Vorarlbergs Industriebetriebe sehen noch keine Erholung

Auch eine Besserung innerhalb der kommenden sechs Monate ist nicht in Sicht. Das geht aus der aktuellen Konjunkturumfrage der Industriellenvereinigung Vorarlberg (IV) zum zweiten Quartal 2009 hervor.

“Von der Finanz- und Wirtschaftskrise sind nahezu alle Industriezweige betroffen – nur der Grad sowie der Zeitpunkt der Betroffenheit variieren”, so IV-Präsident Hubert Bertsch und IV-Geschäftsführerin Michaela Wagner am Dienstag.

36 Prozent der 50 befragten Vorarlberger Industriebetriebe bewerteten die Geschäftslage derzeit als schlecht, 57 Prozent sahen sie als durchschnittlich an, nur sechs Prozent als gut. 82 Prozent glaubten zudem, dass die Geschäftslage auch in sechs Monaten auf dem gleichen Niveau sein wird. 41 Prozent der Unternehmen waren mit der derzeitigen Ertragssituation nicht zufrieden, 33 Prozent bewertete die Erträge als durchschnittlich, 26 Prozent als gut. Gerade bei den Erträgen zeige sich eine deutliche Verschlechterung gegenüber dem ersten Quartal, die Krise habe “voll eingeschlagen”, so Wagner. Eine Besserung sahen die Firmen auch hier nicht, 15 Prozent befürchteten sogar eine Verschlechterung.

40 Prozent der befragten Unternehmen erwarteten fallende Verkaufspreise, nur vier Prozent sahen eine Steigerung als möglich an. Den aktuellen Auftragsbestand und die Auslandsaufträge schätzten 37 Prozent bzw. 39 Prozent der Industriebetriebe als schlecht ein. Angesichts dieser Werte rechneten 28 Prozent der Unternehmen mit einem sinkenden Mitarbeiterstand. 72 Prozent gingen jedoch von einer gleichbleibenden Beschäftigtenzahl in den kommenden drei Monaten aus.

Besonders hart getroffen ist die Textilindustrie. “Die Saldowerte aus ‘gut’ und ‘schlecht’ sind stark negativ, und es gibt kaum positive Antworten”, so Wagner. 54 Prozent beurteilten hier die Geschäftslage als schlecht, 58 Prozent die Ertragssituation. 62 Prozent der Betriebe beklagten die ungünstige Auftragslage. Ein Viertel der Unternehmen ging daher von einem Mitarbeiterabbau aus.

Deutlich spürbar sind die Turbulenzen auch in der Maschinen- und Metallindustrie, wo Einbrüche bei den Verkaufspreisen erwartet werden und 39 Prozent mit rückläufigen Mitarbeiterzahlen rechnen, sowie in der Elektroindustrie. Berichtete in letztgenannter Branche im Vorjahr kein einziges Unternehmen von einer negativen Geschäftslage, so fanden heuer 91 Prozent, dass Geschäftslage, Auftragsbestand und Exporte schlecht seien. Etwas besser ist die Lage in der Nahrungs- und Genussmittelindustrie, allerdings gibt es auch hier deutliche Zukunftssorgen.

Man sei weiter in einer schwierigen Situation, fasste Bertsch zusammen. Es sei daher wichtig, die Industrie dabei zu unterstützen, Arbeitsplätze zu sichern. Es müsse auch bei den Kollektivvertragsverhandlungen klar sein, dass die Spielräume eng seien. Überzogene Forderungen würden Arbeitsplätze gefährden, warnte der IV-Präsident.

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