Euro (Ostschweiz) bzw. 83.000 Euro – 99.000 Euro – 154.000 Euro.

“Verdienen um bis zu 110 Prozent mehr”

Um “Äpfel mit Äpfeln” zu vergleichen, sei das Bruttogehalt auf eine 40 Stunden-Woche und auf 14 Monatsgehälter normiert worden, so Walla. “Es zeigt sich, dass die Fixgehälter in öffentlichen Krankenhäusern in Süddeutschland und der Ostschweiz auf allen Alters- und Hierarchiestufen deutlich über jenen Vorarlbergs liegen. Und zwar um mindestens zehn bis maximal 110 Prozent”, sagte der Kurienobmann. Die Vergütung von Überstunden sowie sonstige Sozialleistungen seien in der Studie nicht berücksichtigt, das Land hebe sich aber auch diesbezüglich nicht durch überdurchschnittliche Sätze hervor. Vorarlberg könne mit seinem “Gesamtpaket” nicht mit der Konkurrenz mithalten, schloss Walla.

Unzumutbare Arbeitsbedingungen

Die Vorarlberger Ärzte beklagen schon seit Monaten die ihrer Meinung nach unzumutbaren Arbeitsbedingungen an den Vorarlberger Spitälern. Zuletzt schnürten das Land, die Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG) und die Ärztekammer im vergangenen November ein Maßnahmenpaket mit einem Volumen von rund drei Millionen Euro, um für die Ärzte finanzielle Verbesserungen zu schaffen. Zudem soll eine Arbeitsgruppe “Gehaltsreform” Lösungen erarbeiten. Aufgrund des Status Quo brechen aber dennoch viele Mediziner ihre Karriere in Vorarlberg ab und setzen sie im benachbarten Ausland fort. Für Vorarlberg resultiert daher ein Ärztemangel, der die Situation weiter verschärft.

(APA)

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